Rosetta: Europa auf Kometenjagd (Web Special)
Die am 2. März 2004 mit einer Ariane 5 vom europäischen Weltraumhafen Kourou gestartete ESA-Kometensonde Rosetta soll 2014 als erster Raumflugkörper auf eine Umlaufbahn um einen Kometen gebracht und der Lander Philae auf ihm abgesetzt werden. Um das Ziel, den Kometen 67P/Tschurjumow-Gerassimenko zu erreichen, musste die Raumsonde vier Beschleunigungsmanöver an Erde und Mars ausführen. Auf ihrem Weg zum Kometen hat die Sonde 2008 den Asteroiden Steins unter die Lupe genommen.
Vor Rosetta steht nun eine spannende Begegnung: Am 10. Juli wird die Raumsonde den noch weitgehend unbekannten Asteroiden Lutetia in geringem Abstand passieren. Die Erdlinge können „live“ dabei sein: Rosetta wird 36 Stunden in fast durchgehendem Kontakt mit dem Heimatplaneten Fotos und Daten dieser außerirdischen Welt übertragen.
Die Rosetta-Mission der Europäischen Weltraumorganisation ESA ist für die weltweite Forschergemeinde so einzigartig und bedeutsam, wie die erste bemannte Mondlandung. Schließlich geht es um die Urmaterie des Sonnensystems und die Frage, ob Kometen das Leben einst auf die Erde gebracht haben. Die Landeeinheit der Sonde sowie wesentliche wissenschaftliche Experimente kommen von deutschen Forschungsinstituten.
...und Asteroiden
Aber nicht nur Kometen, auch Asteroiden können Einiges über die Geschichte unseres Sonnensystems erzählen, denn sie haben sich in der Frühphase der Planetenentstehung ebenso wie die uns bekannten Planeten und Monde aus der Staubscheibe um die Sonne gebildet. Gravitative Wechselwirkungen haben jedoch verhindert, dass sie sich zu „erwachsenen“ Himmelskörpern entwickeln konnten. Die mehreren Hunderttausend herumvagabundierenden Gesteinsbrocken in der Größe von wenigen Metern bis zu mehreren hundert Kilometern bestehen wie die Kometen aus Material aus der Frühzeit des Sonnensystems.
Für die Wissenschaftler ist es deshalb von besonderem Interesse, mit einer Kometen-Mission zugleich zwei Asteroiden erkunden und damit vergleichendes Material gewinnen zu können. Der Höhepunkt der Asteroidenerkundung steht nunmehr am 10. Juli an.
Das Sahnehäubchen der Mission ist aber zweifellos die geplante Landung von Philae auf dem Kometen. Gelingt das Manöver, kann das exotische Kometenmaterial hautnah durch zehn verschiedene Instrumente detailliert untersucht werden.
Im folgenden "Web Special" werden weitere interessante Details und spannende Hintergrundinformationen zur Kometen- und Asteroidenforschung sowie die Rosetta-Mission beschrieben:
- Von Giotto zu Rosetta und Philae
- Kometen: Die aus der Kälte kommen
- Zeugung aus dem All?
- Kosmisches Billard: Mit der Schwungkraft planetarer Schwerkraftfelder
- Rosettas Tankstationen
- „Swinging“-Rosetta: Im Fokus Erde und Mond
- Kurzbesuch bei Asteroiden
- Asteroiden – Bauschutt des Sonnensystems
- Steins: Ein Diamant unter Rosettas Lupe
- Nächste Station: Lutetia
- Landung auf einem Schneeball
- Dem Sonnentod entgegen
- Rosettas Nervenzentrum: Das ESOC-Kontrollzentrum in Darmstadt
- Forschungsinstrumente auf dem Rosetta-Orbiter
- Forschungsinstrumente auf dem Rosetta-Lander Philae
- Die Rosetta-Kometenmission im Überblick
Links zu den Hintergrundartikeln oben rechts.
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