Rosetta für kritischen Mars-Vorbeiflug gerüstet

Rosetta's Mars swingby
Animation, die Rosettas Anflug auf Mars und den darauf folgenden Vorbeiflug zeigt
15 Februar 2007

Das ESA-Kontrollzentrum bestätigte, dass Rosetta für seinen kritischen, für den 25. Februar 2007 vorgesehenen Vorbeiflug am Mars gerüstet ist.

Die Ingenieure haben mit den letzten Vorbereitungen für dieses waghalsige Manöver begonnen, das einen Vorbeiflug der Sonde hinter dem Mars und einen damit verbundenen Abbruch des Funkkontaktes, präzise Navigation und komplexe, von Bodenstationen durchgeführte Positionsbestimmungen umfasst. Die Geschwindigkeit des ESA-Kometenjägers im Verhältnis zum Mars beträgt über 30.000 km / h.

Rosetta kommt am Sonntag, dem 25. Februar um 02:57 MEZ dem Mars am nächsten. Die Sonde nutzt den Roten Planeten dann als „Gravitationsbremse” zum Verringern ihrer Fluggeschwindigkeit und zur Flugbahnänderung im Rahmen der zehn Jahre dauernden und 7,1 Mrd. km langen komplizierten Reise zum Kometen 67P Churyumov-Gerasimenko.

„Das Zünden der Triebwerke am vergangenen Freitag war erfolgreich. Am Dienstag bestätigten wir, dass die Sonde für den Vorbeiflug ordnungsgemäß vorbereitet ist. Zurzeit besteht keine Notwendigkeit zu einem weiteren Zünden der Triebwerke, deswegen wurde das nächste für das Wochenende geplante Manöver vorerst abgesagt,” so Dr. Paolo Ferri, Flugdirektor der Rosetta-Mission im ESA-Kontrollzentrum im südhessischen Darmstadt.

Rosetta fliegt hinter dem Mars vorbei

Künstlerische Darstellung der Rosetta-Sonde am Mars

Das Missionsteam wird heute noch mit dem Aufladen der Batterie von Rosetta beginnen, damit die Sonde für das 25 Minuten dauernde Verschwinden hinter dem Mars gewappnet ist. Während der Verdeckung verhindert Mars das Auftreffen von Sonnenlicht auf Rosettas Solarzellenflügel, und alle nicht unbedingt notwendigen Systeme werden abgeschaltet oder in den Energiesparmodus gebracht.

Die ursprüngliche Flugbahn und das Design der Raumsonde sahen keine Vorbeiflüge hinter Himmelskörpern vor, unvorhergesehene Startverzögerungen erzwangen jedoch eine Neuplanung der Reiseroute. Das für Rosetta verantwortliche Missionsteam brachte Monate mit sorgfältigen Planungen und Tests von Energiesparmöglichkeiten zu, damit die Sonde sicher mit Batterien betrieben werden kann.

Wir haben bestätigt, dass die Sonde für den Vorbeiflug gut gerüstet ist.

Das Kontrollzentrum erwartet den Abbruch des Funkkontaktes mit Rosetta aufgrund einer kritischen 15-minütigen, am 25. Februar um 03:14 MEZ beginnenden Verdeckung, wenn die Sonde aus der Perspektive irdischer Bodenstationen hinter Mars verschwindet.

In einer spektakulären Aktion fliegt Rosetta zum Zeitpunkt der größten Annäherung an den Roten Planeten nur 250 km über seiner Oberfläche vorbei. Zu diesem Zeitpunkt sind die ESA-Raumsonde Mars Express 11 042 km und der Mars Reconnaissance Orbiter der NASA 7172 km von Rosetta entfernt.

Zusammenarbeit zwischen ESA und NASA zur Positionsbestimmung der Sonde im Weltraum

Die intensiven Vorbereitungen im Kontrollzentrum ESA/ESOC im Rahmen des Vorbeiflugs umfassten auch eine gründliche Bestimmung von Position und Flugbahn der Raumsonde Rosetta.

Von DSA 1, der in New Norcia (Australien) ansässigen Raumflugkörper-Verfolgungsstation der ESA durchgeführte Positions- und Doppler-Messungen wurden mit Daten aus dem Deep Space Network (DSN) der NASA kombiniert. Beide Netzwerke nutzen zur exakten Positionsbestimmung von Raumflugkörpern das Delta DOR-Verfahren (Delta Differential One-Way Ranging).

Delta DOR verwendet zwei weiträumig voneinander entfernte Bodenantennen, um die Position von Raumflugkörpern zu bestimmen und dabei gleichzeitig den Zeitunterschied zwischen zwei an beiden Stationen eintreffenden Signalen zu messen. ESA setzte dieses ausgeklügelte Verfahren erstmals im Jahr 2006 zur Positionsbestimmung der Sonde Venus Express ein.

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