Rosetta zum Anfassen

Rosetta und Lander - künstlerische Darstellung
24 März 2003

Europa bleibt auf Kometenjagd. Nach der Startverschiebung der europäischen Kometenmission ROSETTA auf Anfang 2004, ist ein weiterer Schritt getan: Das originalgetreue “Engineering Model“ der Raumsonde Rosetta wird derzeit in einem speziell hergerichteten Gebäude des Europäischen Satellitenkontrollzentrums ESOC in Darmstadt aufgebaut. Dieses Modell von 2,8 x 2,1 x 2,0 Metern (ohne Solarpanele) entspricht exakt der Raumsonde, die ab Anfang 2004 starten soll – und wäre sogar flugtauglich.

Nach mehreren Monaten der Vorbereitung wird das Modell nun in Betrieb genommen. Im Zeitraum März – August 2003 wird es von einem Team bestehend aus Alenia Spazio (Italien), Astrium Deutschland und dem ESOC Rosetta-Flugkontrollteam benutzt. Dabei werden weitere Systemtests durchgeführt, die auf den konkreten Szenarien aller Rosetta Missionsphasen basieren.

Paolo Ferri, Rosetta Spacecraft Operations Manager, erläutert: “Dieses sogenannte “Rosetta Engineering Model“ wird sich während der mehrjährigen Rosetta Mission beim ESOC befinden, um Systemtests, Simulationen und Überprüfungen der Flugprozeduren zu unterstützen. Es dient auch als ein einzigartiges Trainingsgerät für unser Flugkontrollteam.“

Das Rosetta Engineereing Model auf dem Weg in sein neues Zuhause

Drei Missionsszenarios sind derzeit in der Diskussion: Zwei dieser Szenarios (Start im Februar 2004 bzw. 2005) würden Rosetta zu einem neuen Zielkometen, Tschurjumow-Gerassimenko, führen; beim dritten (Januar 2004) könnte sie sogar noch ihr ursprüngliches Ziel Wirtanen erreichen.

Die endgültige Entscheidung über das neue Missionsszenario für Rosetta soll der ESA-Ausschuß für das Wissenschaftsprogramm im Mai treffen.

Rosetta ist eines der ehrgeizigsten Weltraumvorhaben der Europäischen Weltraumorganisation ESA. Mit Rosetta soll eine Raumsonde zum ersten Mal auf eine Umlaufbahn um einen Kometen gebracht und ein Lander auf ihm abgesetzt werden. Dabei geht es um die Urmaterie des Sonnensystems und die Frage, ob Kometen das Leben einst auf die Erde gebracht haben. Die 700 Mill. Euro teure Rosetta-Mission der Europäischen Raumfahrtagentur ESA ist so einzigartig und bedeutsam wie die erste bemannte Mondlandung.

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