SchoolCast: Lernen via Satellit

Computer class
Schule der Zukunft: Computer und Internet als Lerntools
10 August 2006

Das von der ESA geförderte Projekt SchoolCast macht Schluss mit lahmen Online-Verbindungen an Schulen. SchoolCast versorgt Lehrer und Schüler via Satellit leichter, schneller und effizienter mit Informationen aus dem Internet. Das mit österreichischem Know-how funktionierende SchoolCast wurde an Irlands Schulen erfolgreich getestet.

Das Internet ist aus dem täglichen Leben – und damit auch aus dem Schulunterricht – nicht mehr wegzudenken. Die modernen Informations- und Kommunikationstechnologien revolutionieren die Vermittlung der Lehrplaninhalte, fördern die Team- und Projektarbeit in der Schule und schaffen Freiräume für kreatives Lernen.
In einigen Mitgliedsländern der Europäischen Weltraumorganisation ESA gibt es längst in jeder Schule einen Internetzugang. Wenn aber eine ganze Klasse zugleich an PCs im Internet arbeitet, geht unter dem massiven Datenverkehr sogar ein Breitband-Anschluss in die Knie.

Vollgas auf der Datenautobahn

Mit SchoolCast mehr Freude am Lernen

Das von der ESA geförderte SchoolCast-System vermeidet diesen Stau auf der Datenautobahn. „Mit SchoolCast kommen Lehrer und Schüler schneller an die Informationen, die Websites können gezielter eingesetzt werden“, erklärt Bernhard Collini-Nocker, Geschäftsführer der projektbeteiligten Salzburger Firma Global Communication & Services (GCS), welche die Software für den Datenverkehr, das Content-Management und die Informationsverwaltung bei SchoolCast entwickelt hat.

Im Prinzip funktioniert SchoolCast ganz einfach: Die Lehrer bestellen bei einem zentralen SchoolCast-Server bestimmte Internet-Inhalte oder Webseiten vor. Der SchoolCast-Server fordert die bestellten Inhalte über Nacht vom Internet-Server an. Er packt, verschlüsselt und überträgt sie via Satellit direkt an die betreffenden Schulen. Die einzelne Schule empfängt die Daten und speichert sie auf einem speziell dafür eingerichteten Rechner. Die Schüler können dann am nächsten Tag mit den Seiten arbeiten. Sie sind also quasi im Internet, benutzen dabei aber nur den gespeicherten Inhalt des schulinternen Rechners. Der Internetanschluss der Schule wird geschont.

Außerdem erstellt das SchoolCast-System Zugriffsstatistiken, die Lehrer und Anbieter von Lernportalen nutzen können, um das Lernangebot für Schüler zu optimieren. Auch als Führer im Angebotsdschungel des Internet hat sich SchoolCast bewährt. Den Lehrern erspart das System die mühselige Suche nach pädagogisch verwertbaren Seiten. Und den Schülern erleichtert es die Recherche; außerdem hält es sie vom ziellosen Surfen im Internet ab.

Feldversuch in Irland

SchoolCast kann von allen interessierten Schulen aus den Mitgliedsländern der ESA genutzt werden. Seine Praxistauglichkeit hat SchoolCast bereits in einem von der ESA finanzierten einjährigen Feldversuch in Irland 2005/06 bewiesen. Drei Grund- und sieben Oberschulen aus der irischen County Donegal setzten das SchoolCast-System in der Praxis ein.

Neben der Salzburger Firma GCS waren an dem Testlauf drei weitere Unternehmen beteiligt: Der IT-Spezialist „ATiT Ireland“ (Projektleitung), die irische Firma „Web-Sat Ltd“ (Zweiwege-Satellitenlinks) und „Intel Ireland“ (Logistik, Support).

Die zehn Testschulen zeigten sich mit SchoolCast vollauf zufrieden, vor allem wegen der Geschwindigkeit und Verlässlichkeit des Systems. Ein projektbeteiligter Lehrer brachte es auf den Punkt: „Ich konnte mit der ganzen Klasse von 24 Schülern problemlos im Internet arbeiten. Damit ist das Internet nicht mehr länger nur Experimentierfeld, sondern ist endlich zu einem vollwertigen Lerntool geworden.“

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