SpaceOps 2006: Raumflugoperationen in den Tiefen des Raums

14 Juni 2006

Auf der 9. Internationalen Konferenz über Raumflugoperationen (SpaceOps) beraten vom 19. bis 23. Juni 2006 in Rom Raumflugsteuerungsexperten über die Herausforderungen künftiger erdnaher und interplanetarer Missionen. Das Europäische Satellitenkontrollzentrum ESOC ist mit Vorträgen und Softwarepräsentationen vertreten.

SpaceOps-Konferenzen finden alle zwei Jahre statt. Das diesjährige Treffen steht unter dem Leitthema „Erde, Mond, Mars und weiter“. Operatoren von Weltraummissionen, Softwarespezialisten und andere mit dem Thema befasste Fachleute aus der ganzen Welt werden über weitere Entwicklungsrichtungen bei der Betriebsführung von Satelliten und interplanetaren Raumsonden beraten.

Das Ziel künftiger Missionen: Sicher und kostengünstig

Die in den nächsten Jahren von nahezu allen Raumfahrtnationen und –organisationen geplanten Flüge zum Mond und zum Mars, unbemannt und bemannt, bringen auch für die Spezialisten am Boden neue Herausforderungen. Dabei geht es neben der Sicherstellung des Routinebetriebs der Missionen auch darum, die Steuerung der oft Jahre dauernden Flüge kostengünstig zu gestalten. Probleme, die allen Weltraumorganisationen auf den Nägeln brennen.

Dementsprechend liest sich auch die Liste der Vortragenden wie ein „Who is who“ der internationalen Weltraumforschergemeinde. Neben dem ESA-Generaldirektor Jean-Jacques Dordain werden unter anderem Prof. Dr. Sigmar Wittig, Vorstandsvorsitzender des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt e.V. (DLR), Yannick d’Escatha, Präsident der französischen Raumfahrtagentur CNES und der Präsident der japanischen Agentur JAXA, Keiji Tachikawa, sprechen.

Aurora und GMES werden diskutiert

Die Vertreter der ESA und des ESOC bringen einige Schlüsselbeiträge in die Tagung ein. So wird es Plenar-Sessions zu dem ehrgeizigen Aurora-Programm der ESA und zur europäischen GMES-Initiative geben.
Aurora beschreibt den europäischen Weg zur Erkundung unseres Sonnensystems mit Schwerpunkt Mars. Am Ende des weit reichenden Programms steht die Option, nach 2030 Menschen zum Mars und zurück zur Erde zu befördern.
GMES ist eine gemeinsames Programm der Europäischen Union und der ESA zur komplexen Überwachung der Erde mit boden- und weltraumgestützten Sensoren, um Politikern und Fachleuten Daten für vielfältige umwelt-, wirtschafts-, verkehrs- oder sicherheitspolitische Entscheidungen zu geben. Das betrifft sowohl globale Probleme – beispielsweise die Überwachung der Einhaltung internationaler Klimaabkommen – als auch die Bereitstellung von Informationen für örtliche Behörden zur Lokalisierung von Problemen oder bei Katastrophenfällen.

Das ESOC auf der SpaceOps

Bei der ESA ist das Europäische Satellitenkontrollzentrum ESOC in Darmstadt für die Vorbereitung und die Steuerung von planetaren und interplanetaren Missionen zuständig. So wird dort die Arbeit des Umweltspähers Envisat, der interplanetaren Sonden Mars Express und Venus Express sowie vieler weiterer Satelliten überwacht. Für diese Aufgaben haben die Experten in Darmstadt leistungsfähige Software entwickelt, die den Betrieb auch bei komplizierten und komplexen Missionsprofilen gewährleistet und dabei den Operatoren die Arbeit erleichtert. Dazu gehören EGOS (ESA Ground Operations Software) und SCOS 2000 (Spacecraft Operating System), die vom ESOC auf der SpaceOps vorgestellt werden. Die Software gehört zum Modernsten bei der außerirdischen Betriebsführung von Raumflugkörpern und ist deshalb international stark nachgefragt. Das ESOC bietet deshalb auch in Rom Lizenzen und Produktpakete anderen Bodenbetriebszentren an.

Zur SpaceOps

SpaceOps wurde 1990 gegründet, um den kontinuierlichen Austausch der Fachleute zu allen Problemen des Satelliten- und Raumsondenbetriebs zu fördern.
Gegenwärtig sind zwölf Weltraumagenturen sowie EUMETSAT im SpaceOps-Exekutivkomitee vertreten.

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