Spacehotel “Early Bird” - Ausstellung in Hamburg

Entwurf "Nirvana"
20 September 2001

Nirvana, Hive, Medusalem, Domestic Shark, flow motion – das ist weder die Liste der Neueinsteiger in die Top 10 noch der trendigsten Alternativmedizinverfahren 2001, aber vielleicht bald eine Auswahl an Übernachtungsmöglichkeiten für Ihren nächsten Urlaub im All.
Nun ja, der Weg zum Pauschaltourismus im Weltraum ist noch weit, es wird sehr viel Zeit vergehen, bis derartige Reisen eventuell einmal möglich sein werden. Aber wenn es denn soweit ist, haben Darmstädter Architekturstudenten in Zusammenarbeit mit der Deutschen Gesellschaft für Luft- und Raumfahrt (DGLR) heute schon Lösungen für den Lebensraum der zukünftigen Weltraumtouristen entworfen.

17 Arbeiten aus dem Wettbewerb “Early Bird – Visonen für ein Weltraumhotel” sind vom 20. September bis 20. Oktober 2001 im Foyer ABC-Bogen in Hamburg (ABC Strasse 19) zu sehen.

Entwurf "Space on line"

Die Vision vom Wohnen im Weltraum ist ein alter Traum. 50 Architekturstudenten der TU Darmstadt haben sich im diesjährigen Sommersemester unter interdisziplinärer Betreuung sowohl aus dem Architektur- als auch dem Raumfahrtbereich in viermonatiger Arbeit darangemacht, diesem Traum Gestalt zu geben.
“Bei der Aufgabenstellung war nicht die technische Funktionsweise wichtig, sondern, wie man mit dem Raum und der Schwerelosigkeit umgeht. Wir haben aber dennoch darauf geachtet, dass alles noch im Bereich des physikalisch realisierbaren bleibt, damit die Entwürfe nicht inirgendwelche Fantasy-Gebilde ausarten” (Rachid Amekrane, DGLR, Initiator und Verantwortlicher des Studentenwettbewerbs “Early Bird”).

Entstanden ist eine beeindruckende Vielfalt an Entwürfen, mit und ohne künstlich erzeugte Schwerkraft, modular aufgebaut oder als gebaute Landschaft konzipiert: “Je nach Konzept und Persönlichkeit der Bearbeiter sind ganz unterschiedliche Weltraumhotels entstanden. Das Raumprogramm ist durch die Studenten modifiziert und verändert worden. Es sind Konzepte entstanden mit schwebenden Skybars, einer Weltraumachterbahn, [……] Luftkanäle, die einen mitschwimmen lassen…” (Oliver Witan, Lehrbeauftragter TU-Darmstadt).

Entwurf "Hive"

Aufgabenstellung war ein Weltraumhotel für die Erdumlaufbahn zu entwerfen das 220 Gästen und 80 Mitarbeitern Lebensraum bietet, für die Aufnahme von bis zu 20 000 Touristen im Jahr bereit ist, 4 Andockstationen hat und den Touristen die Möglichkeit bietet, Weltraumspaziergänge und Ausflüge mit einem kleinen künstlichen Flugkörper zu unternehmen. Ergebnis sind unter anderem die 17 in der Ausstellung gezeigten Entwürfe mit jeweils unterschiedlichem Schwerpunkt:

Nirvana – Erleben ab- und zunehmender Schwerkraft
Hive – Rückzugsbereiche entlang einer Längsachse
Viewport – Orientierung im All
Medusalem – äusserer Schutz, freischwebende Organe
DNA – Erlebnisse im freien Fall
Space on line – Funktionen im Kontinuum
flow motion – zwei Platten im All als Horizont
Luna Park – künstliche Landschaft im Schwamm
Motion – Schwerkraft und Schwerelosigkeit
The rejuvenating helix – das Prinzip des gefalteten Bandes
Stardust Hotel – modulares Korallenriff im All
3 U p m – schwereloser Monospace als Zentrum
Domestic Shark – Erlebnis Orientierungswechsel
Interspaces – fortlaufender Zwischenraum
Slow Floation – Weite, Stille, Schweben und Dunkelheit
Neuromancer – Leben in pneumatischen Membranen
Raumwirbel – ein Hotel als Spiralgalaxie
Entwurf "Slow Floation"

Der Wettbewerb entstand als Teil der aktiven Nachwuchsarbeit der DGLR, die sie seit einigen Jahren an unterschiedlichen Hochschulstandorten mit Blick auf übergeordnete, meist europäische Projektideen betreibt. Diese Arbeit soll neben Fortbildung und Erfahrungsaustausch vor allem Motivation und engen Kontakt zwischen Lehre und Ausbildung und der Industrie herstellen.

Der Wettbewerb und die Ausstellung “Early Bird” speziell sollen dazu beitragen sowohl die technischen Fragestellungen als auch die gesellschaftliche und wirtschaftliche Bedeutung der Raumfahrt in der öffentlichen Diskussion zu thematisieren. Und nicht zuletzt die Vision “Weltraumhotel” der Pioniere aufrechtzuerhalten.

Die Ausstellung kann übrigens im Anschluss an die Präsentation in Hamburg auch für andere Städte gebucht werden. Mehr dazu unter http://www.spacehotel.org und http://www.dglr.de

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