Teilnehmerinnen für zweite Bedrest-Studie gesucht

Marjo Järvinen
17 Juni 2005

In Toulouse ging in den letzten Wochen für zwölf Frauen ein ungewöhnliches Forschungsprojekt zu Ende: Als Freiwillige hatten sie insgesamt 60 Tage ununterbrochene Bettruhe hinter sich gebracht. Ziel der Studie waren neue Erkenntnisse darüber, welche Auswirkungen die Schwerelosigkeit auf den menschlichen Körper hat. Um die gewonnenen Ergebnisse weiter zu vertiefen, werden jetzt zwölf neue Kandidatinnen für eine Anschlussstudie gesucht.

Seit Anfang Juni durften die zwölf Teilnehmerinnen dieser ersten WISE-Studie (Women International Simulation Experiment) nach und nach wieder erste Gehversuche unternehmen – unter ständiger Untersuchung und Überwachung der Weltraum-Mediziner am MEDES (Institut für Weltraum-Medizin und -Physiologie) in Toulouse.

Den zweimonatigen Testzeitraum verbrachten die zwölf Probandinnen liegend – in einem um 6 Grad geneigten Bett, das den Körper in eine leichte Kopftieflage bringt. Diese Lage löst im menschlichen Körper dieselben Symptome aus, die auch bei längerem Aufenthalt in der Schwerelosigkeit auftreten: Muskel- und Knochenschwund, ein niedrigerer Körperwasseranteil sowie eine verminderte Leistung bestimmter Körperfunktionen (wie etwa des Herzens oder des Bewegungsapparats). Das Hauptinteresse der Forscher galt der Frage, in welchem Maße sich diese negativen Folgen durch Gegenmaßnahmen reduzieren lassen. Hierzu wurden die Teilnehmerinnen in drei Vierergruppen aufgeteilt. Die erste Gruppe musste täglich spezielle Trainingseinheiten absolvieren, die zweite Gruppe erhielt zusätzlich zur regulären Verpflegung bestimmte Aminosäuren (die Grundbaustoffe von Eiweißen) als Nahrungsergänzung. Die dritte Gruppe erhielt keinerlei derartige "Sonderbehandlung" und diente somit als Kontrollgruppe.

Freiwillige für die zweite Runde

Für die zweite Phase der Studie, die im September beginnen soll, suchen die ESA, das französische CNES und MEDES nun europaweit nach zwölf neuen Freiwilligen.

"Eine internationale Auswahl ist uns auch aufgrund der psychologischen Aspekte wichtig", erklärt Peter Jost. "Bei zukünftigen Langzeitmissionen werden die Besatzungen schließlich auch international gemischt sein – und wir wissen, dass das psychische Wohlbefinden eine entscheidende Rolle für die körperliche Gesundheit spielt."

Interessierte Teilnehmerinnen müssen zwischen 25 und 40 Jahre alt sein, bei guter Gesundheit, Nichtraucherinnen und krankenversichert sein. Aus Gründen der praktischen Kommunikation sind fließende Sprachkenntnisse in Französisch oder Englisch ebenfalls Voraussetzung. Um das Risiko von Thrombosen auszuschließen, werden während der Studie tägliche Kontrollanalysen und Ultraschall-Untersuchungen an den

Nähere Informationen bei:

Peter Jost
WISE-Koordinator
ESA/ESTEC
Tel: +31 71 565 66 12

Didier Schmitt
Leiter der Life Sciences-Programme
ESA/ESTEC
Tel:+ 31 71 565 48 88

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