Tim Springer hessischer Regionalsieger und Gewinner des ESA Spezialpreises der European Satellite Navigation Competition 2009

Gwinner 2009: PosiTim
27 Oktober 2009

Aus der sechsten Auflage des Wettbewerbs, der jährlich innovative Ideen zu Anwendungen der Satellitennavigation aus inzwischen 15 Regionen prämiert, ist der hessische Regionalsieger Dr. Tim Springer auch als Gewinner des ESA Spezialpreises hervorgegangen.

Mit der von ihm entwickelten Software, die eine deutliche Verbesserung der Positionsbestimmung mittels Satellitennavigation bis hinunter in den Millimeterbereich erlaubt, überzeugte Springer sowohl die hessische Expertenjury als auch die Juroren des Innovationspreises der Europäischen Weltraumbehörde ESA.

Die Grundidee ist einfach: Heute bedienen das amerikanische GPS, das russische GLONASS und bald auch das europäische Galileo-System ihre jeweiligen Empfänger auf der Erde, um deren Position zu bestimmen. Je mehr Satellitensignale der Empfänger erhält, umso genauer wird die Position berechnet. Wenn nun mittels einer Software am Boden die Signale alle Navigationssysteme zusammen auswertet werden, kann die Genauigkeit deutlich verbessert werden, derzeit auf bis zu 2 cm. Allerdings erforderte dies bislang einen erheblichen Rechenaufwand, so dass diese Daten nur mit einiger Zeitverzögerung zur Verfügung standen.

Die prämierte Software reduziert nun diesen Aufwand, so dass die hochgenauen Positionsbestimmungen jetzt in Echtzeit angeboten werden können. Mit seiner Firma PosiTim macht Springer dieses Verfahren nun für eine breite Palette möglicher kommerzieller Anwendungen nutzbar, zum Beispiel für die maritime Öl- und Gasindustrie und für seismische Erdbebenwarnsysteme, die Verschiebungen der Erdkruste im Milimeterbereich erfassen müssen. Damit schließt das System eine Marktlücke im Höchstleistungsbereich der Satellitennavigation und reduziert drastisch den Aufwand, den die Kunden bislang für die Erreichung derartiger Genauigkeiten investieren mussten. Mit diesem Argument hat Springer bereits erste Kunden gewinnen können.

Dies überzeugte auch die insgesamt 9 Mitglieder der hessischen Jury aus Industrie und Forschung. „Tim Springer und PosiTim sind mit diesem innovativen Produkt ein hervorragendes Beispiel für gelungenen Technologietransfer aus der Raumfahrt“, urteilt Frank Salzgeber, Leiter des ESA Technologie Transfer Programms und Sponsor des mit der Auszeichnung verbundenen Preisgelds von 10.000 Euro. „Wir wollten die beste Idee prämieren, die sich zeitnah am Markt etablieren kann. Seine Idee setzt neue Maßstäbe für die Genauigkeit im kommerziellen Bereich und erlaubt damit fast aus dem Stand die Erschließung neuer Anwendungspotenziale.“

Dr. Tim Springer wird sich mit seinem Unternehmen PosiTim am cesah, dem Centrum für Satellitennavigation Hessen, in Darmstadt ansiedeln.

cesah ist ein Kompetenz-, Informations- und Gründerzentrum für Satellitennavigation und wird vom Land Hessen, der Stadt Darmstadt sowie namhaften Industrie- und Forschungseinrichtungen getragen. cesah unterstützt im Auftrag der Europäischen Raumfahrtorganisation ESA neue Geschäftsideen und Start-up Unternehmen im Bereich Satellitennavigation und deren Anwendungen, in enger Zusammenarbeit mit Hessen-IT, der Aktionslinie des Hessischen Wirtschaftsministeriums für den IKT-Markt.

Das Land Hessen nimmt mittlerweile zum vierten Mal an diesem Wettbewerb teil, der sich sowohl an Einzelpersonen und zukünftige Gründer als auch an bereits bestehende Unternehmen, Forschungseinrichtungen und Universitäten richtet.

Cesah-Kontakt:

Dr. Frank Zimmermann
Robert-Bosch-Strasse 7
64293 Darmstadt
Tel: 06151-392-1561-2
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64293 Darmstadt
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