Vom All in den Alltag

10 Oktober 2008

Die „2. Europäische Konferenz zum Transfer von Weltraumtechnologien“ präsentiert am 13. und 14. Oktober in München Hightech-Lösungen aus der Raumfahrt, die der Sicherheit auf der Erde dienen. Die Konferenz findet im Rahmen der Internationalen Werkstofffachmesse MATERIALICA 2008 statt und wird von der ESA und dem Bayerischen Wirtschaftsministerium unterstützt.

Was haben Airbags, Antiblockiersysteme, Kühlanzüge und Navigationsgeräte gemeinsam? - Ihnen liegt Weltraumtechnologie zugrunde.
Im Rahmen ihres Technologietransferprogramms sorgt die ESA dafür, dass wegweisende Innovationen ihren Weg auf die Erde finden. Dabei genügt es oft, die richtigen Spezialisten aus der Raumfahrt und der Industrie zusammenzubringen.

Raumfahrttechnologie für neue Anwendungsbereiche

Frank M. Salzgeber, ESA
Frank M. Salzgeber, ESA

„Die europäische Industrie schaut ständig nach Technologien und Methoden, die sie für ihre künftige Produktpalette nutzen kann“, betont Frank Salzgeber, Leiter des Technology Transfer Promotion Office (TTPO) der ESA. Für den Weg vom All in den Alltag werden sowohl klein- und mittelständischen Unternehmen (KMU) als auch der Industrie viele Unterstützungs- und Fördermöglichkeiten geboten. Es gelte, so Salzgeber, Berührungsängste abzubauen, denn hartnäckig halte sich die Vorstellung, man würde sich mit seinen „simplen“ Produkten in der elitären Welt der Raumfahrt blamieren. Dabei seien Raumfahrtanwendungen leichter zu finden als man glaubt:

„Unsere Aufgabe ist es Spezialisten zusammenzubringen, denn sehr viele der gesuchten Technologien sind bereits entwickelt, aber für andere Einsatzzwecke. Sie müssen nur für die jeweilige neue Anwendung angepasst und qualifiziert werden. Ein Ingenieur aus der Sicherheitstechnik kennt beispielsweise die Arbeit eines Raketenexperten nicht, obwohl dieser die Lösung parat hat. Doch beide befinden sich auf verschiedenen ‚Orbits’, und das wollen wir ändern.“

Im Mittelpunkt: Technologien für die Sicherheit

European Technology Transfer Conference 2007
European Technology Transfer Conference 2007

In diesem Jahr richtet die Konferenz ihren Fokus auf Technologien und Verfahren für die Sicherheitstechnik. Die Experten aus der Weltraumtechnik wollen interessierten Industrievertretern anhand von Beispielen zeigen, wie Hightech aus dem All für sicherheitsrelevante Lösungen genutzt werden kann. Drei Highlights stehen dabei im Mittelpunkt:

  • Grenzkontrollen mit Hilfe einer bildgebenden Technologie auf der Basis von Terahertzstrahlen
  • Sensoren, Radartechnik und Daten von Fernerkundungssatelliten für Überwachungs- und Sicherheitsaufgaben sowie den Katastrophenschutz
  • Abschirm- und Wärmeschutzsysteme für vielfältige Schutzlösungen

Die Konferenz demonstriet für jedes dieser Beispiele wie verfügbare Lösungen aus der Weltraumtechnik bei zivilen irdischen Anwendungen eingesetzt werden können.

„Für Entwicklungen in der Weltraumtechnik sind ständig die neuesten Technologien erforderlich. Ihr breiterer irdischer Einsatz eröffnet aber auch die Chance, neue Geschäftsfelder zu entwickeln“, davon ist der Keynote-Sprecher der Konferenz, Takayuki Yokoo, überzeugt. Er ist Manager im Industrial Collaboration Department der Japanischen Raumfahrtagentur JAXA.

Der zweite Hauptvortragende ist Volker Zintel von der Fraport AG, die zu den international führenden Konzernen im Airport-Business gehört und mit dem Flughafen Frankfurt/Main einen der bedeutendsten Luftverkehrsdrehkreuze der Welt betreibt. Volker Zintel befasst sich in seinem Vortrag besonders mit den gegenwärtigen Sicherheitsstandards auf einem Großflughafen und den künftigen Herausforderungen.

Weitere Vortragende sind:

  • Roger Appleby von der QinetiQ Inc., der sich mit der Terahertztechnik befasst.
  • Prof. Dr. Reinhard Schiffel von der IQ Wireless GmbH und
  • Dr.-Ing. Ernst K. Pfeiffer von der HPS GmbH, die Hochtemperaturisolierungen und elektromagnetische Abschirmsysteme anbieten.

Das vollständige Programm und ein Registrierungsformular finden Sie unter www.ett-conference.com.

Das Technolgy Transfer Programme Office (TTPO)

Hauptaufgabe des TTPO der ESA ist die Unterstützung des breiteren Einsatzes von Verfahren, Materialien und Produkten aus der Weltraumtechnik in Applikationen, die nicht für den Einsatz im All vorgesehen sind. Dabei soll gleichzeitig der Nutzen der von der ESA betriebenen Weltraumprogramme für alle Bürger Europas demonstriert werden. Das TTPO ist für die Strategie und die Realisierung des Transfers von Weltraumtechnologien verantwortlich. Dies umfasst auch die Unterstützung von Unternehmensgründungen.

Weitere Informationen zum TTP:
Technology Transfer Programme
European Space Agency – ESTEC
Keplerlaan 1, P.O. BOX 299, 2200 AG, Noordwijk
The Netherlands
Office: +31 (0) 71 565 3910
Fax: +31 (0) 71 565 6635
Email: ttp @ esa.int

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