Weltraumtechnik im täglichen Leben - Technologie- und Kooperationsforum in Darmstadt

24 November 2000

Beim Technologie- und Kooperationsforum im europäischen Raumfahrt-Kontrollzentrum ESOC in Darmstadt am 22. November trafen sich ca. 50 Teilnehmer aus Raumfahrtfirmen, Unternehmen anderer Branchen und Forschungsinstituten, um durch Kontakte untereinander die Nutzung vorhandener Raumfahrt-Technologien in anderen Bereichen zu ermöglichen.

Wo wird Raumfahrttechnologie verwendet? Nur ein Bereich unter vielen, jedoch ein wichtiger Abnehmer, ist die Medizin. Zum Beispiel finden Raumfahrtmaterialien – leicht, stabil, sicher – heute schon Anwendung für künstliche Hüftgelenke, und Formgedächtnislegierungen, also Metall, das verbogen werden kann und nach Erwärmen seine ursprüngliche Form wieder annimmt, sollen bald als locker anzubringende Klammern, die sich durch Körperwärme spannen, bei Knochenrüchen helfen. Von Techniken, die zur notwendigen Minimierung des Stromverbrauchs im All entwickelt wurden, profitiert die Lebensdauer von Batterien für Herzschrittmacher. Zur exakten Tumorbestrahlung kann ein Messfühler aus der Raumfahrt beitragen, der auf Radioaktivität reagiert, direkt am Tumor die genaue Dosis der angekommenen Strahlung registriert und so dafür sorgt, das gesunde Gewebe möglichst wenig in Mitleidenschaft zu ziehen. Bei der Hautkrebsvorsorge können durch ein Programm, das für Röntgensatelliten eingesetzt wird, in Sekundenbruchteilen kleinste optische Veränderungen von Leberflecken seit der letzten Untersuchung erkannt werden.

Das Kooperationsforum in Darmstadt ist die Fortsetzung einer Reihe von Kontaktveranstaltungen der MST Aerospace im Rahmen des Technologietransfer-Programms der ESA, die Firmen Gelegenheit bietet, sich über das Technologietransfer-Programm der ESA allgemein sowie ausgewählte Entwicklungen und Hightech-Produkte aus der Raumfahrt zu informieren. In persönlichen Gesprächen konnten Lösungspotentiale und Know-how aus der Raumfahrt an Ort und Stelle erörtert und direkte Kontakte mit Vertretern der Raumfahrtindustrie geknüpft werden. Darüber hinaus wurden den Teilnehmern Möglichkeiten aufgezeigt, Entwicklungstätigkeiten im Rahmen der ESA-Programme durchzuführen.

Die Förderung von Synergien zwischen der Raumfahrtindustrie und anderen Industriezweigen dient der Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit und führte bereits zu über 100 erfolgreichen Transfers von Technologien aus der Raumfahrt in andere Industriezweige, mit steigender Tendenz. Der praktische Einsatz beschert den beteiligten Partnern außerhalb der Raumfahrtindustrie inzwischen zusätzliche Umsätze im zweistelligen Millionenbereich. Die ESA hat einen Katalog übertragbarer Technologien herausgebracht, die von Raumfahrtfirmen in ihrem Auftrag entwickelt worden sind, und fördert das Transferprogramm mit rund zwei Millionen Mark.

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