Blick auf die Erde

Wissenschaft und Außenbordeinsätze auf der Raumstation

27 Juni 2014

Vor vier Wochen hat die „Blue Dot“ Mission des deutschen Astronauten Alexander Gerst auf der Internationalen Raumstation begonnen und inzwischen kümmert er sich mehr und mehr um die  wissenschaftlichen Experimente an Bord.

Columbus-Labor

Gerst hat zum Beispiel an kontrolliertem Feuer im All gearbeitet und kontinuierlich seine Schlaf-Muster aufgezeichnet, gleichzeitig musste er sicherstellen, dass alles im orbitalen Außenposten in voller Kapazität funktioniert.

Neben einer Langzeit-Studie zu Augen und Kopfschmerzen während eines Weltraumaufenthalts, musste er seine Körpertemperatur und seinen Hormonspiegel 36 Stunden lang kontrollieren um seine Schlafmuster zu verstehen.

Astronauten auf der Station sehen die Sonne jeden Tag 16 Mal auf- und untergehen. Unsere Körper hier auf der Erde verlassen sich auf das Sonnenlicht, das unsere Hormonproduktion steuert und uns schlafen oder wachen lässt.

Deswegen sind Forscher daran interessiert herauszufinden, wie diese einzigartigen 90-Minuten-Tage im All den Schlaf beeinflussen. Abgesehen davon, dass die Astronauten sich in kritischen Momenten wach fühlen müssen, ermöglicht diese Forschung  im Weltraum Schlaf-Spezialisten, Theorien zu überprüfen, die sie nirgendwo anders testen könnten.

Brennendes Thema

Feuer-Experiment

Alexander Gerst arbeitete als schwereloser Feuerwehrmann, als er kleine Proben von Brennstoffen in der sicheren „Glovebox“ der ESA anzündete um zu untersuchen, wie sie im All brennen. Bevor er Astronaut wurde, hatte er auch als freiwilliger Feuerwehrmann gearbeitet, daher war das Experiment in sicheren Händen.

Diese Forschung wird die Computermodelle für Brandmelder und Feuerlöscher auf der Erde und im All verbessern.

Für ein anderes Experiment nahm Gerst Proben von seinem Blut und seinem Speichel und sammelte Daten über seine Augen, seine Haut und seinen Körper, damit Forscher verstehen können wie Astronauten mit der Schwerelosigkeit zurechtkommen.

Er arbeitet an vielen weiteren  interessanten Experimenten, dazu gehört z.B. auch die Ernte von im All gewachsenem Salat. Leider durften die Astronauten ihn aber nicht essen.

Außenbordeinsatz

Prüfen des Raumanzugs

Am 16. Juni  waren die Kosmonauten Oleg Armeteyev und Alexander Skvortsov über sechs Stunden lang damit beschäftigt, an das  Äußere der Station eine Antenne zu installieren, Proben zu nehmen und Experimente neu anzuordnen. Währenddessen führten auch die vier Astronauten im Inneren der Station ihren wissenschaftlichen Aktivitäten weiter.

Zu Alexander Gersts Aufgaben gehörte auch das gründliche Prüfen eines neuen amerikanischen Raumanzugs. Er kontrollierte, ob dieser seine Reise ins All intakt überstanden hat und nun einsatzbereit ist.

Er fand daneben sogar Zeit für Bildungsaktivitäten wie „Earth Guardians“, eine Initiative, die Kinder dazu inspiriert, geographische Merkmale wie Ozeane, Flüsse, Landschaften, Gebirge und Wälder in den Sommerferien zu beobachten.

Außenbordeinsatz
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