Zum dritten Mal im ESOC: Jugend forscht

24 Januar 2005

Das Europäische Satellitenkontrollzentrum ESOC in Darmstadt ist zum dritten Mal Gastgeber der Regionalrunde Hessen-Süd des bundesweiten Wettbewerbes „Jugend forscht“. Die Teilnehmer werden dort am 10. Februar ihre Wettbewerbsarbeiten präsentieren.

Aufgeregt fiebern 93 Jugendliche und Schüler aus der Region Hessen Süd dem 10. Februar 2005 entgegen. Dann werden sie im ESOC in Darmstadt ihre „Jugend-forscht“-Wettbewerbsarbeiten der Jury vorstellen. Besonders erfreulich ist die Anzahl der Schüler bis 15 Jahre (67 Teilnehmer), die an dem für diese Altersgruppe ausgeschriebenen Wettbewerb „Schüler experimentieren“ teilnehmen. Diese Talente weiter zu fördern, muss die Aufgabe aller Bildungseinrichtungen Deutschlands sein, um damit qualifizierten Nachwuchs heranzuziehen.

Teilnehmen kann jeder mit einem selbst gewählten originellen Forschungsprojekt, das in eines der sieben Jugend-forscht-Fachgebiete Biologie, Chemie, Geo- und Raumwissenschaften, Mathematik/Informatik, Physik, Technik oder Arbeitswelt passt, in der Bundesrepublik wohnt oder eine deutsche Schule besucht. Neben Fachwissen sind Kreativität und Phantasie der Teilnehmer gefragt.

„Wir suchen die Forscher von Morgen“

Unter diesem Motto hatte stern-Chef Henri Nannen im Dezember 1965 – vor fast 40 Jahren – zur Teilnahme am ersten Wettbewerb „Jugend forscht“ aufgerufen, der dann 1966 stattfand.
Auslöser waren der „Sputnik-Schock“ des Westens und die bereits in den 60er Jahren diskutierte „Bildungskatastrophe“ in Deutschland – ein bis heute nicht gelöstes Problem. Henri Nannen fand, dass allein die Diskussion darüber die Nation nicht weiter bringt und startete eine gesellschaftlich breit angelegte Initiative, um den qualifizierten Nachwuchs in der Bundesrepublik Deutschland zu fördern. Er konnte die Begeisterung auch auf große Unternehmen und wissenschaftliche Institutionen übertragen, die Patenschaften für die Wettbewerbe in den einzelnen Bundesländern übernahmen, finanziell unterstützten und auch heute noch fördern.

Und die Entwicklung ist beeindruckend. 1966 beteiligten sich zunächst 244 Mädchen und Jungen. Von Jahr zu Jahr stiegen die Zahlen an. Einen großen Schub bekam „Jugend forscht“ 1991, als nach der Wiedervereinigung der beiden deutschen Staaten erstmals Mädchen und Jungen aus ganz Deutschland teilnehmen konnten. Seitdem haben sich die Anmeldungen mehr als verdoppelt. Für den diesjährigen Wettbewerb meldeten sich bundesweit bereits 8945 Teilnehmer an.

Ziel: Teilnahme am Bundesausscheid

Die glücklichen Bundessieger aus Hessen-Süd

Der Wettbewerb wird von Anfang an dreistufig ausgetragen: auf Regionalebene, Landesebene sowie Bundesebene. Er ist mittlerweile europaweit der größte Wettbewerb in Naturwissenschaften, Mathematik und Technik. Die Besten aus Deutschland haben zum Schluss die Chance, an einem internationalen Wettbewerb von 30 europäischen Ländern teilzunehmen.

Diesmal liegt die Latte für die Jugendlichen und Schüler aus Südhessen besonders hoch, denn im letzten Jahr wurden drei Teilnehmer dieser Region Bundessieger im Fachgebiet Mathematik und erhielten den Preis des Bundeskanzlers für die originellste Arbeit. Julian Arz, Sebastian Bartenbach und Manuel Stiehl haben sich mit dem anspruchsvollen Gebiet der Wahrscheinlichkeitsrechnung und Kombinatorik auseinandergesetzt und ein Verfahren zur "Gewinnoptimierung durch Hochquoten-Tipps im Zahlenlotto 6 aus 49" entwickelt.

Doch zunächst gilt es, die Hürde zur Teilnahme am Landeswettbewerb zu nehmen. Und vielleicht gelingt es auch dieses Jahr wieder einigen Teilnehmern, bis zum Bundesausscheid vorzudringen.

Die Veranstaltung zur ersten Wettbewerbsrunde für die Region Hessen-Süd findet am 10. Februar 2005 im Konferenzraum des Europäischen Satellitenkontrollzentrums ESOC in Darmstadt statt.
Nach der Begutachtung der Exponate durch eine hochkarätige Jury werden am Nachmittag die Sieger feststehen und mit Preisen bedacht. Die Besten in jedem Fachgebiet dürfen ihre Arbeiten dann auf der nächsten Wettbewerbsebene, dem Landeswettbewerb, vorstellen.

Bei dem Auftritt als Sponsor der Veranstaltung verfolgt die ESA durchaus auch eigene Ziele, denn der Wettbewerb eignet sich hervorragend zur Talentsuche. Der Patenbeauftragte des ESOC, Jean-Jaques Gujer, ist da ganz zuversichtlich: „In unserem Kontrollzentrum arbeiten hoch qualifizierte Wissenschaftler aus über 15 europäischen Staaten zusammen. Wir sind zuversichtlich, dass auch herausragende „Jugend-forscht“-Teilnehmer eines Tages zu uns stoßen werden.“

Nach getaner Arbeit bekommen die Jugendlichen einen Einblick in Europas Weltraumaktivitäten: Eine Führung durch die Satelliten-Kontrollräume und ein Vortrag zur Cassini-Huygens Mission von Michael Khan, dem ESA-Missionsanalytiker, stehen mit auf dem Programm. Vielleicht findet ein Teilnehmer ja Gefallen an der spannenden und anspruchsvollen Weltraumforschung und wird später als europäischer Astronaut zum Mond oder Mars fliegen?

Ansprechpartner ESA/ESOC:

Jean-Jacques Gujer
Jugend Forscht Patenbeauftragter
Tel.: 0 61 51 - 90 24 97
Email: Jean-Jacques.Gujer@esa.int

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