Zum fünften Jahrestag größter Abstand zwischen Cluster-Raumsonden

14 Juli 2005

Die vier Raumsonden der ESA-Flotte „Cluster" haben auf ihrer Mission zur Untersuchung der Erdmagnetosphäre in drei Dimensionen ihren größten Abstand zueinander erreicht.

Mit dieser Operation, die den fünften Jahrestag des Cluster-Quartetts im Weltraum markiert, wird Cluster zur ersten Mission überhaupt, die simultane Messungen über unterschiedliche Entfernungen vornimmt. Durch eines der komplexesten Manöver, die je mit ESA-Raumsonden durchgeführt wurden, entfernten sich drei der Satelliten um je 10.000 km voneinander. Der vierte ging auf einen Abstand von 1000 km zur dritten Sonde.

Zwei Monate lang dauerten die Operationen zur Bildung dieser neuen Flottenformation von Cluster. Die Neupositionierung der Satelliten wurde am 26. Mai im Europäischen Raumflugkontrollzentrum (ESOC) in Darmstadt eingeleitet und am 14. Juli abgeschlossen.

Schon fünfmal wurde der Abstand zwischen den einzelnen Cluster-Satelliten während des Missionsverlaufs um 100 bis 5000 km geändert. Indem man zwar die Größe, nicht aber die Form der Cluster-Konstellation variierte, war es möglich, die Magnetosphäre der Erde in unterschiedlichen Maßstäben zu untersuchen.

Durch diese neue ‘asymmetrische’ Flugformation können die Cluster-Raumsonden nun aber zeitgleiche Messungen von mittel- bis großflächigen Phänomenen vornehmen. Cluster wird damit zur ersten mit mehreren Maßstäben arbeitenden Mission überhaupt. Somit kann gleichzeitig der Zusammenhang zwischen kleineren kinetischen Prozessen des die Erde umgebenden Plasmas und der großräumigen Morphologie der Magnetosphäre erforscht werden.

Dank der mithilfe von Cluster über den natürlichen, magnetischen Schutzschild unseres Planeten - die Magnetosphäre - gewonnenen Erkenntnisse konnten bereits neue Schlüsse über die Beeinflussung des erdnahen Weltraums durch Sonnenwinde gezogen werden. Auch für unseren Alltag ist dies durchaus von Bedeutung, denn eine starke Sonnenaktivität kann beispielsweise terrestrische Nachrichtennetzwerke, Hochspannungsnetze sowie Datenleitungen stören.

Weitere Informationen erhalten Sie von:

Hermann Opgenoorth
ESA, Leiter der Cluster-Mission
E-Mail: hermann.opgenoorth@esa.int

Philippe Escoubet
ESA, Cluster-Projektwissenschaftler
E-Mail: philippe.escoubet@esa.int

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