175 Jahre Uni Bern: Raketenwettbewerb für Schüler

Eine Auswahl der von Schülern gebauten Raketenmodelle
11 Juni 2009

Aus Anlass ihres 175jährigen Bestehens führte die Universität Bern einen Raketenwettbewerb für Schüler durch. Die angehenden Sternenflieger erhielten dabei professionelle Unterstützung von der Europäischen Weltraumorganisation ESA.

Im Rahmen der universitären Festlichkeiten fand am 20. Mai ein vom Physikalischen Institut organisierter Raketenwettbewerb für Schüler aus dem Kanton Bern statt. Das ESA-Direktorat für bemannte Raumflüge unterstützte diesen Event sehr gern, sieht es doch eines ihrer Hauptziele darin, das Interesse der europäischen Jungen und Mädchen an naturwissenschaftlichen und ingenieurtechnischen Fächern zu wecken und durch entsprechende Wissensvermittlung den Nachwuchs für künftige Raumfahrtprogramme heranzuziehen.

Wettbewerb nach Altersgruppen: Wer baut die beste Trägerrakete?

Soyuz class rockets awaiting their launch
Sojus-Raketen warten auf ihren Start

Der Raketenwettbewerb fand in drei Kategorien statt: Während Vorschulkinder und Schüler der ersten und zweiten Klassen im Alter zwischen fünf und acht Jahren eine Trägerrakete des Typs Vega basteln sollten, mussten die neun- bis elfjährigen der Klassenstufen drei bis fünf eine Sojus-Rakete bauen. Die zwölf bis 15 Jahre alten Sechst- bis Neuntklässler wiederum hatten einen Ariane-Träger zu konstruieren.

Jury for rocket competition
Die Jury begutachtet Raketen der Ariane-Kategorie

In der Vega-Kategorie konnten die Kinder ihrer Fantasie freien Lauf lassen und die Form sowie das Material ihrer Raketen selbst bestimmen. Für die Sojus-Kinder bestand die Vorgabe, ihre Rakete aus einer mit Wasser und Pressluft angetriebenen Halbliter-Plastikflasche herzustellen. In der höchsten Altersstufe sollten kleine Feststoffmotoren für den Ariane-Schub sorgen. Eine dreiköpfige Fachjury wachte über die Einhaltung der Wettbewerbskriterien und wählte aus den eingereichten Modellen die jeweils besten in ihrer Kategorie für die Endrunde am 20. Mai aus.

Die Teilnehmer gingen mit Feuereifer und einer riesigen Portion Spaß zu Werke. Dieser Enthusiasmus zeigte sich schon im Vorfeld, als Mitarbeiter des Berner Physikinstituts in über 100 Schulen des Kantons gingen, um dort Wissen zu Theorie und Praxis der Raketentechnik sowie deren Entwicklungsgeschichte zu vermitteln. Ihre Unterrichtseinheiten standen bei Schülern und Lehrern auf der Beliebtheitsskala gleichermaßen ganz vorn.

Hauptgewinne: Reisen zu Raumfahrtzentren der ESA und NASA

Selina Stücker receives her prize
Preisübergabe an Selina Stücker

In der Vega-Klasse standen 30 Raketen zur Auswahl, deren größtes Modell über sieben Meter hoch war. Die Jury vergab den ersten Preis in dieser Kategorie – eine Fahrt mit dem Postauto inklusive eines Besuchs des Verkehrshauses Luzern – an den Kindergarten Manuela in Worb.

Bei den Sojus-Raketen hatte die Jury die Qual der Wahl unter 450 Modellen. 25 von ihnen ließ sie für den Finaltag zu und kürte schließlich das Modell von Selina Stücker zum Sieger. Die Schülerin aus Schönbühl erhielt eine von Simonetta di Pippo, ESA-Direktorin für bemannte Raumfahrt, unterzeichnete Urkunde und durfte sich über den Gewinn einer Zwei-Tage-Reise nach Noordwijk (Niederlande) zum Besuch des ESA-Forschungs- und Technologiezentrums ESTEC sowie der Space Expo freuen.

Simon Huber receives his prize
Simon Huber erhält seinen Preis - eine Reise zum Kennedy Space Center

Von den 210 Modellen, die in der Ariane-Kategorie eingereicht wurden, kamen 20 in den Endausscheid. Hier machte der Entwurf von Simon Huber aus Opplingen das Rennen. Seine Rakete erreichte mit 160 Metern die größte Höhe. Zusammen mit dem ESA-Zertifikat gewann er eine dreitägige USA-Reise zum Kennedy Space Center der NASA in Florida.

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