Alpbach 2004: Sommerschule für junge Wissenschaftler

22 Juli 2004

Sie ist eine allseits geschätzte und begehrte Institution geworden: Die Alpbacher Sommerschule in Tirol (A). Alljährlich ermöglicht sie jungen Doktoranden, Wissenschaftlern und Ingenieuren aus den ESA-Mitgliedsstaaten vertiefende Studien zu Teilgebieten aus der Weltraumforschung und Raumfahrt. Vom 27. Juli bis zum 5. August findet in diesem Jahr – nunmehr zum 28. Mal – die beliebte Sommerschule in dem idyllisch gelegenen Tiroler Bergdorf Alpbach statt. Diesmal im Focus: Geburt, Leben und Tod der Sterne.

Das Universum - unendliche Weiten. Ein Lichtermeer von Sternen unterschiedlichster Couleur: Was verbindet Rote Riesen, Weiße und Braune Zwerge, „Normalos“ und Kannibalen und wie auch immer die noch unentdeckten Exoten auch heißen mögen miteinander? Alle Informationen, die Wissenschaftler über das Universum erhalten, werden mit der elektromagnetischen Strahlung transportiert, die von den unzähligen Objekten im Weltall ausgestrahlt wird.
Um die Physik der Sterne und ihren Lebensweg von der Geburt bis zum Tod verstehen zu können, betreiben die Forscher weltweit intensive Forschungen. Dabei kommen neben klassischen optischen Instrumenten, Radioteleskope sowie Detektoren im Weltraum zum Einsatz, die oberhalb der Erdatmosphäre ungefilterte Informationen des gesamten elektromagnetischen Spektrums erfassen können. Gerade in den letzten Jahren vollziehen sich in der Astrophysik atemberaubende revolutionäre Erkenntnisprozesse auf der Basis der von zahlreichen Detektoren gewonnenen Daten. Entscheidende Beiträge haben auch Weltraumobservatorien der ESA, wie XMM, INTEGRAL und ISO geleistet. Noch anspruchsvollere Missionen werden derzeit weltweit vorbereitet.

Faszinierende Rätsel und Aufgaben für die Nachwuchsforscher

"The Birth, Life and Death of Stars": Unter diesem Thema werden sich deshalb die Nachwuchsforscher in der Sommerschule mit den faszinierenden Prozessen im Lebenslauf der Sterne beschäftigen. Erfahrene Spezialisten aus der Astronomie, der Astrophysik und anderen Fachgebieten erläutern den Teilnehmern in der ersten Woche zunächst die Theorie zur stellaren Evolution, zu Sternenformationen, den inneren Prozessen in Sternen, den stellaren Aktivitätszyklen sowie über die Theorie und Praxis von Teleskopen und Detektoren zur Beobachtung der zahlreichen kosmischen Phänomene. Grundwissen wird in dieser Zeit auch zum Entwurf von Weltraummissionen und Nutzlasten vermittelt.
In der zweiten Woche liegt der Schwerpunkt bei der Verbindung zwischen der Astrophysik und der Kosmologie sowie der Suche nach extrasolaren Planeten im Universum. Der größte Teil der Zeit in dieser Woche wird jedoch für die Workshop-Arbeit verwendet. Die Studenten werden dazu in vier Arbeitsgruppen zu je 15 Teilnehmern aufgeteilt. Jede Arbeitsgruppe erhält eine spezifische Aufgabe. Unter Anleitung von erfahrenen Tutoren werden dabei wissenschaftliche Missionen entworfen, die zwischen 2015 und 2025 im Rahmen des Missionsplanes der ESA realisiert werden könnten. Die vier spezifischen Schwerpunkte sind:

  • Identifikation eines „stellaren Rätsels“ das im Rahmen einer Weltraummission näher untersucht werden soll
  • Definition der wissenschaftlichen Ziele einer solchen Mission
  • Ein erster Entwurf der Nutzlasten für die wissenschaftlichen Messungen
  • Entwurf der Missionsarchitektur unter Einbeziehung aller technischen und organisatorischen Aspekte

Am letzten Tag der Sommerschule werden die Arbeiten der vier Gruppen vorgestellt und diskutiert.

Eine internationale Veranstaltung

Die Veranstaltung wird vom österreichischen Ministerium für Transport, Innovation und Technologie zusammen mit der Austrian Space Agency (ASA) organisiert. Als Co-Sponsoren wirken die ESA, die nationalen Vertretungen für Weltraumforschung der Mitgliedsstaaten der ESA und die Europäische Kommission mit. Unterstützung erfährt die Veranstaltung auch durch das Land Tirol, in dem Alpbach liegt.

Die Sommerschule Alpbach findet in der Zeit vom 27. Juli bis zum 5. August 2004 statt. Anreisetag ist der 26. Juli, Abreisetag der 6. August 2004.

Weitere Informationen und Auskünfte erteilt auch:

Michaela Gitsch
Austrian Space Agency
Garnisongasse 7
A-1090 Wien

Tel. 43+1+403 81 77/12, Fax 43+1+405 82 28,
e-mail: mgitsch@asaspace.at

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