Alpbach 2006: Beobachtung von Naturkatastrophen aus dem Weltraum

28 Februar 2006

Die Sommerschule im malerischen Tiroler Bergdorf Alpbach ist zu einer allseits geschätzten und begehrten Institution geworden. Sie findet in diesem Jahr bereits zum 30. Mal statt. Vom 25. Juli bis 3. August werden sich die Teilnehmer mit der „Beobachtung von Naturkatastrophen aus dem Weltraum“ befassen. Interessenten können sich noch bis zum 31. März 2006 bewerben.

Was 1975 mit einer kleinen Veranstaltung in dem idyllisch gelegenen Bergdörfchen Alpbach in Österreich begann, hat sich bis heute zu einer äußerst erfolgreichen Veranstaltungsreihe, ja geradezu zu einem Selbstläufer entwickelt. Die Sommerschule Alpbach bietet jungen Ingenieuren, Wissenschaftlern, Doktoranden und Post-Doktoranden nun zum 30. Mal die Möglichkeit, ihr Wissen auf einem speziellen Gebiet der Weltraumwissenschaften zu vertiefen.

Naturkatastrophen schneller erkennen

„Monitoring of Natural Hazards from Space“ ist das Thema, mit dem sich die Teilnehmer der Sommerschule in diesem Jahr auseinandersetzen.

Wer erinnert sich nicht an den gewaltigen Tsunami, der Ende 2004 auf den Philippinen, Thailand und in anderen asiatischen Staaten wütete, unendliches Leid sowie Verwüstungen unbekannten Ausmaßes anrichtete und über 200 000 Menschen in den Tod riss.
Die Auswirkungen von Naturkatastrophen könnten wesentlich minimiert werden, wenn eine zeitliche und räumliche Vorhersage schnell wechselnder natürlicher Ereignisse möglich wäre. Das betrifft neben den Tsunamis u.a. auch Dammbrüche, Überschwemmungen, Vulkanausbrüche, Erdbeben und großflächige Waldbrände.
Vielfältige Sensoren an Bord von Fernerkundungssatelliten leisten bereits heute gute Dienste und liefern erstklassiges Bild- und Datenmaterial. Dennoch existieren große Lücken, sowohl zeitlich als auch räumlich. Auch sind Auswertung und Nutzung des Datenmaterials oftmals noch weit von einem routinemäßigen Einsatz entfernt. Gleichzeitig stehen die Wissenschaftler vor der Herausforderung, die komplexen geophysikalischen Prozesse, die im Vorfeld eines Naturereignisses ablaufen, besser und schneller zu erfassen. Einerseits, um Menschen warnen zu können, andererseits aber auch, um die gewonnenen Erkenntnisse auf ähnlich sensible geographische Regionen übertragen zu können. Für derartige Erfassungen und Anwendungen sind Satellitendaten unerlässlich.

Bewährte Mischung von Theorie und Praxis

Erfahrene Spezialisten beraten die jungen Wissenschaftler in den Workshops

Und hier setzt die Alpbacher Sommerschule 2006 an. Wie jedes Jahr wird den Jungforschern die Problematik unter Anleitung erfahrener Wissenschaftler und Ingenieure in einer einzigartigen Kombination von Vorträgen zur Vertiefung der Theorie und praxisbezogenen Workshops nahe gebracht. Dabei werden im praktischen Teil, auch das ist in Alpbach bewährte Tradition, in Arbeitsgruppen Fallstudien zu möglichen wissenschaftlichen Weltraummissionen erarbeitet.

Dieses Mal ist geplant, vier Gruppen zu bilden, die je eine spezifische Forschungsmission erarbeiten sollen. Dabei sind die Anforderungen hoch, denn am Ende des Workshops soll je ein ausgereiftes Missionskonzept stehen, das im Prinzip von einer Weltraumorganisation übernommen werden kann. Die jungen Experten müssen nicht nur die für das wissenschaftliche Ziel nötige Instrumentierung auswählen und beschreiben, sondern auch die Grundkonstruktion des Satelliten und seiner Subsysteme erarbeiten, die Umlaufbahn definieren und die voraussichtlichen Kosten der Mission ermitteln.

Teilnahmebedingungen und Anmeldung

Die Sommerschule Alpbach findet in der Zeit vom 25. Juli bis 03. August 2006 statt.
Anmelden können sich Doktoranden, Post-Doktoranden sowie junge Wissenschaftler und Ingenieure aus den Mitgliedsstaaten der Europäischen Weltraumorganisation ESA.
Das Anmeldeformular, unterzeichnet von einem Universitätsprofessor oder dem Vorgesetzten des Antragstellers, ist an die Aeronautics and Space Agency der FFG zu schicken. Anmeldeschluss ist der 31. März 2006. Die Zahl der Teilnehmer ist auf 60 begrenzt. Die Bewerber werden bis Ende April 2006 unterrichtet.

Es wird eine Registrierungsgebühr von 330,00 € erhoben.

Weitere Informationen und das Anmeldeformular können als PDF-Datei von der Internetseite der FFG herunter geladen werden.

Für die Bewerbung und die Regelung der Kostenübernahme müssen sich die Interessenten an ihre jeweilige nationale Raumfahrtorganisation wenden.

Auskünfte erteilt auch:

Michaela Gitsch
Aeronautics and Space Agency of FFG
Canovagasse 7
A - 1010 Wien

Tel. + 43(0)57755 3302,
Fax + 43(0)57755 93302
E-Mail: michaela.gitsch @ ffg.at

Copyright 2000 - 2014 © European Space Agency. All rights reserved.