Alpbach 2013: Wie wird das Weltraumwetter?

Der Sonnenwind beeinflusst permanent die Erde
5 Februar 2013

Vom 16. bis zum 25. Juli findet im Tiroler Bergdorf Alpbach die traditionelle Sommerschule statt. Im Fokus der 37. Auflage des attraktiven Spezialkurses steht diesmal das Weltraumwetter. Teilnehmen können 60 junge Wissenschaftler aus allen ESA-Mitgliedsstaaten. Bewerbungen sind bis zum 31. März 2013 möglich.

Die Teilnehmer der diesjährigen Sommerschule werden sich unter dem Motto „Space Weather: Sciences, Missions and Systems“ mit der Planung neuer Satellitenmissionen zur Erforschung des Weltraumwetters beschäftigen. Das dazu nötige Rüstzeug an wissenschaftlichen Grundlagen und technischen Voraussetzungen wird ihnen in einer einzigartigen Theorie-Praxis-Kombination aus Vorträgen und Workshops mitgegeben.

Auswirkungen für die Erde können gravierend sein

Nordlichter, von der ISS aus gesehen

Unsere moderne Gesellschaft hängt mehr und mehr von Technologien ab, die durch das Weltraumwetter beeinflusst werden können. Dessen Erforschung nimmt deshalb einen immer größeren Stellenwert ein. Neben der galaktischen kosmischen Strahlung von Sternen aus der Milchstraße ist vor allem die Sonne für das Weltraumwetter verantwortlich. Sonneneruptionen – gewaltige Explosionen in der Sonnenatmosphäre – tragen die Verantwortung dafür.
Weitere Auslöser sind die elektrisch geladenen Teilchenströme des Sonnenwindes und koronale Massenauswürfe, bei denen Milliarden Tonnen von Sonnenmaterial in den interplanetaren Raum geschleudert werden.

Da die Erde von einem Magnetfeld umgeben ist, wird der Großteil der schädlichen Strahlung um sie herumgelenkt. Erhöht die Sonne jedoch ihre Aktivität, nimmt die Intensität des Sonnenwindes und der Strahlung so sehr zu, dass geladene Teilchen bis weit hinunter in die Erdatmosphäre vordringen. Mit teils gravierenden Folgen: Sie können Satelliten außer Gefecht setzen, den Funkverkehr stören, Astronauten gefährden, die Strahlungsbelastung an Bord von Flugzeugen erhöhen und Kurzschlüsse in Stromversorgungsnetzen auslösen.

Genauere Vorhersagen gewünscht

So sieht SOHO die Sonne

Ein wirksamer Schutz vor den negativen Auswirkungen des Weltraumwetters ist technisch schwierig und in vielen Fällen nicht möglich. Umso wichtiger sind genauere Vorhersagen. Voraussetzung dafür ist, dass man die Grundlagen des Weltraumwetters versteht.

Ohne Satellitentechnik sind solche Forschungen undenkbar. Eine ganze Armada an Sonnenbeobachtern befindet sich derzeit im Einsatz, um die Kette von Vorgängen auf der Sonnenoberfläche bis hin zur Erdatmosphäre lückenlos zu untersuchen. Sonden wie SOHO, Cluster und Proba-2 von der ESA oder die NASA-Observatorien STEREO, SDO und Van Allen Probes liefern dabei hervorragende Ergebnisse. Trotzdem ist es bis zur zuverlässigen Vorhersage des Weltraumwetters noch ein weiter Weg.

Hier will die Alpbacher Satelliten-Planungsschmiede ansetzen. Anerkannte Experten werden die Teilnehmer durch Vorträge zu Ursachen, Auswirkungen und Vorhersagbarkeit des Weltraumwetters an die Thematik heranführen. Nach Klärung der theoretischen Fragen geht es schließlich im Workshop-Teil an die technische Umsetzung einer innovativen Weltraumwettermission.

Hohe Anforderungen an Missionskonzepte

Das Cluster-Satellitenquartett der ESA erforscht das Weltraumwetter

Wie bewährt, wetteifern auch in diesem Jahr vier Teams mit je 15 Teilnehmern unter fachkundiger Anleitung um das anspruchsvollste Missionskonzept. Dabei gilt es, alle Elemente einer möglichen künftigen Weltraumwettermission zu berücksichtigen. Hierzu gehören die Auswahl der Instrumentierung, die Grundkonstruktion des Satelliten und seiner Subsysteme, die Berechnung der optimalen Flugbahn sowie die Ermittlung der voraussichtlichen Missionskosten. Nach Erstellung der Konzeptideen werden diese am Ende der Veranstaltung von einer Expertenjury individuell auf wissenschaftlich-technische Qualität und Wettbewerbsfähigkeit geprüft.

Veranstalter der Sommerschule sind die Agentur für Luft- und Raumfahrt der Österreichischen Forschungsförderungsgesellschaft FFG in Zusammenarbeit mit der Europäischen Weltraumorganisation ESA. Unterstützung kommt auch vom International Space Science Institute ISSI sowie von Austrospace, der Vereinigung der österreichischen Weltraumindustrie.

Teilnahmebedingungen und Anmeldung

Die Sommerschule Alpbach findet vom 16. bis 25. Juli 2013 statt. Bewerben können sich Studenten, Doktoranten, Post-Doktoranten sowie junge Wissenschaftler und Ingenieure aus allen ESA-Mitgliedsstaaten.

Weitere Informationen sowie die Bewerbungsformulare stehen auf der Sommerschul-Webseite http://www.summerschoolalpbach.at/ zum Abruf bereit.

Für die Teilnahme wird eine Registrierungsgebühr von 400,00 € erhoben. Zur Klärung der Kostenübernahme müssen sich die Interessenten an ihre jeweilige nationale Raumfahrtorganisation wenden.

Anmeldeschluss ist der 31. März 2013. Die Zahl der Teilnehmer ist auf 60 begrenzt. Es werden nur Online-Anmeldungen entgegengenommen.

Weitere Auskünfte erteilt:

Michaela Gitsch
Agentur für Luft- und Raumfahrt
Österreichische Forschungsförderungsgesellschaft mbH (FFG)
Sensengasse 1
A – 1090 Wien

Tel: + 43 (0) 5 7755-3302
Fax: + 43 (0) 5 7755-97900
E-Mail: michaela.gitsch @ ffg.at

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