Bitte schütteln!

Konvektion
27 April 2012

Noch nie zuvor hat wissenschaftliche Neugier europäischen Schulkindern den Weltraum so nahe gebracht. ESA-Astronaut André Kuipers hat unserer künftigen Wissenschaftler-Generation gezeigt, was passiert, wenn die Schwerkraft „abschaltet“.

Geschütteltes Seifenwasser und ein kleiner Konvektionsring halfen den jungen Forschern am Dienstag, ein Gefühl für Schaumbildung und Konvektion zu bekommen.

André begeisterte die Kinder via Live-Übertragung von der Internationalen Raumstation. „Neugier bringt euch weiter“, sagte er.

Ausgestattet mit zwei Bildungspaketen der ESA demonstrierte der Astronaut die Grundprinzipien des physikalischen Phänomens, das Wärme um die Erde transportiert (Konvektion) und wie Schwerkraft die Lebensdauer von Blasen beeinflusst (Schaumstabilität).

Über 1.500 Schüler auf der Welt führten Experimente durch und verglichen ihre Resultate mit denen von Andrés identischen Versuchen auf der Raumstation.

Mit André sprechen

Dieses einmalige Experiment brachte vier europäische Orte per Videokonferenz zusammen: Das Wissenschaftszentrum Nemo in Amsterdam, das Leicester National Space Centre im Vereinigten Königreich, der Parque de las Ciencias in Granada in Spanien und das Technikmuseum in Speyer.

Vor der Live-Schaltung in den Weltraum führten die Zentren einander wissenschaftliche Experimente vor. Es wurden Explosionen und superdicker Schaum erzeugt, um die Auswirkungen von Schwerkraft und Physik auf unser tägliches Leben zu demonstrieren.

Weltraum-Kuriositäten

André sprach über die Auswirkungen der Schwerelosigkeit, während er im Raumlabor Columbus schwebte. So war es also für die Schüler nicht schwer zu verstehen, dass es im Weltraum kein Oben und Unten gibt. Das bedeutet auch, dass keine Konvektion stattfindet.

Schüttel' den Schaum!

„Wolken, Tornados, Vulkanausbrüche - all diese Konvektionsprozesse, die ich aus dem Weltraum sehen kann, sind den kleinen Experimenten ähnlich, die ihr selbst durchführen könnt“, sagte André.

Der europäische Astronaut erklärte, dass Schwerkraft nicht nur Luft und Wasser beeinflusst, sondern auch das Gemisch aus beiden: Schaum.

Die Schüler lernten aus erster Hand, dass die Bläschen meist länger bestehen bleiben als auf der Erde, da es im Weltraum keine Schwerkraft gibt, die den Schaum nach unten zieht.

Der Astronaut ermutigte die Kinder, ihrer Neugier an den Bläschen freien Lauf zu lassen und beantwortete ihre Fragen.

Unter anderem wurde auch über Sonnenstürme, Blutzirkulation und das Verhalten von Wasser in der Schwerelosigkeit gesprochen.

Reach for the stars

„Das ist eine fantastische Gelegenheit, Kinder für die Wissenschaft zu begeistern, besser als alles was wir in der Schule tun können“, sagt Vinay Parekh, ein Physiklehrer aus Birmingham im Vereinigten Königreich.

Der ehemalige ESA-Astronaut Reinhold Ewald berichtete aus dem Technikmuseum Speyer, dass die Schüler „es sehr genossen haben, Teil dieses europaweiten Ereignisses gewesen zu sein“. Die Organisatoren aus dem Nemo beschrieben die Erfahrung als „großartig“.

Diese „Take Your Classroom Into Space“-Experimente sind Teil des „Spaceship Earth“-Bildungsprogrammes, das für André entwickelt wurde.

Weitere Informationen erhalten Sie von Nigel Savage, nigel.savage@esa.int

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