COROT entdeckt bisher kleinsten Exoplaneten - mit einer festen Oberfläche

Planet transit in front of a star
4 Februar 2009

COROT, eine Mission unter CNES-Leitung und Beteiligung der ESA, hat den bislang kleinsten erdähnlichen Planeten außerhalb unseres Sonnensystems entdeckt. Der erstaunliche Planet ist weniger als zweimal so groß wie die Erde und kreist um einen sonnenähnlichen Stern. Die Höhe seiner Oberflächentemperatur lässt vermuten, dass er von Lava oder Wasserdampf umhüllt ist.

Bislang wurden rund 330 Exoplaneten entdeckt. Dabei handelt es sich größtenteils um Gasriesen mit Eigenschaften, wie sie von Jupiter oder Neptun bekannt sind.

Der neue Fund mit der Bezeichnung COROT-Exo-7b ist aber anders als sie: Sein Durchmesser erreicht nicht einmal das Zweifache der Erde und er braucht 20 Stunden, um seinen Stern einmal zu umkreisen. Die Umlaufbahn des Planeten verläuft sehr dicht an seinem Heimatstern, und seine Temperatur ist mit 1000 bis 1500°C sehr hoch. Der neue Planet hat sich den Astronomen offenbart, indem er das Licht seines Heimatsterns abdunkelte, während er sich vor diesem vorbeischob.

Über die Dichte des Planeten herrscht noch Ungewissheit: Einerseits könnte es sich wie bei der Erde um Gestein handeln, das möglicherweise von flüssiger Lava bedeckt ist. Er könnte aber auch zu der Klasse von Planeten gehören, die vermutlich aus Wasser und Gestein in nahezu gleichen Anteilen bestehen. Angesichts der hohen gemessenen Temperaturen wäre der Planet ein sehr heißer, feuchter Ort.

„Die Entdeckung eines solch kleinen Planeten war keine vollkommen unerwartete Überraschung,“ erklärt Daniel Rouan, Forscher am Observatoire de Paris Lesia, der das Projekt mit Alain Léger vom Institut d’Astrophysique Spatiale (Paris) koordiniert. „COROT-Exo-7b gehört zu einer Klasse von Objekten, mit deren Existenz schon seit einiger Zeit gerechnet wurde. Wir haben COROT in der Hoffnung entwickelt, genau solche Objekte aufzuspüren,” fügt er hinzu.

Nur sehr wenige der bisher entdeckten Exoplaneten haben eine mit der Erde und den anderen terrestrischen Planeten Venus, Mars und Merkur vergleichbare Masse. Aus diesem Grund lassen sich terrestrische Planeten so schwer erkennen. Die meisten Verfahren, die bislang angewendet wurden, sind indirekt und reagieren auf die Masse des Planeten. COROT hingegen kann direkt die Größe des Körpers messen, was sich als Vorteil erweist. Im Gegensatz zu Untersuchungen vom Boden aus ermöglicht das im All positionierte Weltraumteleskop außerdem längere ununterbrochene Beobachtungen.

Wir haben erstmals eindeutig einen Planeten entdeckt, der wie unsere Erde "felsig" ist.

Dieser Entdeckung ist deshalb eine besondere Bedeutung zuzuschreiben, weil jüngste Messungen zwar die Existenz von Planeten mit geringer Masse nahelegten, aber ihre Größe bislang nicht bestimmt werden konnte.

Die innere Struktur von COROT-exo-7b macht die Wissenschaft besonders stutzig. Man ist sich nicht sicher, ob es sich um einen „Ozeanplaneten“ handelt, eine Planetenart, deren Existenz nie belegt werden konnte. Theoretisch wären solche Planeten anfänglich zum Teil mit Eis bedeckt, das später, wenn sich der Planet immer mehr seiner Sonne nähert, zu Wasser schmelzen würde.

„Diese Entdeckung markiert einen sehr wichtigen Schritt in der Erforschung der Bildung und Entwicklung unseres Planeten,“ so Malcolm Fridlund, COROT-Projektwissenschaftler der ESA. „Wir haben erstmals eindeutig einen Planeten entdeckt, der wie unsere Erde „felsig“ ist. Jetzt müssen wir dieses Objekt weiter untersuchen, um es einzuordnen, und müssen unsere Suche mit COROT nach kleinen, erdähnlichen Objekten fortsetzen,“ fügt er hinzu.

Weitere Informationen erhalten Sie von:

Daniel Rouan, CNRS senior scientist, Observatoire de Paris Lesia:
Email : daniel.rouan @ obspm.fr

Alain Léger, CNRS senior scientist, IAS
Email: alain.leger@ias.u-psud.fr

Malcolm Fridlund, ESA COROT Project Scientist
Email: Malcolm.Fridlund @ esa.int

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