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    Cassini entdeckt Hinweise auf Ozean auf dem Saturnmond Enceladus

    Zooming in on Enceladus
    25 Juni 2009

    Europäische Wissenschaftler der gemeinsamen NASA/ESA-Cassini-Mission haben erstmals Natriumsalze in Eiskörnern des Saturnrings E festgestellt. Dieser Ring besteht in erster Linie aus dem Material der Wasserdampf- und Eiskörnerfahnen, die der Saturnmond Enceladus ausstößt. Hier salzhaltiges Eis gefunden zu haben, deutet darauf hin, dass sich unter der Oberfläche des kleinen Mondes flüssiges Wasser oder sogar ein Meer verbirgt.

    Die Wassereisfahnen auf Enceladus entdeckte Cassini im Jahr 2005. Die aus Rissen in der Nähe des Südpols austretenden Fahnen enthalten winzige Eiskörner und Wasserdampf. Ein Teil davon entweicht der Schwerkraft des Mondes, um sich schließlich im äußersten der Saturnringe, Ring E, anzusammeln.

    Unter der Leitung des Hauptwissenschaftlers Ralf Srama untersuchte das am Max-Planck-Institut für Kernphysik in Heidelberg entwickelte Cassini-Instrument Cosmic-Dust-Analyzer (CDA) die Zusammensetzung dieser Körner und konnte Natriumsalz (bzw. Kochsalz) in ihnen nachweisen.

    „Wir glauben, dass das salzhaltige Material tief im Inneren von Enceladus aus Gestein am Grund einer flüssigen Schicht ausgewaschen wurde,“ so Frank Postberg, Cassini-Wissenschaftler für den Cosmic-Dust-Analyzer am Max-Planck-Institut für Kernphysik in Heidelberg. Postberg ist der Hauptverfasser einer Studie, die in der Ausgabe vom 25. Juni des Magazins „Nature“ erscheint.

    Enceladus
    Enceladus' craters and complex, fractured terrains

    Daraus schließen die für das Staubanalysegerät CDA zuständigen Forscher, dass flüssiges Wasser vorhanden sein muss, denn nur auf diese Weise kann die Menge an Mineralien gelöst werden, die eine Salzkonzentration wie die hier vorgefundene erklärt. Der Sublimationsprozess, bei dem Wasserdampf direkt aus festem Eis in der Kruste freigesetzt wird, kann die Anwesenheit von Salz nicht erklären.

    Die Zusammensetzung der Körner in Ring E wurde durch die chemische Analyse Tausender von Hochgeschwindigkeitsteilchen bestimmt, deren Aufprall Cassini registriert hat. Sie wiederum gibt indirekt Aufschluss über die Beschaffenheit der Fahnen und das Innere von Enceladus. Bei den E-Ring-Teilchen handelt es sich um nahezu reines Wassereis. Doch fast bei jeder Prüfung der Zusammensetzung fand das Staubanalysegerät einen gewissen Natriumanteil in ihnen vor.


    „Unsere Messungen legen nahe, dass die Körner neben Kochsalz auch Carbonate wie Soda enthalten; beide Bestandteile in Konzentrationen, die mit der voraussichtlichen Zusammensetzung eines Meeres auf Enceladus übereinstimmen”, erklärt Postberg. „Die Carbonate sorgen auch für einen leicht alkalischen pH-Wert. Falls es sich bei der Flüssigkeit, aus der die Salze stammen, um einen Ozean handelt, könnte dieser zusammen mit der an der Oberfläche in der Nähe des Mondsüdpols und den in den Fahnen festgestellten organischen Verbindungen ein geeignetes Umfeld für die Entstehung von Vorstufen des Lebens auf Enceladus bilden.”

    Die Bestimmung des Wesens und Ursprungs dieser Fahne gehört zu den höchsten Zielen der erweiterten Tour Cassinis, der Cassini-Equinox-Mission.

    Die vollständige Version des Artikels finden Sie auf der Website der Cassini-Huygens-Mission.

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