Columbus: Ein Feuchtesensor aus der Schweiz steuert die Klimaanlage

Paul W. Ruppert (Meteolabor, Wetzikon) und Rolf Maag (Produktingenieur)
5 März 2008

Die Zürcher Firma Meteolabor AG entwickelte einen Feuchtesensor speziell für Columbus. Das Instrument in der Grösse einer Schachtel Schokolade (100x80x45mm) steckt in einem Gehäuse aus 470g Aluminium. Es regelt die Klimatisation im Weltraumlabor der Europäischen Weltraumorganisation ESA.

Dank der Koordination von Astrium, Hauptauftragnehmer von Columbus und der Mitarbeit von 41 Industriepartnern aus 14 Ländern, hat das Weltraumlabor von 6.7 Metern Länge und 4.5 Metern Durchmesser ein eigenes Überlebenssystem (Environmental Control & Life Support Systems, ECLSS).

Mini-Spiegel aus Gold

Mini-Spiegel aus Gold

Aus dem Thermohygrometer „Thygan“, welches für die Wetterstationen der Meteosuisse entwickelt wurde, hat die Firma aus Wetzikon bei Zürich einen neuen Sensor entwickelt. Dieser misst die Temperatur und einen Wert den die Meteorologen „Taupunkt“ nennen, ein Mass für den Feuchtegehalt der Luft. „Sicher, es gibt auf dem Markt eine Vielzahl von Thermostaten und Hygrometern, die Hygrometer haben aber nur eine kurze Lebensdauer. Unser System misst die Feuchtigkeit mit einer hohen Genauigkeit und hat eine Lebensdauer von 20 Jahren“ erklärt Rolf Maag, einer der Ingenieure die an der Entwicklung dieses Produkts beteiligt waren. Um diese Langlebigkeit zu garantieren, enthält das Gerät einen vergoldeten Miniatur Taupunktspiegel, kombiniert mit einem optischen Detektor und einem Reinigungsmechanismus.

Bessere Steuerung

Die hohe Genauigkeit erlaubt Columbus eine perfekte Regelung der Luft, was die Arbeitsbedingungen der Astronauten verbessert. Das Schweizer Gerät könnte in Zukunft bei weiteren Missionen nützlich sein, zum Beispiel bei den geplanten langen Flügen zum Mars.

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