ESA-Sommerschule zur Satellitennavigation

29 Juni 2010

Ob bei der Erdbeobachtung, im Vermessungswesen oder der genauesten Zeitbestimmung: Satellitengestützte Navigation gewinnt immer mehr an Bedeutung. Grund genug für die ESA, vom 1. bis 11. September 2010 in Slettestrand an der dänischen Nordseeküste eine Sommerschule zu globalen Satellitennavigationssystemen und deren Anwendungen durchzuführen.

Die ESA-Veranstaltung wird von wichtigen Einrichtungen auf diesem Gebiet unterstützt: der Technischen Universität Graz (Österreich), der Universität von Aalborg (Dänemark), dem Institut für Luft- und Raumfahrt in Toulouse (Frankreich), dem Institut für Erdmessung und Navigation der Münchner Universität der Bundeswehr (Deutschland), dem Dänischen GPS-Zentrum und dem Dänischen Wissenschaftsministerium sowie der Stanford Universität im kalifornischen Palo Alto (USA).

Umfangreiches Themenspektrum

R. Oosterlinck

Die seit 2007 jährlich stattfindende Veranstaltung richtet sich an Studenten, Doktoranden, Nachwuchswissenschaftler und junge Führungskräfte aus der Industrie rund um den Erdball. Ziel ist es, den Teilnehmern einen umfassenden Überblick über die Entwicklung und Gestaltung satellitengestützter Navigationssysteme sowie deren Einsatzgebiete zu verschaffen.

Neben Grundlagenvorträgen werden den Jungforschern Kurse zu gegenwärtigen und künftigen Navigationssystemen geboten. Das Themenspektrum reicht dabei vom US-amerikanischen globalen Positionsbestimmungssystem GPS und dem russischen System GLONASS über Europas Galileo und Chinas Beidou/Compass bis hin zum japanischen Quasi-Zenith Satellite System und dem indischen regionalen Navigationssatellitensystem IRNSS.

Weiterhin im Fokus stehen zwei Systeme zur Verbesserung von Navigationssignalen: Das europäische EGNOS (Europe Geostationary Navigation Overlay Service) und das US-amerikanische WAAS (Wide Area Augmentation System).

Namhafte Experten als Gastdozenten

G. Hein

Den Abschluss der Sommerschule bildet ein Teamwettbewerb zur Ideenfindung neuer Anwendungsbereiche in der Satellitennavigationstechnik. Jedes Team muss eine Beschreibung seines Vorschlages liefern, das Konzept für die Realisierung darlegen, eine Marktanalyse durchführen und einen Geschäftsplan erstellen. Krönender Höhepunkt wird dann die Präsentation aller Projektideen vor einer internationalen Expertenjury sein.

Als Gastdozenten haben sich namhafte Wissenschaftler angesagt. Zu ihnen gehören Prof. René Oosterlinck, ESA-Direktor für das Programm Galileo und navigationsbezogene Tätigkeiten und Prof. Günter Hein, Chef der Galileo Operations- und Entwicklungsabteilung der ESA.

Das ESA Education Office

Ein Student bei der Sommerschule 2009

Die „ESA International Summer School on Global Navigation Satellite Systems“ ist Bestandteil des ESA-Navigationsbildungsprogramms EDUNAV (Education in Navigation), einem Gemeinschaftsprojekt vom Bildungsbüro (Education Office) und der Direktion für Navigation (Navigation Directorate) der ESA.
Das ESA Education Office hat es sich zur Aufgabe gemacht, junge Menschen für die Raumfahrt zu begeistern. Durch Einbeziehung in spannende Projekte sollen sie für die Wissensaneignung motiviert werden und so ihre Fähigkeiten auf wissenschaftlich-technischem Gebiet verbessern.
Ziel dieser Förderung ist es, leistungsfähige und kreative Schüler, Studenten und Jungforscher zu hoch talentierten Wissenschaftlern des 21. Jahrhunderts heranzubilden.

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