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    ESA-Technologie mit Gammastrahlen hilft „schmutzige Bomben“ zu finden

    Domodedovo Customs
    Border control of radioactive materials
    31 Oktober 2008

    Dank der Unterstützung durch einen von der britischen Regierung und der ESA geförderten Technologietransfer gelang einem Unternehmen aus Großbritannien die Entwicklung eines Geräts zur Entdeckung und Identifikation von radioaktivem Material, das - mit konventionellem Sprengstoff vermischt - in „schmutzigen Bomben“ enthalten ist. Das Gerät basiert auf dem beim Astronomiesatelliten Integral der ESA eingesetzten Gammastrahlenteleskop.

    Die ESA unterstützt die Entwicklung der Technologie für die Gammastrahlenastronomie seit nunmehr über 40 Jahren. Integral, das im Jahre 2002 in Betrieb genommene internationale Gammastrahlen-Astrophysiklabor, ist Strahlungsphänomenen auf der Spur, die zur energiereichsten Materie im gesamten Weltraum gehören, wie zum Beispiel der Strahlung von Gammastrahlenausbrüchen, Supernovas und Schwarzen Löchern auf der Milchstraße und in entfernten Galaxien am äußersten Rand des derzeit erforschbaren Bereichs des Universums.

    Artist's view of Integral
    Integral, ESA’s International Gamma-Ray Astrophysics Laboratory

    Die gleiche Technologie dient dem genannten Unternehmen nun zur Entwicklung und Vermarktung von entsprechenden Strahlungsdetektoren. Das Unternehmen wurde im Jahre 2002 gegründet, und mit Unterstützung durch die britische Technologietransferinitiative und das Technologietransferprogramm der ESA wurde der Kontakt zu einem der weltweit führenden Anbieter von Sprengstoffsuchsystemen und Röntgendetektoren hergestellt.

    Die meisten radioaktiven Quellen erzeugen Gammastrahlung mit unterschiedlicher Energie und Intensität. Wird diese entdeckt und analysiert, kann daraus ein Energiespektrum der Gammastrahlung - eine Art „Fingerabdruck“ - gewonnen werden, der auf die Substanz und Menge des strahlenden Materials schließen lässt.


    Tragbarer Detektor

    High-energy polarised emission from Crab Nebula
    Gamma-ray emission from Crab Nebula detected by ESA's Integral satellite

    Im Jahre 2006 führte diese Geschäftsverbindung zum Abschluss eines Vertrags mit dem Domestic Nuclear Detection Office des Heimatschutzministeriums der USA (Department of Homeland Security) zur Entwicklung eines röntgengestützten Systems der nächsten Generation, mit dem Gammastrahlen entdeckt und identifiziert werden können. Der potenzielle Vertragswert einschließlich der möglichen Optionen beläuft sich insgesamt auf 222 Mio. US-Dollar (140 Mio. €).

    Die Aufdeckung von illegalen Geschäften mit radioaktivem Material, das zum Bau von schmutzigen Bomben verwendet werden kann, hat für die nationale Sicherheit in den Vereinigten Staaten hohe Priorität.

    Dabei kommt es darauf an, dass Nuklearmaterial mit Bedrohungspotenzial von Materialen mit natürlicher Radioaktivität, wie z. B. Lehmziegeln, Keramiken und sogar Bananen, und von bestimmten, legal transportierten radioaktiven Substanzen, wie in der Medizintechnik verwendeten Isotopen, unterschieden werden kann.

    Portable Radiation Detection System
    Portable Radiation Detection System

    In Seehäfen, auf Flughäfen und an den Landesgrenzen müssen leistungsfähige Geräte zur Untersuchung von Personen und Fracht zur Verfügung stehen. Die Suche nach gefährlichen radioaktiven Materialien und ihre Identifikation muss schnell und zuverlässig funktionieren, damit die normalen Handelsaktivitäten nicht behindert werden.

    Die Unternehmen entwickeln derzeit ein tragbares Strahlungsdetektorsystem, das aus einem Handapparat und einem auf dem Rücken zu tragenden Gerät besteht. Das System verfügt über Strahlungsdetektor-Hardware aus der Weltraumforschung sowie über Software zur Signalverarbeitung und soll das Personal von Rettungsdiensten, Grenzpolizei, Zoll, Küstenwache und anderen Sicherheitsbehörden bei seiner Arbeit unterstützen.

    Die Detektoren sind in der Lage, den Ursprung der entdeckten Strahlung zu orten und zu bestimmen und zuverlässig zwischen Material mit natürlicher Radioaktivität und potenziellen Bedrohungen zu unterscheiden.

    Weitere Informationen:

    ESA’s Technology Transfer Programme Office
    European Space Agency ESA
    Keplerlaan 1, 2200 AG Noordwijk ZH
    The Netherlands
    Phone: +31 565 6208
    Fax: +31 565 6635
    Email: ttp @ esa.int
    Website: http://www.esa.int/ttp

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