Das Abkommen wird feierlich unterzeichnet

ESA und CERN unterzeichnen Kooperationsvereinbarung

2 April 2014

Am 28. März haben die Europäische Weltraumorganisation ESA und die Europäische Organisation für Kernforschung CERN eine Kooperationsvereinbarung unterzeichnet, um die zukünftige Zusammenarbeit an beiderseits relevanten Forschungsthemen zu stärken. 

2014 ist das Jahr, in dem CERN sein 60-jähriges Bestehen und die ESA „50 Jahre Raumfahrt“ feiert.

Der Schweizer Staatssekretär für Bildung, Forschung und Innovation, Mauro Dell’Ambrogio, lobte die Organisationen als sich hervorragend ergänzende Paradebeispiele erfolgreicher europäischer Zusammenarbeit sowie weltweit führender Wissenschaft und Technologie: „CERN und ESA sind ein Beweis dafür, dass europäische Zusammenarbeit einen globalen Nutzen bringt.”

Geneviève Fioraso, französische Ministerin für Hochschulbildung und Forschung, erklärte: „Diese Kooperationsvereinbarung ist ein konkreter Ausdruck der langjährigen gemeinsamen Vergangenheit von zwei internationalen Organisationen, die für die Stärke der europäischen Wissenschaft sinnbildlich sind: CERN und ESA.

Kosmische Mikrowellen-Hintergrundstrahlung aus der Sicht von Planck

Dieser Zusammenschluss zur Erforschung des Unendlichen – vom unendlich Großen, dem Universum und seinen Wissenschaften, bis hin zum unendlich Kleinen in der Hochenergiephysik – eröffnet neue Wege für Wissenschaft und Technologie, schafft Fortschritt und stärkt die europäische Industrie.”

„ESA und CERN enstammen den Visionen von Pionieren wie Edoardo Amaldi, die bewiesen haben: Wenn wir dieselben ambitionierten Ziele verfolgen und uns zusammenschließen, wird Europa zum Spitzenreiter in Sachen Fortschritt, Innovation und Wachstum”, sagte ESA-Generaldirektor Jean-Jacques Dordain.

Während der Unterzeichnungszeremonie am Genfer Flughafen überreichte die ESA den CERN-Vertretern ein Geschenk: die originalen Briefe des berühmten Wissenschaftlers Edoardo Amaldi, die an Bord des gleichnamigen ESA-Raumfrachters ins All flogen.

Edoardo Amaldi

Edoardo Amaldi spielte eine führende Rolle bei der Vereinigung europäischer Kräfte im Namen der Wissenschaft. Der erfolgreiche Nuklearphysiker war einer der Mitbegründer des CERN und hegte danach ein großes Interesse für die Weltraumwissenschaft. Er setzte sich stark dafür ein, dass das CERN als erfolgreiches Modell für die Gründung einer neuen internationalen wissenschaftlichen Organisation genutzt wurde.

Aus dieser Vision wurde Jahre später die Europäische Weltraumforschungsorganisation ESRO, die Vorläuferorganisation der ESA, geboren.

Ihr drittes ATV (Automated Transfer Vehicle), das 2012 zur Internationalen Raumstation ISS flog, nannte die ESA in Gedenken an diesen berühmten Pionier „Edoardo Amaldi“.

„CERN und ESA haben gemeinsame Wurzeln und langjährige Erfahrungen in zukunftsweisender Forschungsarbeit auf ihren jeweiligen Gebieten”, sagte CERN-Generaldirektor Rolf Heuer. „Dieses neue Kooperationsabkommen wird die Synergien zwischen den Erfahrungen, dem Know-how und den Ressourcen beider Organisationen stärken.”

Heute beschäftigen sich sowohl die Weltraummissionen der ESA als auch CERN’s bodenbasierte Experimente in der Hochenergiephysik mit grundlegenden Fragen zu den physikalischen Eigenschaften von Materie, Energie und Weltraum sowie dem Ursprung und der Entstehung des Universums. Daraus ergeben sich nicht nur Überschneidungen im Bereich der wissenschaftlichen Fachkenntnisse, sondern auch im Bereich der fortschrittlichen Technologie, die für derart komplexe Experimente unverzichtbar ist.

„Neben ihrer gemeinsamen Geschichte teilen ESA und CERN auch zahlreiche Forschungsinteressen, die sich gegenseitig ergänzen. Durch die Förderung von solchen engen Kooperationen kann Europa auch zukünftig seine Spitzenposition im Bereich modernster Wissenschaft und Technologie verteidigen”, erklärte Alvaro Giménez, ESA-Direktor für Wissenschaft und robotische Exploration.

Weitere Informationen:

ESA Media Relations Office, Communication Department
Email: media@esa.int
Tel: + 33 1 53 69 72 99

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