ESA und Google Earth präsentieren unseren Planeten

ESA images in Google Earth
16 November 2006

Wollten Sie schon immer einmal wissen, wie Vulkanausbrüche, Wüstenstürme oder die sich wandelnden Eisgletscher aus der Sicht eines Astronauten aussehen? Die Europäische Weltraumorganisation (ESA) hat eine spezielle Layer für Google Earth erstellt, über die Benutzer mehr als 130 neue ESA-Satellitenbilder von Naturerscheinungen und vom Menschen erbauten Monumenten aufrufen können.

Um auf die neuen Bilder zuzugreifen, reicht es, das Kontrollkästchen „Featured Content“ in der Seitenleiste von Google Earth zu aktivieren und dann auf das ESA-Symbol zu klicken.

Die Benutzer können eine Weltreise durch die detailreichen Aufnahmen atemberaubender Sehenswürdigkeiten antreten und bedeutende Veränderungen in der Umwelt beobachten. Unter den Bildern werden hilfreiche Informationen, Fakten und Zahlen, wissenschaftliche Erläuterungen sowie Theorien eingeblendet.

John Hanke, Leiter von Google Earth, sagte: „Es ist für uns eine wirkliche Inspiration, dass die Europäische Weltraumorganisation auf Google Earth zurückgreift, um mit diesen beeindruckenden Aufnahmen solche faszinierenden Informationen über unseren Planeten zu präsentieren. Das ist ein weiterer wichtiger Schritt auf dem Weg, den Menschen überall auf der Welt zu helfen, ihre Umwelt besser zu verstehen.“

Der Direktor der Erdbeobachtungsprogramme der ESA, Dr. Volker Liebig, meinte dazu: „Mit den ESA-Bildern in Google Earth bietet sich eine ausgezeichnete Gelegenheit, die Öffentlichkeit auf Weltraumtechnologien aufmerksam zu machen und ihr Interesse daran zu wecken, insbesondere für Technologien im Dienste der Erdbeobachtung und des Umweltschutzes. Das ausgewählte Bildmaterial soll den Google Earth-Benutzern die Möglichkeit geben, die Erde aus der Vogelperspektive zu bereisen und ihren Planeten aus einem neuen Blickwinkel kennen und schätzen zu lernen, indem sie sowohl seine Schönheit als auch seine empfindlichen Stellen mit eigenen Augen betrachten.”

Die Bilder dieser Sammlung werden von den ESA-Satelliten Envisat (dem größten je konstruierten Umweltsatelliten), ERS und Proba aufgenommen. Envisat wurde 2002 in den Orbit befördert und erfasst Daten mithilfe der drei Bildgebungssensoren ASAR (Advanced Synthetic Aperture Radar), MERIS (Medium Resolution Imaging Spectrometer) und AATSR (Advanced Along-Track Scanning Radiometer).

Das Radarinstrument ASAR bildet Land ab, erstellt Profile von Wellen und Eis, überwacht Landnutzung und Vegetationsarten und misst verschiedene Oberflächenmerkmale. MERIS nimmt Bilder der Erdoberfläche und der Wolken bei Sonnenlicht auf. Das Instrument erfasst das sichtbare Licht und einen Teil des Infrarotbereichs. Der Sensor AATSR tastet Land- und Wasserflächen auf Brandherde, Wassertemperaturen und die Ausdehnung der Vegetation in bestimmten Gebieten ab.

Die Daten dieser Sensoren spielen für Wissenschaftler, Regierungen und andere eine zentrale Rolle bei der Erforschung der Ursachen für die globalen Umweltveränderungen. Dazu gehört es ebenso, El Niño-Ereignisse zu erkennen und den Schleier um das Geheimnis der globalen Erwärmung zu lüften, wie die weltweite Abforstung und Umweltverschmutzung zu verfolgen und wichtige Erkenntnisse über den Anstieg der Meeresspiegel zu erhalten.

Die Funktion „Featured Content“ in Google Earth wurde im September eingeführt und bietet Inhaltsanbietern wie der ESA die Gelegenheit, Material über berühmte natürliche oder künstliche Erscheinungen sowie wissenschaftliche Informationen bereitzustellen. Zu den Inhaltsanbietern unter „Featured Content“ gehören u. a. auch:

  • United Nations Environmental Program - Die UNEP-Inhaltsebene in Google Earth enthält chronologische, datierte Bildserien, die weltweit 100 Gebiete mit extremen Umweltschäden darstellen. Mit Bildern von der Abholzung im Amazonasgebiet über die Niederschläge wütender Waldbrände im Saharagebiet bis zum verschwindenden Aralsee in Zentralasien stellt dieses einen Zeitraum von 30 Jahren umfassende Vorher-Nachher-Bildmaterial eine lehrreiche Online-Ressource zu Umweltkrisenherden auf der ganzen Erde dar.
  • Discovery Networks World Tour - Mithilfe der Discovery-Ebene können sowohl aktive Globetrotter als auch solche, die sich die Welt lieber aus der Sicherheit ihres Wohnzimmersessels betrachten, wichtige Attraktionen, Städte und Naturwunder virtuell in Google Earth besichtigen. Kurze Discovery-Videostreams bringen den Benutzern die Geschichte und Bedeutung verschiedener Landmarken, Nationalparks, amerikanischer und europäischer Städte sowie afrikanischer Gebiete nahe. Die Multimedia-Vignetten bieten eine Einführung in die Wunder des Grabs von Tut-Ench-Amun im Tal der Könige oder die Geschichte des Tors des Itsukushima-Schreins in Japan.

  • Jane Goodall Institute - Über die Google Earth-Ebene des Jane Goodall Institute können Fifi und die anderen Schimpansen im Gombe-Reservat besucht und ihre Heldentaten über den „Geo-Blog“ des Instituts verfolgt werden. Dieser täglich aktualisierte Geo-Blog berichtet über die Arbeit des Jane Goodall Institute und veranschaulicht die dort durchgeführte Forschung über Schimpansen sowie die Auswirkungen der Abforstung in Afrika.
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