ESA und Thales Alenia Space treffen Abkommen über Entwicklung eines Intermediate eXperimental Vehicle (IXV)

16 Juni 2009

Auf der Luftfahrtmesse in Le Bourget trafen die ESA und Thales Alenia Space ein Abkommen über die weitere Entwicklung des Intermediate eXperimental Vehicle (IXV), eines Demonstrators zur Erpobung des Wiedereintritts in die Atmosphäre.

Das IXV-Projekt ist Teil des ESA-Programms FLPP (Future Launchers Preparatory Programme) für vorbereitende Studien zukünftiger Trägersysteme. IXV dient der Entwicklung eines autonomen europäischen Demonstrators zur Erprobung des Wiedereintritts in die Atmosphäre, das sich dank seiner Auftrieb erzeugenden Form, seines auf Schub und aerodynamischen Oberflächen beruhenden Hochleistungssteuersystems und eines neuartigen Hitzeschutzes für den Wiedereintritt durch eine besondere Aerodynamik auszeichnet.

Das Vehikel, das rund 1800 kg wiegen soll, wird vom europäischen Weltraumbahnhof in Kourou mit einer Vega ins All befördert. In einer Höhe von etwa 450 km wird es von der Trägerrakete abgesetzt und tritt seinen Rückflug zur Erde an, um schließlich sanft und sicher in den Pazifik einzutauchen. Die Eintrittsgeschwindigkeit von ungefähr 7,5 km/s entspricht dabei der von Rückkehrmissionen aus erdnahen Umlaufbahnen.

Thales Alenia Space ist zuständig für die Koordinierung der Konstruktion, die Entwicklung sowie die Fertigstellung des Vehikels. Thales Alenia Space leitet ein Team von Vertretern wichtiger europäischer Unternehmen, Forschungszentren und Universitäten aus Belgien, Deutschland, Frankreich, Italien, den Niederlanden, Österreich, Portugal, Schweden, Schweiz und Spanien. Mit der Auslieferung des Demonstrators an die ESA kann Ende 2012 gerechnet werden.

„Die IXV-Mission ist eine einzigartige Chance, Lösungen für einen Großteil der Bedürfnisse Europas in Bezug auf den Wiedereintritt aus erdnahen Umlaufbahnen zu finden, indem wir die Erfahrungen und Spezialkenntnisse bündeln, die zur Entwicklung eines zukünftigen europäischen Rückkehrsystems erforderlich sind,“ so Giorgio Tumino, ESA-Manager des IXV-Projekts, „insbesondere, was die Aerodynamik und die aero-thermodynamischen Eigenschaften der Wiedereintrittsphase sowie den Hitzeschutz, das Leit-, Navigations- und Steuersystem betrifft.”

„Nach Jahren ununterbrochener Forschungsarbeit in ganz Europa kennzeichnet diese Vereinbarung den Übergang des IXV-Projekts in die eigentliche Entwicklungsphase und trägt konkret zur Konsolidierung des europäischen Know-hows für Rückkehrmissionen aus erdnahen Umlaufbahnen bei“ unterstreicht Antonio Fabrizi, ESA-Direktor für Trägersysteme.

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Am 15. Juni 2009 unterzeichneten die ESA und Arianespace den Rahmenvertrag für die Bereitstellung von Raumtransportdienstleistungen. Das Hauptziel dieses Vertrags besteht darin, Ariane, Vega und Sojus im Weltraumzentrum Guyana maximal auszuschöpfen und gleichzeitig Launch-Dienstleistungen für ESA-Missionen zu wettbewerbsfähigen Preisen zu gewährleisten.

Am 17. Juni 2009 schloss die ESA mit dem Joint Propulsion Team-Konsortium aus Avio SpA (I), Astrium GmbH (D) und SNECMA (Gruppe SAFRAN) (F) einen Zusatzvertrag über 20 Millionen Euro ab. Sein Gegenstand ist die Entwicklung eines Testsystems für einen Flüssigtreibstoffantrieb der ersten Stufe des „Europäischen Trägersystems der nächsten Generation“ - eines Systems zur Erprobung von Hochschubtriebwerken.

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