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    ESOC und Hessen beschliessen Galileo-Gründerzentrum

    ESOC in Darmstadt
    17 Februar 2006

    Die Hessische Landesregierung und ESA/ESOC werden gemeinsam in Darmstadt ein Gründerzentrum für Galileo-Anwendungen einrichten. Dies ist das Hauptergebnis einer Machbarkeitsstudie, die Hessens Wirtschaftsminister Rhiel und ESOC-Direktor Winters vorstellten.

    Die Machbarkeitsstudie bestätigt ein großes Potential für die Großregion und empfiehlt, rasch ein Informations-, Anwender- und Gründerzentrum für Galileo in der unmittelbaren Nähe des Imageträgers ESOC aufzubauen. „Das Land Hessen wird gemeinsam mit dem ESA-Satellitenkontrollzentrum ESOC und weiteren Partnern in Darmstadt ein ’Galileo-Zentrum Hessen’ einrichten.“ Das sagte der Hessische Wirtschaftsminister Dr. Alois Rhiel heute anlässlich einer Pressekonferenz bei ESOC in Darmstadt. In dem Zentrum sollen Informationen zum europäischen Satellitennavigationssystem – das 2010 seinen Dienst aufnehmen wird – bereitgestellt sowie Dienstleistungen für Gründer und bestehende Unternehmen angeboten werden, die Galileo-Anwendungen entwickeln und vermarkten wollen.

    Galileo im Verkehrsbereich

    Rhiel: „Der wirtschaftlich interessante Aspekt Galileos liegt im Bereich der Navigationsanwendungen.“ Es werde prognostiziert, dass den 3 Mrd. Euro öffentlicher Investitionen der Europäer für das Galileo-System etwa 100 Mrd. Euro Wertschöpfung durch die weltweite Vermarktung von Anwendungen gegenüberstehen. Über 100.000 Arbeitsplätze sollen europaweit durch Galileo entstehen. „Wir wollen mit dem Galileo-Zentrum Hessen erreichen, dass von diesem Kuchen ein möglichst großes Stück nach Hessen geht“, sagte Rhiel.


    Frankfurter Flughafen, Straßennetz und Logistik als potentielle Galileo-Anwender

    Die möglichen Anwendungen seien vielfältig: Der Frankfurter Flughafen, das dichte Straßennetz, große Logistikzentren sowie Geo-Informationssysteme. In all diesen Feldern sei Hessen sowohl von der Infrastruktur als auch von der Unternehmenslandschaft und dem Forschungsumfeld her hervorragend aufgestellt. Diese Ressourcen müssten nun aktiviert und gebündelt werden, so Dr. Rhiel.

    Das Land Hessen und ESOC hatten im Juli 2005 eine Machbarkeitsstudie für ein Galileo-Zentrum an das Darmstädter Beratungsunternehmen INI-Novation GmbH vergeben. In diesem Rahmen untersuchte INI-Novation, wie Hessen sein vielfältiges industrielles Potenzial mit Hilfe eines Gründer- und Anwendungszentrums effektiv nutzen kann und welchen Markt es dafür in der Region Südhessen und in angrenzenden Bundesländern gibt. Ebenso wurde untersucht, wie das Gründerzentrum optimal aufgestellt werden kann und welchen Anforderungen es entsprechen sollte.

    Die wichtigsten Ergebnisse der Studie:

    - Die schnelle Einrichtung eines Gründer- und Anwendungszentrums in unmittelbarer Umgebung zum Expertisezentrum und Image-Träger ESOC wird nahegelegt.

    - Die Einrichtung des Zentrums sollte nach Möglichkeit in Form eines Public-Private-Partnership erfolgen.

    - Es wird ein zeitlich und inhaltlich gestufter Zentrumsaufbau empfohlen.

    Galileo-Gründerzentrum wird stufenweise von 2006 bis 2009 ausgebaut

    Visitors to ESOC Nav Fac
    Minister Rhiel, Director Winters and staff of the ESOC Navigation Facility

    ESOC-Direktor Gaele Winters hatte bereits den Aufbau des europaweit ersten ESA-Gründerzentrums im Technologiezentrum ESA/ESTEC in den Niederlanden begleitet. Den Ergebnissen der aktuellen Studie folgend sieht er für das gemeinsame Gründerzentrum von ESA/ESOC und Hessen folgende Aufbauschritte:

    1. Projektphase (Anlaufphase): Anfang 2006 bis Mitte 2007
    - Einstellung eines Basisteams und Aufbau des Leistungsportfolios durch Projektarbeit in Räumlichkeiten des ESOC.
    - Positionierungs- und Informationskampagne, erste Scanning-Aktivitäten, Gründung der Gesellschaft.
    - Ab 3. Quartal 2006: Aufbau der Galileo-Technologieberatung und Gründer-Infrastruktur
    - Aufbau eines Galileo-Netzwerkes Hessen.
    - Leistungsangebot des Zentrums wird entsprechend des Bedarfs und der Nachfrage schrittweise zum vollen Angebotsportfolio ausgebaut (detaillierte Beratungs- und Betreuungsaktivitäten für Gründer und Unternehmen).

    2. Ausbauphase: Mitte 2007 bis Ende 2008
    Erweiterung des Mitarbeiterstabs und des Leistungsangebotes in Räumlichkeiten des benachbarten Technologie- und Innovationszentrums (TIZ).

    3. Vollbetrieb ab 2009
    Wirtschaftlicher Betrieb und Übersiedlung von ausgereiften Gründerkandidaten in eigene Geschäftsräume.

    Finanzierung des Gründerzentrums durch Hessen, ESA und weitere Interessenten

    Als direkter Finanzierungsbedarf für das Zentrum sind in einem Zeitraum von 2006 bis 2008 insgesamt 600.000 Euro vorgesehen, die über eine Projektförderung der oben beschriebenen Leistungen erbracht werden. Hinzu kommen direkte Zuschüsse an die Gründer im Zeitraum 2006-2008 in Höhe von rund 500.000 Euro. Die Finanzierung wird durch das Land Hessen und die ESA sichergestellt werden. Ab 2009 soll sich das Zentrum selbst tragen.

    Rhiel: „Wir werden jetzt zügig einen Projektträger finden, der die vorbereitenden Arbeiten übernimmt und die Gründung des Zentrums vorbereitet. Wir sind zurzeit in Gesprächen mit öffentlichen Institutionen und privaten Unternehmen, die neben dem Land und ESOC als weitere Partner beim Galileo-Zentrum in Betracht kommen.“

    ESOC-Direktor Gaele Winters unterstreicht abschließend: „Eine ureigene Aufgabe der Europäischen Weltraumorganisation ESA ist es, die Wettbewerbsfähigkeit und Innovationskraft der europäischen Industrie auf den internationalen Märkten sicherzustellen. Bei Galileo geht es in den nächsten Jahrzehnten um den Gewinn, oder Verlust, von zehntausenden von High-Tech-Arbeitsplätzen in Europa. Mit diesem Gründerzentrum wollen wir die jungen klugen Köpfe und die existierenden Unternehmen der Großregion im Zukunftsbereich Navigation stimulieren, damit sie sich auch im globalen Umfeld erfolgreich behaupten können.“

    Pressekontakte:

    Europäisches Satellitenkontrollzentrum ESA / ESOC:
    Jocelyne Landeau-Constantin,
    Leiterin der Abteilung für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
    Tel: 0 61 51 / 90 26 96
    Email: jlc @ esa.int

    Hessisches Ministerium für Wirtschaft, Verkehr und Landesentwicklung:
    Dr. Clemens Christmann, Pressesprecher
    Tel: 0611 / 815 2020, Mobil: 0160 / 9063 4966
    Email: clemens.christmann @ hmwvl.hessen.de

    INI-Novation GmbH Darmstadt
    Dr. Marion Mienert, Geschäftsführerin
    Tel: 06151 / 155 592
    Email: marion.mienert @ ini-novation.com

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                  • Dr. Marion Mienert, Geschäftsführerin, INI-Novation GmbH (MP3)
                  • Hessische Wirtschaftsminister Dr. Alois Rhiel (MP3)
                  • ESA Director of Operations & Infrastructure G. Winters (MP3; englisch)
                  • Q&A (MP3)
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                  • Machbarkeitsstudie (Vollversion)

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