Europas neue Astronautenklasse meldet sich zur Ausbildung

Die neuen Astronauten wurden im Mai 2009 ausgewählt
14 September 2009

Anfang des Monats haben sich die neu ausgewählten ESA-Astronauten im Europäischen Astronautenzentrum in Köln eingefunden. Die sechs Kandidaten haben die ersten Tage ihrer 18-monatigen Grundausbildung absolviert, die sie auf künftige Missionen zur Internationalen Raumstation und entlegeneren Zielen vorbereitet.

Die neuen Astronauten sind:

  • Samantha Cristoforetti, aus Mailand, Italien.
  • Alexander Gerst, aus Künzelsau, Deutschland.
  • Andreas Mogensen, aus Kopenhagen, Dänemark.
  • Luca Parmitano, aus Paternò, Italien.
  • Timothy Peake, aus Chichester, Großbritannien.
  • Thomas Pesquet, aus Rouen, Frankreich.

„Ich freue mich sehr, dass unsere neuen Kollegen ihre Ausbildung im EAC in Köln angetreten haben. Die Arbeitsaufnahme der jüngsten ESA-Astronautenklasse unterstreicht unsere Bemühungen um eine wichtige Position Europas in der bemannten Raumfahrt der Zukunft,“ so Simonetta Di Pippo, ESA-Direktorin der Abteilung für Bemannte Raumfahrt. „Schon jetzt fliegen durchschnittlich zwei unserer ESA-Astronauten pro Jahr zur ISS. Im Juli 2010 begibt sich der ESA-Astronaut Roberto Vittori für die Auslieferung des Alpha-Magnet-Spektrometers zur ISS und ab November wird sein Kollege Paolo Nespoli sechs Monate lang an Bord der ISS arbeiten.

New astronauts welcomed to EAC for training
Begrüßung der neuen Astronauten zu ihrem ersten Ausbildungstag im EAC

„Für 2011 ist auch ein sechs Monate langer Aufenthalt des ESA-Astronauten André Kuipers auf der ISS vorgesehen. Dass dies so fortgesetzt werden kann, garantieren uns die neuen europäischen Astronauten, die um 2013 einsatzbereit sein sollen. Angesichts der Gespräche über eine Erweiterung der ISS über 2016 hinaus ergibt sich für sie sicherlich schon recht bald die Gelegenheit für einen Flug zur Raumstation.”

Die Grundausbildung der europäischen Astronauten wird größtenteils im Europäischen Astronautenzentrum (EAC) stattfinden und aus einem Ausbildungsprogramm nach internationalen Spezifikationen bestehen, auf die man sich unter den Partnern der Internationalen Raumstation (ISS) geeinigt hat.

Zunächst werden die Neuzugänge mit der ESA und den Industriepartnern vertraut gemacht und erhalten anschließend Unterricht in grundlegenden Fächern wie Elektrotechnik, bevor sie Genaueres über Raumfahrtsysteme, den Raumfahrtbetrieb und Themen wie beispielsweise die Beteiligung Europas an der ISS (Columbus-Labor, ATV usw.) und Sojus lernen. Mit weiteren Unterrichtseinheiten wird eine Basis in Spezialbereichen geschaffen, die sie für ihre Zukunft benötigen. Auf dem Lehrplan stehen unter anderem Russisch, Gerätetauchen als Vorbereitung auf Weltraumspaziergänge sowie Überlebenstraining.

Peake, Pesquet & Tognini at EAC
Erster Ausbildungstag im Europäischen Astronautenzentrum für neue Rekruten

Nach Abschluss der Grundausbildung sind die Astronauten bereit für die nächste Phase der ISS-Schulung. Sobald Sie einer Mission zugewiesen werden, erhalten sie ein auf ihre speziellen Aufgaben zugeschnittenes Training.

„Es genügt nicht, ein guter Wissenschaftler oder herausragender Ingenieur zu sein, um Astronaut zu werden. Während ihrer 18-monatigen Grundausbildung im EAC eignen sich die neuen Astronauten professionelle Kenntnisse und Fähigkeiten in unterschiedlichen Bereichen an. Dazu gehören Russisch, Grundlagen in einer Reihe naturwissenschaftlicher Disziplinen, die Geschichte der Raumfahrt, Weltraumtechnik, menschliches Verhalten, Flugtraining und andere zentrale Aspekte der Astronautentätigkeit. Darauf aufbauend können sie anschließend auf die komplexen Aufgaben ihrer Weltraummissionen vorbereitet werden,” erklärt Michel Tognini, Leiter des EAC.

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