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    GAIA-Koordinations-Treffen in Heidelberg

    Grafik der Gaia-Raumsonde
    8 November 2004

    Die um 2010 startende ESA-Astrometrie-Mission GAIA soll eine Milliarde Sterne der Milchstraße mit bisher unerreichter Genauigkeit kartographisch erfassen. Zur Koordinierung der deutschen Forschungsaktivitäten treffen sich teilnehmende Institutionen sowie an der Thematik interessierte Wissenschaftler am 10. November in Heidelberg.

    GAIA verkörpert eine Astrometrie-Mission der Superlative, bei der eine interplanetare ESA-Raumsonde in 1,5 Millionen Kilometern von der Erde stationiert, mehr als eine Milliarde Sterne unserer kosmischen Heimat, der Milchstraße, in bislang unerreichter Präzision vermessen soll. Das anspruchsvolle Projekt knüpft dabei an die ESA-Mission Hipparcos an, bei der von 1989 bis 1993 mehr als 100.000 Sterne vermessen wurden.

    Die von GAIA erwarteten Ergebnisse werden zu erheblichen Fortschritten auf vielen Gebieten der Astronomie und Kosmologie führen.

    Derartige Missionen der Superlative benötigen jedoch lange Planungs- und Vorbereitungszeiten. Die ersten Überlegungen zu einer Hipparcos-Nachfolgemission begannen 1993, also vor elf Jahren. Bis GAIA ihre ersten verwertbaren Ergebnisse liefern wird, werden nochmals mehr als zehn Jahre vergehen. Damit wird zugleich deutlich, dass Projekte dieser Art von den Forschern einen langen Atem erfordern.

    Vorbereitung der GAIA-Mission

    Kernelement der Nutzlast ist ein CCD-Sensorfeld

    Die Missionsvorbereitungen laufen auf mehreren Ebenen parallel. Rund 15 europaweit tätige Arbeitsgruppen, die derzeit etwa 200 Mitglieder umfassen, bereiten die wissenschaftliche Seite des gigantischen Unternehmens vor. Zur Koordination dieser Arbeit hat die ESA ein 13-köpfiges GAIA Science Team etabliert.
    Die Arbeitsgruppen sowie das Science Team befassen sich mit einer Vielfalt von Themen, die vom Entwurf des Raumfahrzeugs und der Instrumente über die Missionsplanung bis zur Planung der Datenreduktion und der astronomischen Interpretation der Daten reichen.
    Auf industrieller Seite befinden sich zwei Definitionsstudien in der Endphase. Voraussichtlich 2005 wird der industrielle Hauptauftragnehmer für GAIA ausgewählt und mit dem Bau der Raumsonde begonnen.

    Mit dem Beginn der Bauphase wird die ESA eine Aufforderung (Announcement of Opportunity) an die europäische Wissenschaftlergemeinde richten, Konsortien zur Vorbereitung und Durchführung der Datenauswertung für GAIA zu bilden.
    Die Europäische Weltraumorganisation stellt die Flug-Hardware, einschließlich der wissenschaftlichen Instrumente sowie das Bodensegment bereit und übernimmt den Missionsbetrieb. Die Bodenkontrolle und alle wissenschaftlichen Operationen werden vom Europäischen Satellitenkontrollzentrum ESOC in Darmstadt ausgeführt.


    Treffen der deutschen Interessenten

    Die Datenauswertung dagegen muss von den Wissenschaftlern in den Mitgliedsländern organisiert und finanziert werden. Dies wird in einer europaweiten Zusammenarbeit geschehen. Dabei ist angesichts der unterschiedlich strukturierten Finanzierungsbasis eine nationale Koordination der Arbeit in jedem der stärker beteiligten ESA-Mitgliedsländer notwendig.

    Zu diesem Zweck findet ein Koordinations-Treffen der deutschen GAIA-Interessenten statt:

    Am Mittwoch, dem 10. November 2004,
    in Heidelberg, im Max-Planck-Haus,
    Gerhart-Hauptmann-Straße 36,
    11 Uhr bis ca. 18 Uhr

    Die Teilnahme bereits zugesagt haben: das Astronomische Rechen-Institut ARI, Heidelberg, das Max-Planck-Institut für Astronomie in Heidelberg, die Landessternwarte Heidelberg, die TU Dresden, ZARM in Bremen sowie das Astronomische Institut in Potsdam.

    Das Treffen ist für jeden Wissenschaftler offen, der ernsthaft Interesse an einer Mitarbeit hat. Ulrich Bastian, Mitglied des 13-köpfigen GAIA-Science-Teams der ESA, wünscht sich besonders wissenschaftliche Unterstützung aus dem astronomisch interessierten Informatik-Umkreis, denn GAIA ist auch ein Informatik-Projekt.

    Das Treffen soll hauptsächlich dazu dienen, diejenigen Institutionen und Wissenschaftler an einen Tisch zu bringen, die ein aktives Interesse an einer Beteiligung bei der Datenauswertung besitzen. Die relevanten Kompetenzen und möglichen Beiträge sollen gesichtet und diskutiert werden, um damit eine Koordination dieser Beiträge und der Finanzierungsanstrengungen einzuleiten.

    Kontakt
    Anfragen zum Treffen, zum Programm
    und zu den Möglichkeiten der Mitarbeit am GAIA-Projekt:

    Astronomisches Rechen-Institut, Heidelberg
    Dr. Ulrich Bastian
    Tel.: (06221) 405-152
    bastian@ari.uni-heidelberg.de

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