Galileo macht Fortschritte

Galileo - das genaue, sichere Satellitenpositionierungssystem
19 Juli 2004

Die Entwicklungs- und Testphase von GalileoSat läuft plangemäß, das Ausschreibungsverfahren der Europäischen Weltraumorganisation ESA ist eröffnet: Das erste vollständig zivile Satellitennavigationssystem Galileo nimmt langsam Formen an.

Die Aufbauphasen von Galileo

Das Galileo-Programm wird in drei Stufen schrittweise umgesetzt:

  • Definitionsphase
  • Entwicklung und Tests im Orbit
  • Einrichtung und Inbetriebnahme des kompletten Systems

Ziel der Definitionsphase war es, die grundlegenden Eckdaten und Spezifikationen für das System auszuarbeiten. Dieser Teil des Projekts wurde 2003 bereits erfolgreich abgeschlossen.

Contracts signed for the development of GSTB satellites
Vertragsunterzeichnung für die Entwicklung der Satelliten

Ende 2003 begann anschließend die Entwicklungs- und Testphase. Hierbei soll eine erste Ausbaustufe des Systems mit vier Satelliten direkt im Weltraum getestet werden. Mit dieser „Mindestkonstellation“ können die Wissenschaftler prüfen, ob die Satelliten an den Testorten auf der Erde wie vorgesehen exakte Positions- und Uhrzeitdaten liefern können.

Hydrogen maser clock
Wasserstoff-Maser-Uhr

Zu Beginn dieser Phase wird die ESA zunächst einen Experimentalsatelliten in den Weltraum bringen. Zum einen will man damit die Frequenzbänder für den Galileo-Betrieb sichern, zum anderen die Umlaufbahnen der für die Testphase vorgesehenen Satelliten ermitteln. Auch wird der „Pioniersatellit“ dazu dienen, wichtige Technologien wie beispielsweise Atomuhren unter Weltraumbedingungen zu testen.

Galileo System Test Bed (GSTB) launch contract signed
Der Vertrag für den Start des Galileo System Test Beds (GSTB) wird unterzeichnet

Der Start des Experimentalsatelliten soll noch vor Ende 2005 erfolgen, die gesamte Testphase im Weltraum bis 2007 abgeschlossen sein.

Galileo constellation
Galileo-Konstellation

Sind die Ergebnisse positiv, wird das System anschließend für den vollen Betrieb ausgebaut: Die restlichen Satelliten werden gefertigt und in die Umlaufbahn gebracht, die erforderlichen Bodenstationen fertig gestellt. Sobald alle Satelliten im Weltraum sind, kann das System dann in Betrieb genommen werden. Am Ende der Ausbaustufe sollen 27 Betriebs- und drei Reservesatelliten die Erde umkreisen, verteilt auf drei kreisrunde mittlere Erdumlaufbahnen (Medium Earth Orbits, MEOs), bei einer Höhe von 23.222 km und einem Neigungswinkel zum Äquator von 56º. Am Boden helfen ein dichtes Netzwerk von Bodenstationen sowie lokale und regionale Servicestellen, einen reibungslosen Betrieb zu gewährleisten.

Während die technischen Vorarbeiten noch laufen, hat das Galileo Joint Undertaking, ein Gemeinschaftsunternehmen der Europäischen Kommission und der ESA, bereits das Auswahlverfahren für das zukünftige Betreiberkonsortium eingeleitet. Dieser so genannte „Konzessionsinhaber“ wird später für die endgültige Einrichtung und den laufenden Betrieb des Galileo-Systems verantwortlich sein.

Galileo: Internationale Zusammenarbeit auf weltweiter Ebene

Parallel zu den technischen Arbeiten läuft auch in der Politik alles nach Plan: Am Rande des Gipfeltreffens im Juni 2004 in Dublin wurde ein entsprechendes Kooperationsabkommen zwischen der EU und den USA unterzeichnet. Ziel dieser Vereinbarung ist es, eine reibungslose Zusammenarbeit und Kompatibilität zwischen Galileo und seinem amerikanischen Gegenstück GPS sicherzustellen. Davon profitieren alle Beteiligten: Galileo soll im Verbund mit GPS und dem russischen System GLONASS der weltweite Standard für satellitengestützte Navigation werden. Nicht zuletzt unterstreichen diese Pläne auch die globale Bedeutung von Galileo. Verträge mit anderen Ländern wie China, Indien, Kanada und Israel sind bereits unter Dach und Fach oder werden zumindest diskutiert.

Kurz: Bei Galileo läuft alles rund – die Realisierung eines genauen, sicheren Satellitennavigationssystems für Europa und die ganze Welt rückt immer näher, und die vielfältigen neuen Anwendungsmöglichkeiten im Alltag sind schon längst keine reine Zukunftsmusik mehr.

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