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    Japan nach dem Erdbeben - Aufnahmen der veränderten Topografie aus dem All

    Vor und nach dem Tsunami
    17 März 2011

    Satellitenbilder nehmen nach dem gewaltigen Erdbeben und dem Tsunami vom 11. März in Japan eine wichtige Funktion ein. Sie liefern ein genaues Bild des Ausmaßes der Katastrophe und unterstützen somit die laufenden Hilfsmaßnahmen.

    Unmittelbar nach dem Ereignis, das sich als stärkstes Erdbeben der Geschichte Japans entpuppte, hat die japanische Regierung noch am Tag des Erdbebens die Internationale Charter 'Space and Major Disasters' aktiviert.

    Satellitenbilder verschiedener Raumfahrtagenturen und Satellitenbetreiber der ganzen Welt werden nun genutzt, um Karten der betroffenen Gebiete zu erstellen und sich ein genaues Bild der Lage zu machen.

    Die vor 10 Jahren gegründete Internationale Charter beruht auf einem höchst effektiven Mechanismus, der Behörden und Entwicklungshelfern in Katastrophengebieten schnell und kostenfrei Satellitenbilder zur Verfügung stellt.

    Koordinierte Nutzung von Ressourcen und Expertise
    aus der ganzen Welt

    Mit der Zusammenführung der Erdbeobachtungsdaten verschiedener Raumfahrtagenturen, ermöglicht die Charter im Katastrophenfall eine koordinierte Nutzung von Ressourcen sowie Expertise aus der ganzen Welt.

    Die Charter sammelt zahlreiche Satellitendaten und wandelt sie zu gebrauchstauglichen Produkten um, die rund um die Uhr, sieben Tage die Woche, dem Nutzer kostenfrei zur Verfügung stehen.

    Das Ausmaß der Verheerungen, die das Erdbeben der Stärke 8,9 in Japan angerichtet hat, zeigt die unvorstellbare Kraft der Erde. Japans Topografie ist komplett verändert worden: Es wird angenommen, dass die nordwestliche Küste 4m nach Osten gerutscht ist. Ganze Städte sind vom Tsunami weggespült worden.

    Satellitenkarten liefern grundlegende Informationen für die Rettungs- und Bergungsmannschaften vor Ort. Vorher-Nachher-Bilder zeigen wie das Land sich verändert hat und wo zuvor Gebäude standen und Straßen verliefen.


    TerraSAR-X, RapidEye,
    SPOT-5, ESAs Envisat
    und US-Satelliten

    Die veränderte Topografie Japans

    Die Arbeit wird von der Japan Aerospace Exploration Agency, JAXA und dem Asian Institute of Technology koordiniert. Dabei werden die Daten zahlreicher Satelliten genutzt, wie die von Deutschlands TerraSAR-X und RapidEye, Frankreichs SPOT-5 und ESAs Envisat sowie hochauflösende Bilddaten von US-Satelliten.

    In den ersten 48 Stunden nach dem Ereignis wurden über 63 Satellitenaufnahmen gemacht. Sie werden von humanitären Hilfskräften und Entscheidungsträgern in Folge der Ereignisse verwendet.

    Ein Zusammenschluss von Forschungszentren aus Frankreich (Sertit), Deutschland, (DLR-ZKI) und der Vereinten Nationen (UNITAR/UNOSAT) arbeitet derzeit an der Datenanalyse, während JAXA sich ganz der Kartierung für die japanischen Behörden widmet.

    In den nächsten Wochen ist der Zugriff auf stetig aktualisierte Satellitendaten besonders wichtig für eine kontinuierliche Krisenreaktion und um mit der genauen Schadensfeststellung zu beginnen.

    Satellitendaten werden auch helfen, unser Verständnis dieser geologischen Bedrohungen zu vertiefen und zur Entwicklung zukünftiger Warnsysteme beitragen.

    Der berüchtigte „Pazifische Feuerring“

    Japan liegt am berüchtigten „Pazifischen Feuerring“, einer geologisch aktiven Zone. Japan wir daher als „Supersite“ betrachtet – eine Gegend, die ein hohes Risiko seismischer Aktivität birgt.

    Die „Geo-Hazard Supersites Initiative“, die von der „Group on Earth Observations“ koordiniert wird, wertet satellitengestützte Radarbeobachtungen der letzten 20 Jahre aus, um das Verständnis geologischer Risiken zu vertiefen.

    Ziel ist es, durch interferometrische Verfahren sehr präzise Karten zu erstellen, die die Bodendeformationen zeigen. Damit soll unser Verständnis der tektonischen Phänomene in Japan verbessert werden.

    Ein weiteres Beispiel für die Zusammenarbeit verschiedener Weltraumorganisationen ist die Förderung von Forschungen zu geologischen Gefahren durch die Bereitstellung eines einfachen Zugangs zu umfassenden Satellitendatensätzen für die internationale wissenschaftliche Gemeinschaft.

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