Mission erfüllt: 105-tägige Simulation einer Marsmission endet in Moskau

The crew of six has completed their 105-day Mars mission simulation inside the isolation facility in Moscow
14 Juli 2009

Eine sechsköpfige Mannschaft brachte heute ihre simulierte Marsmission zum Abschluss und verließ zum ersten Mal nach 105 Tagen eine spezielle Isolationseinrichtung in Moskau, Russland. Ihre Mission ist Teil des Mars500-Programms zur Erforschung der psychologischen und medizinischen Aspekte von Langzeitraumflügen.

Mit dabei waren zwei ESA-Besatzungsmitglieder: Oliver Knickel, Maschinenbauingenieur bei der Deutschen Bundeswehr, und Cyrille Fournier, Linienpilot aus Frankreich. Die übrigen vier Besatzungsmitglieder sind Russen: die Kosmonauten Sergei Ryazansky (Kommandant) und Oleg Artemyez, der Mediziner Alexei Baranov und der Sportarzt Alexei Shpakov.

“Wir haben unsere Mission erfolgreich erfüllt,” so Oliver Knickel, ESA-Teilnehmer des Mars500-Programms. “Das ist eine große Leistung, auf die ich sehr stolz bin. Ich hoffe, dass die wissenschaftlichen Daten, die wir im Verlauf der letzten Monate erhoben haben, dazu beitragen können, eine Mission zum Mars möglich zu machen.”

Im Inneren der Isolationseinrichtung am Institut für Biomedizinische Probleme (IBMP) wurde die Mannschaft einer Reihe von Szenarien ausgesetzt, die ihr den Eindruck einer wirklichen Reise zum Roten Planeten verliehen. So durchlebte das Team den Start, die Reise ins All, die Ankunft, einen Ausflug auf die Marsoberfläche und schließlich die lange Heimreise.

Wissenschaft

Die Teilnehmer waren außerdem Gegenstand wissenschaftlicher Versuche zur Beurteilung der Auswirkungen einer derartigen Abgeschiedenheit auf verschiedene psychologische und physiologische Parameter.

Mit Blattsalat, Radieschen und Kohl baute sich die Besatzung zur Ergänzung der abgepackten Astronautennahrung einen Teil ihres Speiseplans selbst an. In der knappen Freizeit wurde gelesen, oder man schaute Filme, musizierte oder spielte gemeinsam.

“Es herrschte während der gesamten 105 Tage ein überwältigender Teamgeist,” berichtet Cyrille Fournier, ESA-Teilnehmer des Mars500-Programms. “Ein derart langer Aufenthalt in einer isolierten Umgebung kann nur funktionieren, wenn die Besatzungsmitglieder wirklich gut miteinander auskommen. Die Besatzung ist der Schlüssel zum Missionserfolg. Das ist mir während der 105 Tage ganz bewusst geworden.”

520 Tage

Simonetta Di Pippo, ESA-Direktorin für Bemannte Raumfahrt, war bei der Öffnung der Luke anwesend und begrüßte die Mannschaft beim Verlassen des Moduls. „Die Besatzung hat hervorragende Arbeit geleistet,“ so Di Pippo. „Ich möchte ganz besonders Oliver und Cyrille beglückwünschen – Ich bin stolz auf ihren persönlichen und professionellen Beitrag zum Erfolg dieser 105-Tage-Mission. Ich freue mich schon auf die vollständige Simulation im kommenden Jahr, die 520 Tage dauern wird. Diese Untersuchungen, wie viele andere unserer Aktivitäten in Einrichtungen auf der Erde, die den echten Raumflugkörpern nachempfunden sind, helfen Europa, sich in der bemannten Raumfahrt weiterzuentwickeln – die ISS zu nutzen, wieder zum Mond zu fliegen und eines Tages auch darüber hinaus.”

Anfang 2010 wird eine andere sechsköpfige Mannschaft in derselben Kammer eingeschlossen, um eine vollständige Marsmission von 520 Tagen zu erleben. Die beiden Studien gehören zum Mars500-Programm, das von der ESA und ihrem russischen Partner IBMP durchgeführt wird.

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