Raumfahrt im Dienste der europäischen Bürger

Opening Edinburgh
Opening of the Ministerial Conference in Edinburgh
14 November 2001

Am 14. und 15. November kommen die für Raumfahrt verantwortlichen Minister der fünfzehn Mitgliedstaaten der Europäischen Weltraumorganisation sowie Kanadas in Edinburgh zusammen, um den künftigen Kurs für die Raumfahrt in Europa festzulegen. Sie sind aufgefordert, die nächsten Etappen einer Reihe laufender Programme zu genehmigen und die Inangriffnahme neuer Programme zu beschließen, damit Europa in der Raumfahrt seine führende Position behaupten kann.

Angesichts des Wandels der geopolitischen Rolle Europas und der zunehmenden Anerkennung der Raumfahrt als strategisches Instrument zur Durchführung seiner Politik und zur Verbesserung der Lebensqualität der europäischen Bürger bemüht sich die ESA, ihre Ziele in engerer Zusammenarbeit mit der Europäischen Union zu verwirklichen.

Der ESA-Rat auf Ministerebene soll auf dieser Tagung entscheidende Impulse in Form von politischen Leitlinien für die künftige Gestaltung und Konsolidierung des öffentlichen Raumfahrtsektors geben und den Auftrag an die ESA bestätigen, ihre Weiterentwicklung zur Weltraumorganisation für die Europäische Union fortzusetzen. Außerdem sollen konkrete Vorhaben vereinbart werden, die Wissen schaffen, Dienstleistungen für das tägliche Leben erbringen und Europas Stellung in der Raumfahrt sichern, um ihm langfristig die volle Nutzung ihres Potentials zu ermöglichen.

Die politischen Ziele und die Weisungen zur Gestaltung des europäischen Raumfahrtsektors sollen in einer Entschließung mit dem Titel „Raumfahrt im Dienste der europäischen Bürger“ verankert werden.

Programme

Dem ESA-Rat auf Ministerebene liegen Programme in folgenden Bereichen zur Beschlußfassung vor:

Erdbeobachtung:

  • Erdbeobachtungsrahmenprogramm, zweiter Zeitraum
  • Erdüberwachungsprogramm, erster Zeitraum

Telekommunikationstechnologie:

  • ARTES-1: Vorstudien und -untersuchungen
  • ARTES-3: Satellitengestützte Multimediasysteme
  • ARTES-4: ESA/Industrie-Partnerschaftsprogramm in der Telekommunikation
  • ARTES-5: Fortschrittliche Systeme und Telekommunikationsgeräte
  • ARTES-8: Mission mit einer großen Plattform

Entwicklungs- und Validierungsphase für das Satellitennavigationssystem Galileo

Internationale Raumstation:

  • Fortsetzung des ISS-Einsatzprogramms
  • Zusätzliche ISS-Fluggelegenheiten
  • Programm zur Vorbereitung der kommerziellen ISS-Nutzung
  • Programm für Studien, Technologie und zukunftsweisende Vorarbeiten (STEP)
  • Europäisches Programm für lebenswissenschaftliche und physikalische Grundlagen- und angewandte Forschung unter Nutzung der ISS (ELIPS)

Raumfahrzeugträger:

  • Begleitendes Forschungs- und Technologieprogramm für den Träger Ariane-5 (ARTA) (2003–2006)
  • Infrastrukturprogramm Ariane-5 (2002–2004)
  • Ariane-5 Plus, dritte Etappe

Weltraumexplorationsprogramm Aurora: Langfristiger europäischer Plan für die robotische und bemannte Exploration des Sonnensystems.

Zu beschließen sind ferner das Mittelvolumen der obligatorischen Tätigkeiten und die Fortsetzung des das Raumfahrtzentrum Guayana (CSG) betreffenden Programms für den Zeitraum 2002–2006.

1. MITTELVOLUMEN DER OBLIGATORISCHEN TÄTIGKEITEN 2002–2006

Das Mittelvolumen der obligatorischen Tätigkeiten deckt den Finanzierungsbedarf für die Grundlegenden Tätigkeiten des Allgemeinen Haushalts und für das Wissenschaftliche Programm, und zwar in der Regel für fünf Jahre. Gegen Ende des dritten Jahres jedes Fünfjahresabschnitts setzt der ESA-Rat einstimmig das Mittelvolumen der obligatorischen Tätigkeiten für den nächsten Fünfjahresabschnitt fest.

Im Mai 1999 wurde dem Rat auf Ministerebene das Mittelvolumen für den Zeitraum 1999–2003 vorgeschlagen. Damals beschloß der Rat, die Dauer auf den Zeitraum 1999–2002 zu beschränken, und beauftragte die ESA-Exekutive, ihm vor Ende 2001 einen Vorschlag für ein neues Mittelvolumen zur Genehmigung zu unterbreiten. Die Ministertagung im November ist daher der richtige Zeitpunkt, um das Mittelvolumen der obligatorischen Tätigkeiten für den Zeitraum 2002–2006 zu vereinbaren.

In den 90er Jahren wurden beträchtliche Anstrengungen zur Steigerung der Effizienz der Arbeitsmethoden der ESA unternommen. Dies hatte zur Folge, daß das Mittelvolumen der obligatorischen Tätigkeiten über den Zehnjahreszeitraum um rund 14 % verringert wurde, wobei aber wenig Kapazität verloren ging und die Tätigkeiten in einigen Bereichen sogar verstärkt werden konnten. Um innerhalb der europäischen Gesamtstrategie für die Raumfahrt ein ausgewogenes Verhältnis zwischen den Grundlegenden Tätigkeiten und den fakultativen Programmen sicherzustellen, wird nun eine bescheidene Aufstockung (um rund 4 % über 5 Jahre) vorgeschlagen, die vor allem dem Wissenschaftlichen Programm und dem Bereich Technologie zugute kommen soll.

Allgemeiner Haushalt

Der Allgemeine Haushalt der ESA umfaßt Kernstruktur- und Verwaltungskosten, technische Tätigkeiten wie allgemeine Studien und technologische Forschung sowie das Earthnet-Programm und Ausbildungsmaßnahmen (Stipendien usw.).

Das Programm für Allgemeine Studien bereitet durch Klärung der Durchführbarkeit die Auswahl neuer wissenschaftlicher Missionen sowie die Genehmigung neuer fakultativer Projekte bzw. Programme vor und unterstützt die Weiterentwicklung der ESA durch Untersuchung und Erprobung neuer Arbeitsmethoden. Weitere Schwerpunkte des Programms sind Themen wie Weltraumwetter-Anwendungen, Abwehr der Gefährdung durch erdnahe Objekte, das GRID (künftige Weiterentwicklung des World Wide Web) und fortschrittliche Netztechniken sowie eine Reihe sehr innovativer Technologien.

Das Programm für Technologische Grundlagenforschung (TRP) bewertet das Potential zukunftsweisender Technologien als Voraussetzung für künftige Weltraummissionen, erbringt den Nachweis für die technische Durchführbarkeit künftiger ESA-Missionen und harmonisiert künftige Entwicklungen mit den nationalen Agenturen. Das Technologietransferprogramm (TTP) ist auf die Förderung und Verbreitung der für die Raumfahrt entwickelten Technologien in der ganzen Europäischen Gemeinschaft gerichtet, um sie mit den ggf. erforderlichen Anpassungen in die Marktwirtschaft zu integrieren.

In den Allgemeinen Haushalt werden auch Tätigkeiten im Zusammenhang mit Weltraummüll aufgenommen.

Für den Allgemeinen Haushalt werden im Zeitraum 2002–2006 insgesamt Mittel in Höhe von 919 MEuro (zu den wirtschaftlichen Bedingungen von 2001) beantragt, was einer jährlichen Zunahme um 3 % entspricht.

SMART-2
SMART-2 will pave the way for ESA's ambitious Darwin and LISA missions

Wissenschaftliches Programm

Das Wissenschaftliche Programm ist das Rückgrat der ESA-Programme. Es ist „Schöpfer“ von Wissen und daher wesentlich für eine wissensbasierte Gesellschaft. Das Wissenschaftliche Programm ist ein erfolgreiches Programm, dank dessen Europa auf den meisten Gebieten der Weltraumforschung die führende Position einnimmt oder mit der NASA teilt.

In den letzten zehn Jahren hat das Wissenschaftsprogramm erhebliche Leistungssteigerungen erzielt, obwohl seine Kaufkraft in den letzten sechs Jahren rückläufig war. Dem Kaufkraftschwund wurde durch Steigerung der industriellen Produktivität und Effizienz begegnet, die durch Einsatz neuer Träger, Wiederverwendung von Plattformen und Untersystemen und neue Managementmethoden erreicht wurde.

In den kommenden Jahren ist eine allgemeine Erhöhung der Mittelausstattung unerläßlich, damit das Wissenschaftliche Programm im weltweiten Wettbewerb ein Flaggschiff bleiben, einen Beitrag zur wissensbasierten europäischen Gesellschaft leisten und seiner strategischen Rolle als Informationsquelle gerecht werden kann.

Der Finanzierungsvorschlag für die nächsten fünf Jahre deckt folgendes ab:

  • die Aufrechterhaltung der Planung für die bereits gestarteten wissenschaftlichen Missionen (Hubble-Weltraumteleskop, Ulysses, Cluster II, SOHO, Huygens/Cassini, XMM-Newton);
  • die genehmigten wissenschaftlichen Missionen, die sich in der Entwicklungsphase befinden (INTEGRAL, Rosetta, Mars Express, SMART-1 und Herschel-Planck);
  • neue Missionen, die untersucht werden oder in diesem Zeitraum ausgewählt und eingeleitet werden sollen (d.h. die Kernprojekte BepiColombo, GAIA und LISA mit SMART-2 sowie die Flexi-Mission Sonnenorbiter);
  • neue Missionen, die genehmigt, ohne erhöhte Finanzierung aber nicht möglich sind (Eddington, eine „Reservemission“, und weitere Flexi-Missionen).

Für das Wissenschaftliche Programm werden im Zeitraum 2002–2006 Gesamtbeiträge in Höhe von 1945,1 MEuro (WB 2001) beantragt.

Dieser Antrag beinhaltet jedoch ein niedrigeres Wachstum als erwartet, was wahrscheinlich zum Verzicht auf die geplante Mission unter Wiederverwendung der Mars Express-Plattform (2005) zwingen wird und zum Aufschub von Missionen wie GAIA und Sonnenorbiter führen könnte. Eine längerfristige Folge könnte sein, daß Eddington (2008) nicht in das Programm aufgenommen werden kann.

ERS image of Edinburgh
ERS image of Edinburgh

2. ERDBEOBACHTUNG

Die Erdbeobachtung aus dem Weltraum dient der Erdforschung wie auch operationellen Anwendungen in Bereichen wie Umweltüberwachung und Bewirtschaftung natürlicher Ressourcen. Die Erdforschung leistet einen entscheidenden Beitrag zum besseren Verständnis des Planeten Erde und der sich auf ihm abspielenden komplexen Vorgänge. Die Anwendungen der Erdbeobachtung bieten einzigartige und kosteneffiziente Möglichkeiten als Entscheidungshilfen in einer Vielfalt von Bereichen.

Die Minister sollen über zwei Erdbeobachtungsprogramme entscheiden:

  • den zweiten Zeitraum (2003–2007) des Erdbeobachtungsrahmenprogramms (EOEP-2);
  • den ersten Zeitraum des Erdüberwachungsprogramms, der die zwischen 2002 und 2006 einzuleitenden Missionen umfaßt.

Der Beschluß über EOEP-2 ist die logische Folge der 1999 vom Ministerrat genehmigten EOEP-Vorhaben, wonach spätestens ein Jahr vor dem Ende des vorausgehenden Zeitraums ein neuer EOEP-Abschnitt vorgeschlagen, genehmigt und finanziert werden sollte. Das EOEP-1 erstreckt sich auf den Zeitraum 2000–2002.

Die Inangriffnahme eines Erdüberwachungsprogramms parallel zum EOEP wurde vom Rat 1998 gebilligt und entspricht der Initiative für Globale Umwelt- und Sicherheitsüberwachung (GMES), die in der von den Ministerräten der EU und der ESA im November 2000 genehmigten europäischen Strategie für die Raumfahrt als vorrangiges europäisches Ziel identifiziert wurde.

Die Erdüberwachungsinitiative wird die Bandbreite der über die ESA in Partnerschaft mit den Mitgliedstaaten, Nutzerorganisationen und der Industrie entwickelten Anwendungen der Erdbeobachtung erweitern.

EOEP-2

Mit dem EOEP ist die ESA ein langfristiges Engagement für Erdforschungsvorhaben eingegangen, die von den europäischen Wissenschaftlern bestimmt werden, für internationale Zusammenarbeit offen sind und den europäischen Ambitionen und Fähigkeiten gerecht werden. Das EOEP umfaßt Erdforschungskern- und -gelegenheitsmissionen und finanziert auch die Missionsauswertung, die Vorentwicklung von Instrumenten sowie Markterschließungsmaßnahmen.

Die Entwicklung von Erdforschungsmissionen wie Cryosat, die Mission zur Bestimmung des Schwerefelds und der stationären Ozeanzirkulation (GOCE), die Mission zur Untersuchung der Bodenfeuchtigkeit und des Salzgehalts der Ozeane (SMOS) und das volle Anlaufen der Mission zur Dynamik der Atmosphäre (ADM-Aeolus) sind die Hauptbestandteile des EOEP-1.

Im zweiten Zeitraum des EOEP muß nun zu einem normalen Ablauf im Fünfjahresrhythmus übergegangen werden. Dieser steht im Einklang mit der zeitlichen Gliederung der Erdüberwachungsinitiative, die ebenfalls in Fünfjahreszeiträume unterteilt ist.

Das EOEP-2 wird für die Geowissenschaftler und die Industrie einen festen Rahmen abstecken, in dem jedes Jahr eine neue Mission in Angriff genommen wird. Außerdem wird es die Vorbereitung von Erdüberwachungsmissionen ermöglichen, wozu auch die Anfangsstadien von Gemeinschaftsmissionen mit EUMETSAT gehören.

Für das EOEP-2 werden im Zeitraum 2003–2007 Beitragszusagen der Mitgliedstaaten von insgesamt 1699 MEuro erwartet.

Erdüberwachung

Das Erdüberwachungsprogramm wird eine Reihe von Anwendungsmissionen umfassen und als fakultatives Programm in Partnerschaft mit Nutzerorganisationen, dem Privatsektor oder beiden durchgeführt.

Die anfänglichen Programmteile des Erdüberwachungsprogramms betreffen folgende vorrangige Themen:

  • operationelle Meteorologie in Partnerschaft mit EUMETSAT;
  • die Anforderungen der GMES-Initiative, die gegenwärtig ausgearbeitet werden und vor allem den globalen Wandel, natürliche und vom Menschen verursachte Katastrophen, Umweltbelastung und die Überwachung der Einhaltung völkerrechtlicher Verpflichtungen betreffen;
  • Gewinnung hochauflösender (optischer und SAR-)Bildaufnahmen für öffentliche und privatwirtschaftliche Anwendungen wie Kartierung, Bewirtschaftung natürlicher Ressourcen, Katastrophenwarnung und Sicherheit, Geologie usw.

Das Erdüberwachungsprogramm wird in Fünfjahreszeiträumen durchgeführt. Der erste (2002–2006) umfaßt folgende Programmteile, die bereit für den Übergang zur Entwicklungsphase sind:

  • Programmteil „GMES-Dienste“
    (geplantes Finanzvolumen: 83 MEuro);
  • Programmteil „SAR im C-Band“ nach dem Radarsat-Vorschlag der Kanadischen Raumfahrtagentur (CSA)
    (geplantes Finanzvolumen: 100 MEuro);
  • Programmteil „SAR im X-Band“ nach dem COSMO-Vorschlag der Italienischen Raumfahrtagentur (ASI)
    (geplantes Finanzvolumen: 75 MEuro);
  • thematischer Programmteil „SAR im L- und X-Band“ nach dem gemeinsamen Vorschlag InfoTerra/TerraSAR der britischen und der deutschen Raumfahrtagentur (BNSC/DLR)
    (geplantes Finanzvolumen: 30 MEuro) ; und
  • Programmteil „Infrarotbeobachtungen“ nach dem Fuegosat-Vorschlag des spanischen CDTI
    (geplantes Finanzvolumen: 60 MEuro).

Darüber hinaus werden im Zeitraum 2002–2006 folgende Programmteile vorbereitet :

  • ein Programmteil „optische Beobachtungen“, möglicherweise auf der Grundlage des Vorschlags „Pléiades“ der französischen Raumfahrtagentur CNES;
  • ein Programmteil „Beobachtung der Ozeane“, der auf früheren Investitionen der ESA in diesem Bereich aufbauen würde, und
  • ein Programmteil „Beobachtungen im Super-/Hyperspektrumsbereich“, der gegenwärtig anhand von nationalen Vorschlägen und Industrieangeboten im Rahmen des EOEP untersucht wird.

Für den ersten Zeitraum (2002–2006) des Erdüberwachungsprogramms werden Beitragszusagen der Mitgliedstaaten von insgesamt 348 MEuro erwartet.

Technological innovation in modern life
Technological innovation in modern life

3. TELEKOMMUNIKATION

Drei Viertel aller Satelliten sind Nachrichtensatelliten. Sie sind für Europa von strategischer Bedeutung. Der Gesamtumsatz der Satellitenindustrie belief sich im Jahr 2000 weltweit auf 27 Mrd. Dollar und wird bis 2007 voraussichtlich auf über 100 Mrd. Dollar ansteigen.

Programm für Fortgeschrittene Forschung zu Telekommunikationssystemen (ARTES)

Im Rahmen dieses Programms wurden acht Aktionen/Projekte bestimmt, um die Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Industrie auf dem Gebiet der Satellitenkommunikation zu verbessern. Sie stellen zu einem großen Teil Fortsetzungen oder Erweiterungen laufender Vorhaben dar.

  • Interaktive Multimedia: Errichtung, Demonstration und anfänglicher Betrieb von geostationären Multimedia-Satellitensystemen.
  • Nutzersegment: Unterstützung für Anwendungen, Bodennetze und Nutzerendgeräte, die für die erfolgreiche Einführung neuer Dienste und die Erschließung neuer Märkte kritisch sind. Hierbei wird die Mitwirkung von KMU gefördert.
  • Mobilität: Entwicklung der Technologien für die nächste Generation beweglicher Funkdienste und Förderung der frühzeitigen Errichtung von Mobilfunk-Satellitensystemen und Digitaltonrundfunkdiensten.
  • Programm für Vorbereitungsarbeiten und Standardisierung: Untersuchung der Entwicklung des Marktes für Satelliten- und terrestrische Kommunikationssysteme und der Wettbewerbsfähigkeit der Industrie sowie Bewertung neuer Systemarchitekturen.
  • Technologie: Dieses Programm ermöglicht der Industrie und den Betreibern die ständige Bewertung und Entwicklung neuer Technologien zur Verbesserung der Gesamtleistungen der Satellitensysteme der nächsten Generation.
  • Mission mit einer großen Plattform: Entwicklung einer großen europäischen Satellitenplattform mit über 7000 kg Masse und über 20 kW Leistung. Bei diesem Vorhaben werden europäische Hauptauftragnehmer und Zulieferer gemeinsam darauf hinarbeiten, dem Bedarf der Telekom-Betreiber ab 2006 gerecht zu werden.
  • Plattformen zur Demonstration in der Umlaufbahn: Flugqualifizierung neuer Nutzlast- und Plattformkomponenten zur Verringerung des Entwicklungsrisikos und Beschleunigung der kommerziellen Einführung.
  • Demonstration von Satellit-zu-Satellit-Verbindungen: Diese Technologie bietet die Möglichkeit zur Steigerung der Leistungsfähigkeit von Satellitennetzen der nächsten Generation. Die Eignung solcher Verbindungen soll mit diesem Programm in der Umlaufbahn nachgewiesen werden.

Mit Ausnahme der Mission mit einer großen Plattform, die Gegenstand eines neuen ARTES-Programmteils (ARTES-8) ist, werden alle obengenannten Aktionen/Projekte in das bestehende ARTES-Programm einbezogen.

ARTES-1: Vorstudien und -untersuchungen

Beantragte Beiträge für den Zeitraum 2002–2006:

50 MEuro

ARTES-3: Satellitengestützte Multimediasysteme (einschließlich Mobilität und Satellit-zu-Satellit-Verbindungen)

Beantragte Beiträge für den Zeitraum 2002–2006:

465 MEuro

ARTES-4: ESA/Industrie-Partnerschaftsprogramm in der Telekommunikation (einschließlich Technologie und Nutzersegment)

Beantragte Beiträge für den Zeitraum 2002–2006:

115 MEuro

ARTES-5: Fortschrittliche Systeme und Telekommunikationsgerät (Technologie, Nutzersegment und Demonstration in der Umlaufbahn)

Beantragte Beiträge für den Zeitraum 2002–2006:

370 MEuro

ARTES-8: Programm für eine große Plattform

Beantragte Beiträge für den Zeitraum 2002–2006:

500 MEuro

ARTES-Gesamtsumme

1500 MEuro

Anmerkung: Das ARTES-Programm besteht gegenwärtig nur noch aus 5 Programmteilen (1 bis 5). Der ARTES-Programmteil 2 (Bord-Signalverarbeitung) ist abgeschlossen.

Galileo
Galileo: Europe's global navigation system

Galileo-Programm

Galileo ist eine Gemeinschaftsinitiative der Europäischen Kommission und der ESA. Es ist geplant, bis Ende 2008 eine volle Konstellation von Navigationssatelliten zu errichten. Das Programm wurde im Herbst 1999 eingeleitet und wird nach der Indienststellung des Systems die Eigenständigkeit Europas für sicherheitskritische Anwendungen und die Telematik-Infrastruktur mit überlegenen technischen und betrieblichen Eigenschaften gegenüber dem amerikanischen GPS und dem russischen GLONASS gewährleisten.

Das Galileo-Programm gliedert sich in die folgenden Phasen:

Ende 1999 – Ende 2000: Galileo-Definitionsphase

Diese der Auslegung des Gesamtsystems gewidmete Phase ist nun abgeschlossen. Sie umfaßte zwei Arten von Tätigkeiten:

  • Arbeiten für GalileoSat (Weltraumsegment und zugehörige Bodeneinrichtungen) unter der Verantwortung der ESA;
  • Galileo-Tätigkeiten (Mission, Architektur, Frequenzplanung, usw.) unter der Verantwortung der Europäischen Kommission.

    (Für diese Phase wurden 80 MEuro zu gleichen Teilen von der Europäischen Kommission und der ESA bereitgestellt).

2001–2005: Entwurfs-, Entwicklungs- und Validierungsphase

Endziel dieser Phase ist die Validierung des Systems in der Umlaufbahn nach Errichtung einer Grundkonstellation aus 3 bis 5 Satelliten und eines repräsentativen Bodenkontrollsegments mit Testempfängern.

Der Beitrag der ESA zur Entwurfs-, Entwicklungs- und Validierungsphase beträgt 550 MEuro. Da hiervon 53 bereits gezeichnet sind, werden die Minister um Bewilligung von 497 MEuro gebeten. 2006–2008: Phase der Errichtung und des anfänglichen Betriebs

Im Endausbau wird das Galileo-System 21 Satelliten auf Erdumlaufbahnen in 24 000 km Höhe, die möglicherweise durch 3 geostationäre Satelliten in 36 000 km Höhe ergänzt werden, und die zugehörige Bodeninfrastruktur umfassen. Es wird mit den geplanten weltweiten Positionsbestimmungssystemen der zweiten Generation vereinbar und verbundfähig sein.

Die Kosten des Galileo-Gesamtprojekts werden auf rund 2,7 Milliarden Euro geschätzt. Gegenwärtig werden Finanzierungsregelungen für die Errichtungs- und Betriebsphase ausgearbeitet.

ISS International Space Station
International Space Station

4. BEMANNTE RAUMFAHRT UND SCHWERELOSIGKEITSFORSCHUNG

Da sich die Entwicklung des europäischen Beitrags zur Internationalen Raumstation dem Abschluß nähert und das ISS-Einsatzprogramm im Jahr 2000 angelaufen ist, werden sich die europäischen Anstrengungen in den nächsten fünf Jahren (2002–2006) darauf konzentrieren, die Kontinuität der Vorbereitungen für den Einsatz der Station und die Nutzung ihrer europäischen Bestandteile für Grundlagen- und angewandte Forschung sowie für kommerzielle Anwendungen sicherzustellen. Die Aufrechterhaltung einer europäischen Kapazität für bemannte Raumflüge ist auch ein wichtiger strategischer Faktor für die ISS-Nutzung und die künftige bemannte Exploration des Weltraums.

Fortsetzung des ISS-Einsatzprogramms

Zweck des Programms ist die Entwicklung operationeller europäischer Kapazitäten in Schlüsselbereichen, die auf lange Sicht für die bemannte Exploration des Weltraums erforderlich sind, der Erwerb des Know-hows für den Betrieb einer komplexen bemannten Außenstelle im Weltraum und die Förderung der ISS-Nutzung durch europäische Nutzer.

Der erste Zeitraum des ISS-Einsatzprogramms (2002–2006) umfaßt die Teilfinanzierung der ersten Ariane-5 und die volle Beschaffung der dritten Ariane-5 für ATV sowie die Beschaffung des ATV selbst einschließlich der ersten ATV-Produktionseinheit. Zum Programm gehören auch die technische Betreuung der Flug- und Bodenelemente (einschließlich Beschaffung von Weltraumkomponenten), die Vorbereitung des ISS-Betriebs und der Anfangsbetrieb, die Vorbereitung und Durchführung der ersten ATV-Mission im Rahmen des ISS-Einsatzprogramms, Astronautenaktivitäten, Nutzungskoordinierung und -unterstützung, entgeltliche Leistungen der NASA (Datenübertragung und Abwärtslogistik) sowie die Programmintegration.

Der erste Zeitraum des ISS-Einsatzprogramms gliedert sich in Tätigkeiten zu Fixkosten und Tätigkeiten zu variablen Kosten in den Jahren 2002–2006. Sein Finanzrahmen beläuft sich auf 965,9 MEuro (WB 2001) und setzt sich aus einem festen Teilrahmen von 579,4 MEuro für den Zeitraum 2002–2004 und einem vorläufigen Teilrahmen von 386,5 MEuro für den Zeitraum 2005–2006 zusammen.

Zusätzliche ISS-Fluggelegenheiten

Das Programm zielt darauf ab, ein aktives und erfahrenes europäisches Astronautenkorps zu erhalten und auszubauen, europäischen Nutzern weitere Gelegenheiten zur ISS-Nutzung zu bieten, die europäische bemannte Raumfahrt und die weltraumgestützte Forschung verstärkt zu fördern und einen europäischen Weg für die kommerzielle Entwicklung der ISS zu erschließen.

Das als weiterer Abschnitt des ISS-Einsatzprogramms vorgeschlagene Programm sieht vor, von Rußland 4 Sojus-Flüge zu und von der ISS zu beschaffen, und schließt die zugehörige Mannschaftsausbildung sowie die Management- und Missionsunterstützungskosten ein.

Der vorgeschlagene Beschluß erstreckt sich auf vier zusätzliche Flüge zur ISS für europäische Astronauten im Zeitraum 2003–2006. Der entsprechende Finanzrahmen beläuft sich auf 60 MEuro (WB 2001).

Vorbereitung der kommerziellen ISS-Nutzung

Das Programm soll die Grundlagen für die kommerzielle Nutzung der ISS schaffen, die kommerzielle Nutzung der ISS zur Erwirtschaftung von Einnahmen fördern, um die sich die Beiträge der Teilnehmer zum Einsatz der ISS verringern könnten, und das Image der ISS pflegen, um einen größeren Nutzerkreis anzuziehen.

Das als weiterer Abschnitt des ISS-Einsatzprogramms vorgeschlagene Programm umfaßt die Erarbeitung des ordnungspolitischen und rechtlichen Rahmens, die Durchführung von Pfadfinderprojekten und ISS-Fördertätigkeiten.

Der vorgeschlagene Beschluß betrifft die Tätigkeiten zur Vorbereitung der kommerziellen Nutzung im Zeitraum 2002–2006. Der von den Teilnehmerstaaten durch Beiträge abzudeckende Finanzrahmen beträgt 35 MEuro (WB 2001). Dieser Finanzrahmen soll durch Beiträge industrieller Partner ebenfalls in Höhe von 35 MEuro (WB 2001) ergänzt werden.

Studien, Technologie und zukunftsweisende Vorarbeiten für bemannte Raumflüge (STEP)

Die Ziele dieses Programms sind die Verbesserung der bestehenden ISS-Dienste, die Senkung der ISS-Betriebskosten und die Vorbereitung künftiger Infrastrukturkapazität.

Das als weiterer Abschnitt des ISS-Einsatzprogramms vorgeschlagene Programm umfaßt Studien, Definitionsarbeiten und die Vorentwicklung ausgewählter Komponenten.

Es ist als Rahmenprogramm in Zeiträumen von je drei Jahren Dauer strukturiert, für die ein Arbeitsplan aufgestellt wird und die Mitgliedstaaten Vorhaben im eigenen Interesse mit einer dem Bedarf angepaßten Finanzierung durchführen können.

Der vorgeschlagene Beschluß erstreckt sich auf die Tätigkeiten des ersten Dreijahreszeitraums (2002–2004). Der Finanzrahmen bestimmt sich nach den auf der Ratstagung auf Ministerebene gezeichneten Beiträgen.

Programm ELIPS

Angestrebt wird die Maximierung der gesellschaftlichen Vorteile aus der Nutzung der ISS, die Förderung der Kompetenz und Wettbewerbsfähigkeit Europas in den Lebens- und physikalischen Wissenschaften, die Durchführung sowohl wissenschaftlicher Grundlagenforschung als auch angewandter und kommerzieller Forschung in diesen Bereichen und die Gewährleistung der Kohärenz der einschlägigen europäischen Programme.

Das Europäische Programm für lebenswissenschaftliche und physikalische Grundlagen- und angewandte Forschung unter Nutzung der Internationalen Raumstation (ELIPS) wird als Rahmenprogramm vorgeschlagen, das ähnlich wie das ISS-Einsatzprogramm aus aufeinanderfolgenden Zeiträumen von je fünf Jahren Dauer besteht. Jeder Programmzeitraum gliedert sich in einen festen Zeitraum von 3 Jahren und einen vorläufigen Zeitraum von zwei Jahren. Das Programm ELIPS ist der Nachfolger des EMIR-2-Erweiterungsprogramms, d.h. des Schwerelosigkeitsforschungsprogramms der ESA, das 1993 mit EMIR-1 begann.

Der vorgeschlagene Beschluß betrifft den ersten Zeitraum des Programms (2002–2006) und umfaßt die Tätigkeiten in diesem Zeitraum mit dem oben beschriebenen technischen Inhalt. Der Finanzrahmen für diesen Zeitraum beläuft sich auf 320 MEuro (WB 2001) und setzt sich aus einem festen Teilrahmen von 162 MEuro für die Jahre 2002–2004 sowie einem vorläufigen Teilrahmen von 158 MEuro für die Jahre 2005–2006 zusammen.

Ariane-5
Ariane-5 launch

5. RAUMFAHRZEUGTRÄGER

Die von den Ministerräten der ESA und der EU am 16. November 2000 gemeinsam angenommene europäische Strategie für die Raumfahrt bekräftigt, daß ein eigenständiger Zugang zum Weltraum Voraussetzung für weltraumtechnische Anwendungen und die damit verbundenen Dienste ist. Sie verweist darauf, daß die Wettbewerbsfähigkeit der Ariane auf dem Weltmarkt der Schlüsselfaktor ist, um diesen eigenständigen Zugang für die Regierungen erschwinglich zu machen.

Programme im Zusammenhang mit dem Einsatz der Ariane

Ein eigenständiger und wettbewerbsfähiger Zugang zum Weltraum kann nur gewährleistet werden, wenn ein einsatzfähiger Raumfahrzeugträger zuverlässig ist und bleibt und eine einsatzbereite und wettbewerbsfähige Startbasis zur Verfügung steht.

Das Programm ARTA-5 trägt dazu bei, daß die erste Bedingung erfüllt wird. Es wird vorgeschlagen, dieses Programm um den Vierjahreszeitraum von 2003 bis 2006 zu verlängern.

Die Verfügbarkeit der Startbasis wird durch die Fortsetzung des CSG-Programms, in dessen Rahmen die Mitgliedstaaten die Fixkosten der CSG-Einrichtungen tragen, und durch die Verlängerung des Infrastrukturprogramms, wonach sie die Fixkosten der Startkomplexe finanzieren, sichergestellt.

ARTA-5

Das Programm ist darauf gerichtet, die Zuverlässigkeit und die Qualifikation des Trägers Ariane-5 während seiner gesamten Einsatzdauer aufrechtzuerhalten, konstruktive Mängel und Schwächen, die bei seinem Einsatz in Erscheinung treten, zu beseitigen und die Kenntnis des Funktionsverhaltens des Trägers im Flug zu verbessern.

Das Programm ist gegenwärtig bis Ende 2002 finanziert und muß verlängert werden, um die Einsatzdauer der Ariane-5 abzudecken. Gegenwärtig wird eine vierjährige Verlängerung bis Ende 2006 vorgeschlagen.

Es umfaßt die Entnahme von Stichproben sensibler Trägerkomponenten aus der Fertigung und ihre Erprobung, die Bergung und Begutachtung von Feststoff-Zusatzraketen, Abhilfemaßnahmen bei entwurfsbedingten Anomalien und Veraltung, die eingehende Auswertung von Flugdaten und die Verfeinerung der mathematischen Modelle des Trägers.

Die vorgeschlagene vierjährige Verlängerung des Programms ARTA-5 erfordert Finanzmittel in Höhe von 340 MEuro (WB 2001).

Infrastrukturprogramm Ariane-5

Das vorgeschlagene Programm, das die Fixkosten der Startkomplexe ELA-2 und ELA-3 abdeckt, erstreckt sich auf den Zeitraum 2002–2004.

Die vorgeschlagene dreijährige Verlängerung des Programms erfordert Finanzmittel in Höhe von 234 MEuro (WB 2001).

Raumfahrtzentrum Guayana (CSG)

Das bisherige Abkommen über die Leitung und Finanzierung des CSG deckt die Wartungs- und Betriebskosten der CSG-Einrichtungen ab, um die strategische Investition Europas in einen eigenständigen Zugang zum Weltraum langfristig abzusichern, und läuft im Jahr 2001 aus. Den Ministern wird nun ein neuer Vorschlag zur Finanzierung der Fixkosten des CSG im Zeitraum 2002–2006 zur Genehmigung vorgelegt.

Die vorgeschlagene fünfjährige Verlängerung der Finanzierung des CSG im Zeitraum 2002–2006 erfordert Mittel von insgesamt 433,1 MEuro (WB 2001).

Programm im Zusammenhang mit der Weiterentwicklung der Ariane

Ariane-5 Plus

Ziel dieses Programms ist, durch Verbesserung der Leistungen und Einsatzflexibilität der Ariane-5 unter Minimierung des Startpreises ihre Wettbewerbsfähigkeit auf dem Weltmarkt zu erhalten. Das Programm Ariane-5 Plus wurde in drei Etappen unterteilt, wovon jede gesondert beschlossen werden muß und die jeweils vorangegangene Etappe einschließt:

Die anläßlich der Tagung des ESA-Rates im Juni 1998 beschlossene erste Etappe erstreckte sich auf die Arbeiten des ersten Jahres. Die zweite Etappe wurde vom Rat auf Ministerebene im Jahr 1999 beschlossen und umfaßt folgendes:

  • die anfängliche Entwicklung des Vinci-Triebwerks;
  • den anfänglichen Ausbau des Bodensegments;
  • die volle Entwicklung der vielseitig einsetzbaren Ausführung der vorhandenen Oberstufe;
  • die Fertigstellung der Ausführung Ariane-5 EC-A mit einer GTO-Startkapazität von 9 t und ihren ersten Start, der gegenwärtig im Juni 2002 geplant ist.

Die dritte Etappe, die nun genehmigt werden soll, bringt das Programm zum Abschluß. Für diese abschließende Etappe ist folgender Arbeitsinhalt vorgesehen:

  • Vollendung der Entwicklung des Vinci-Triebwerks;
  • Abschluß des Ausbaus des Bodensegments;
  • Fertigstellung der Ausführung Ariane-5 EC-B mit einer auf 12 t gesteigerten GTO-Startkapazität und erster Start dieser Ausführung, der nach der jetzigen Planung im Jahr 2006 stattfinden soll.

Zur Vollendung des Programms Ariane-5 Plus werden Mittel in Höhe von 671,2 MEuro (WB 2001) beantragt.

6. PROGRAMM AURORA

Das Programm Aurora dient der Erarbeitung eines langfristigen europäischen Plans für die robotische und bemannte Exploration von Himmelskörpern in unserem Sonnensystem, insbesondere denjenigen, auf denen Spuren von Leben vermutet werden.

Die Durchführung der Tätigkeiten wird mit den europäischen und internationalen Partnern koordiniert, um eine programmatische, wissenschaftliche und technologische Abstimmung zu gewährleisten. Das Programm ist als Rahmenprogramm vorgesehen, das nach einer dreijährigen Vorbereitungszeit in aufeinanderfolgenden Abschnitten von je fünf Jahren Dauer ablaufen soll. Während der Vorbereitungszeit werden einschlägige Technologien und Szenarien entwickelt.

Das eigentliche Programm soll einerseits größere Missionen („Flaggschiff-Missionen“) mit einer weichen Landung auf Planeten oder der Rückführung von Materieproben und letztlich einer bemannten Mission und andererseits Missionen mit kurzer Entwicklungszeit und Kostenbegrenzung („Pfeilmissionen“) umfassen, die neue Technologien oder Missionskonzepte demonstrieren oder Gelegenheiten für die Mitführung von Nutzlasten bei europäischen oder internationalen Missionen nutzen sollen.

Für die dreijährige Vorbereitungszeit werden Beitragszusagen in Höhe von 40 MEuro (WB 2001) erwartet.

7. WELTRAUMTECHNOLOGIE

Eine starke Technologiebasis ist das Fundament für die Eigenständigkeit Europas in der Raumfahrt und für die Entwicklung innovativer, wettbewerbsfähiger Anwendungen und Dienste zum Nutzen der europäischen Bürger.

Mit den technologischen F&E-Programmen der ESA werden folgende übergeordnete Ziele verfolgt:

  • Festigung des technologischen Fundaments und Verbreiterung der Technologiebasis, um die Eigenkompetenz Europas in der Raumfahrt zu verstärken.
  • Förderung der weltraumtechnischen Innovation durch langfristige Vorbereitung von Technologien, die den Grundstein für noch nicht absehbare Anwendungen legen und Aussicht auf neue Dienste und Initiativen bieten.
  • Durchführung technologischer F&E-Vorhaben mit festgelegter Arbeitsteilung zwischen Hauptauftragnehmern, Zulieferern und KMU, die Kostensenkungen, erhöhte Wettbewerbsfähigkeit, Wachstum und Beschäftigung fördern.
  • Erhaltung der Fachkompetenz und Beitrag zur Schaffung eines europäischen Forschungsraums für die Raumfahrt.

Zu diesem Zweck wird die ESA einen ständigen Dialog zwischen den Anbietern und Nutzern von Technologie sowie betroffenen Dritten (z.B. Betreibern) herbeiführen, die Harmonisierung und Koordinierung der Technologieprogramme in Europa intensivieren und dafür sorgen, daß sich die Forschungs- und Technologieprogramme der ESA in noch stärkerem Maße in der Struktur und Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Industrie niederschlagen.

Dem Bedarf und den Erwartungen entsprechend wird vorgeschlagen, den Gesamtaufwand der ESA für Technologie (technologischer Inhalt aller einschlägigen ESA-Programme) von bisher 8 % bis 2005 auf mindestens 10 % ihres Gesamthaushalts anzuheben.

Hinweis für die Redaktionen:

Die 8. Tagung des ESA-Rates auf Ministerebene findet am 14. und 15. November 2001 im Edinburgh International Conference Centre (EICC), The Exchange, Morrison Street, Edinburgh EH3 8EE (Schottland), statt.

Nähere Angaben zur Akkreditierung und zum Programm sind der ESA-Pressemitteilung Nr. 55-2001 vom 16. Oktober zu entnehmen.

Zu beachten: Die Akkreditierung beginnt um 08.00 Uhr. Die Ankunft der Delegationen ist um 08.30 Uhr und die Eröffnung der Tagung um 09.00 Uhr (statt um 10.00 Uhr, wie früher bekanntgegeben) vorgesehen.

Zusammenfassung der fakultativen Programme

ERDBEOBACHTUNG EURm (WB 2001)
EOPP, zweiter Zeitraum (2003-2007) 1699
Erdüberwachung, erster Zeitraum (2002-2006) 348
- Programmteil GMES Dienste 83
- Programmteil SAR in C-Band (Radarsat/CSA) 100
- Programmteil SAR in X-Band (COSMO/ASI) 75
- Programmteil SAR in L- und X-Band (Infoterra/TerraSAR, BNSC/DLR) 30
- Programmteil Infrarot-Beobachtungen (Fuegosat/CDTI) 60

TELEKOMMUNIKATION EURm (WB 2001)
ARTES-Programm 1500
- ARTES 1, Vorstudien und -untersuchungen (2002-2006) 50
- ARTES 3, Satellitengestützte Multimediasysteme (2002-2006) 465
- ARTES 4, ESA/Industrie-Partnerschaftsprogramm in der Telekommunikation (2002-2006) 115
- ARTES 5, Fortschrittl. Systeme und Telekommunikationsgerät (2002-2006) 370
- ARTES 8, Mission mit einer grossen Plattform (2002-2006) 500
GALILEO
Entwurfs-, Entwicklungs- und Validierungsphase (2001-2005) 497

BEMANNTE RAUMFAHRT UND SCHWERELOSIGKEITSFORSCHUNG EURm (WB 2001)
Fortsetzung des ISS-Einsatzprogramms (2002-2006) 965.9
Zusätzliche ISS-Fluggelegenheiten (2003-2006) 60
Vorbereitung der kommerziellen ISS-Nutzung (2002-2006) 35
Studien, Technologie und zukunftsweisende Vorarbeiten (STEP) (2002-2005) (n.z.b.)
Europäisches Programm für lebenswissenschaftliche und physikalische Forschung (ELIPS) (2002-2006) 320

RAUMFAHRZEUGTRÄGER EURm(WB 2001)
Begleitendes Forschungs- und Technologieprogramm für den Träger Ariane 5 (ARTA) (2003-2006) 340
Infrastruktur Ariane 5 (2002-2004) 234
Finanzierung des CSG (2002-2006) 433.1
Ariane 5 Plus (dritte Etappe) 671.2

WELTRAUMEXPLORATIONSPROGRAMM AURORA EURm (WB 2001)
Vorbereitungszeit 40

Obligatorische Tätigkeiten

Mittelvolumen für den Zeitraum (2002-2006)
Wissenschaftliches Programm 1945.1
Allgemeiner Haushalt 919
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