Resümee ILA 2002: Publikumsmagnet war die Raumfahrthalle

Die Raumfahrthalle auf der ILA
Innenansicht der Raumfahrthalle
15 Mai 2002

Die rekordträchtige ILA 2002 ist nun Geschichte. Das attraktivste Ziel für die insgesamt 215 000 Besucher war die Raumfahrthalle. Die Interessenten mussten an den Publikumstagen Schlange stehen, um die vielfältigen Exponate besichtigen oder sich bei den Bühnenpräsentationen über verschiedenste Raumfahrtthemen informieren zu können. Die Halle wurde gemeinsam von der Europäischen Weltraumagentur ESA, dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt DLR und der deutschen Raumfahrtindustrie gestaltet.

Anstehen war zunächst angesagt, um in die Weltraumausstellung SPACE WALK auf der ILA zu gelangen. Wer es endlich geschafft hatte, wurde mit einmaligen optischen Eindrücken und vielfältigen Informationen rund um das Thema Raumfahrt belohnt. Der schwarze Hintergrund der Halle erweckte den Eindruck, dass man zwischen Satelliten, Raumsonden und Planetenmodellen im Weltraum schweben würde. Nur wenige Schritte, und die Oberflächenmodelle des Mars und des Kometen Wirtanen waren erreicht, auf denen die Modelle der Lander von Beagle 2 und Roland von anspruchsvollen Raumfahrtzielen kündeten. Nach einem kurzen Schwenk um 180 Grad tauchte die Internationale Raumstation ISS mit den europäischen Anteilen – ATV und Columbus – im Blickfeld auf. Im Hintergrund kündete das in blaues Licht getauchte Demonstrationsmodell des Raumgleiters Phoenix von der Zukunft des europäischen Raumtransports. Unzählige Fotoapparate klickten und so manches private Video entstand in der Halle. Das überwiegend junge Publikum – zwei Drittel der Privatbesucher hatten ein Alter von weniger als 40 Jahren – war begeistert.

Attraktive Veranstaltungen und Präsentationen

Deutsche Astronauten im Podiumsgespräch
Deutsche Astronauten im Podiumsgespräch

Wesentlicher Bestandteil der Raumfahrtschau waren tägliche Veranstaltungen für Fachbesucher und Bühnenpräsentationen für das Publikum. So konnten sich Fachleute über die Forschungs- und Anwendungsmöglichkeiten auf der Internationalen Raumstation informieren. Als kompetente Gesprächspartner standen ihnen ISS-erfahrene Raumfahrer Rede und Antwort. Hierzu gehörten Sergei Krikaljow, Mitglied der ersten Stammbesatzung und Juri Ussatschow, der Kommandant der zweiten Stammbesatzung. Mehrere deutsche ESA-Astronauten, wie Reinhold Ewald, Gerhard Thiele, Ulf Merbold und Thomas Reiter, berichteten von ihren Erfahrungen bei der Forschung im Weltraum.

An den Publikumstagen informierten Spezialisten die Zuschauer in jeweils einstündigen Präsentationen über die verschiedensten Themen wie Satellitennavigation, Erdbeobachtung, Raumtransportsysteme, bemannte Raumfahrt oder die Forschung unter Mikrogravitationsbedingungen.

3D-Bilder aus Bremen

Juri Ussatschow und Sergei Krikaljow
Juri Ussatschow und Sergei Krikaljow

Wer beim Bau des ESA-Moduls Columbus für die ISS dabei sein wollte, hatte über dreidimensionales Fernsehen zweimal täglich die Möglichkeit, den Konstrukteuren bei Astrium in Bremen über die Schulter zu schauen. Mittels Spezialbrillen waren die Zuschauer in Berlin gewissermassen mitten im Geschehen in der Bremer Montagehalle und gewannen einen plastischen Eindruck von dem eindrucksvollen Modul, das in wenigen Jahren zur Raumstation befördert werden soll. Gegenüber der Bühne stand eine zweite Leinwand, auf der ebenfalls dreidimensionale Videos über die wichtigsten ESA-Missionen zur Versorgung der ISS sowie zur Erforschung des Sonnensystems gezeigt wurden.

Der riesige Erfolg der Raumfahrthalle soll bei der nächsten ILA vom 17. bis 23. Mai 2004 fortgesetzt werden.

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