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    Weltraum-Rennauto Nuna in Hannover

    Das Solar-Rennauto Nuna
    Nuna auf der Zielgerade
    12 April 2002

    Hannover-Messe 2002. Vom 15. bis 20. April können sich Erdlinge auch mit den neuesten Anwendungen von Weltraumtechnik für irdische Zwecke vertraut machen. In der Halle 18, Stand A 15, stellt die Kölner Firma MST Aerospace die neuesten Produkte aus dem breitangelegten Technologietransfer-Programm der Europäischen Raumfahrtagentur ESA vor. Ein Highlight: der preisgekrönte Solar-Flitzer Nuna.

    Die Hannover Messe ist längst ein etablierter Marktplatz für Innovationen aus der Weltraumtechnik geworden. Eine Fülle von Beispielen kann am Stand von MST Aerospace in der Halle 18, Stand A 15, begutachtet werden. Erster Blickfang für den Besucher ist ein geflogener Raumanzug. Ob Sensorik, Software zur Hautkrebsfrüherkennung oder das Solar-Rennauto Nuna: Die Größe vieler miniaturisierter Hightech-Transferprodukte liegt im wirtschaftlichen Potential.
    Die Europäische Raumfahrtagentur ESA kann über ihr Technologietransfer-Programm weitere Verfahren zur Lösung irdischer Probleme zur Verfügung stellen. Ein elektronischer Marktplatz im Internet hilft dabei.

    Supermaterial im irdischen Einsatz

    Kohlefaserkunststoffe stecken auch in Flitzern der Formel 1
    Kohlefaserkunststoffe stecken auch in Flitzern der Formel 1

    Es überrascht immer wieder aufs Neue, wenn die Leistungsfähigkeit kosmischer Lösungen an Demonstrationsobjekten real gezeigt wird. Kohlefaserverstärkte Kunststoffteile (CFK) kommen aufgrund ihrer hervorragenden Eigenschaften im Maschinen- und Anlagenbau sowie in der Roboterindustrie zum Einsatz. Dass damit auch einzigartige Häuser gebaut werden können, demonstriert das ESA-Projekt SpaceHouse. Ein futuristischer Rundbau, ähnlich einer „fliegenden Untertasse", ist auf dem MST-Stand ausgestellt. Am gleichen Ort demonstriert der europäische Raumfahrtkonzern Astrium Einsatzbeispiele für CFKs aus dem Formel-1-Rennsport.


    Interplanetare Energietechnik für Solar-Flitzer auf der Erde

    Ein Highlight: der Rennwagen Nuna mit Solarantrieb. Kohlefasertechnik reduziert die Masse auf ein Minimum. Nuna wird ausschliesslich mit Strom aus Höchstleistungs-Solarzellen betrieben, die für interplanetare ESA-Raumsonden entwickelt wurden. Als Zwischenspeicher dient eine besonders effiziente Lithium-Ionen-Batterie, die natürlich auch aus der Raumfahrt kommt.
    Das Nuna-Solar Car gewann am 21. November 2001 mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 91,7 km/h den “World Solar Challenge“, eine Wettfahrt in Australien von Darwin nach Adelaide über 3010 km. Dabei wurden erstaunliche Spitzengeschwindigkeiten von bis zu 160 km/h erreicht. Nuna wurde von acht Studenten der Universitäten Delft und Amsterdam gebaut. Den Zugriff auf die Hightech-Lösungen ermöglichte ihnen die ESA über ihr Technologietransfer-Programm.

    Vom Röntgensatelliten zum Detektor für Hautkrebsfrüherkennung

    DermoGenius zur Hautkrebsfrüherkennung
    DermoGenius zur Hautkrebsfrüherkennung

    Forscher des Max-Planck-Instituts für Extraterrestrische Physik in Garching haben vor Jahren einen speziellen Algorithmus zur Auswertung der vom Röntgensatelliten ROSAT gelieferten Daten entwickelt. Mit der sogenannten SIM-Methodik (Scaling Index Method) gelang es, auch noch jene schwachen Röntgensignale aus den Tiefen des Raums zu extrahieren, die sonst im kosmischen Hintergrundrauschen untergehen würden. Dies hat wesentlich zum Erfolg der ROSAT-Mission geführt.
    Auf der Suche nach weiteren Anwendungen kam das Institut für Medizinische Statistik und Epidemiologie der TU München ins Spiel. Hier wurde das Potential von SIM für die Auswertung medizinischer Aufnahmen erkannt. Gefördert durch das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) entstand so das Projekt MELDOQ - Melanomerkennung, Dokumentation und Qualitätssicherung. Dabei wird die SIM-Methode zur Auswertung von Hautaufnahmen eingesetzt. Dort, wo das normale Auge noch keine Farb- und Strukturveränderungen der Haut erkennt, sieht der Detektor bereits die allerersten Anzeichen und filtert sie heraus. Auf diese Weise ist es künftig auch weniger spezialisierten Ärzten möglich, eine Früherkennung von Hautkrebs vorzunehmen. Derzeit erfolgt in Regensburg die klinische Erprobung. Die technische Realisierung übernahm die Linos AG, die unter dem Namen DermoGenius das Kamera- und Auswertesystem am MST-Stand vorstellt.

    Fit sein mit Weltraumtechnik

    FIT Y 2000 ermittelt über einen Sensor die Fitness von Menschen
    FIT Y 2000 ermittelt über einen Sensor die Fitness eines Menschen

    Wie so oft im Leben, zählt der goldene Mittelweg. Tausende Menschen halten sich durch Sport fit. Doch nicht immer wird das rechte Mass gefunden. Was für den Einen „normal“ ist, stellt für den Anderen eine extreme Überforderung mit negativen Auswirkungen auf den Körper dar.
    Die Firma MST Aerospace hat deshalb ein Diagnose-Gerät entwickelt, das nicht-invasiv, also ohne Eingriffe am Menschen, verschiedene Parameter erfasst. Mit ihnen lässt sich der sogenannte Vitalitätsstatus, und daraus abgeleitet die Fitness, ermitteln. In Abhängigkeit von Gewicht, Grösse, Alter und Geschlecht sowie den gemessenen Herz-Kreislauf-Parametern wird die physische Leistungsfähigkeit des Körpers berechnet und dargestellt.

    Bei FIT-Y 2000, so der Name des Geräts, kommt ein Messverfahren aus der Raumfahrt zum Einsatz. Eine opto-elektronische Sensorik – ursprünglich für die Messung der Gewebedurchblutung bei Astronauten genutzt – ermittelt die Hautdurchblutung eines Fingers sowie die Hauttemperatur. Auf einem Display werden sofort die Fitness auf einer Skala von 0 bis 100, der Puls und der Blutdruckstatus angezeigt. Über eine Schnittstelle können die Daten auch über Computer ausgegeben werden. Eine mitgelieferte Software erlaubt statistische Berechnungen über den zeitlichen Verlauf der Fitness, des Pulses und anderer physiologischer Parameter. So kann bei regelmässiger Nutzung künftig einer Überlastung des Körpers vorgebeugt werden.

    Elektronischer Marktplatz

    Die Angebote des Technologietransfer-Programms werden auf verschiedenen Wegen vertrieben. Neben Katalogen und CD-ROMs wird seit einem Jahr auch ein elektronischer Marktplatz im Internet als Vetriebskanal genutzt. Genaue Technologiebeschreibungen können – kostenpflichtig – heruntergeladen werden. Zu erreichen ist der Marktplatz unter www.technology-forum.com.

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