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    Weltraumforschung im Kampf gegen Krebs

    ESA-Forschung kann die Medizintechnik verbessern
    19 November 2003

    Bahnbrechende Methoden zur Entdeckung winziger Planeten, die Sterne außerhalb unseres Sonnensystems umkreisen, werden bereits für die Erkennung von Zellen im Frühstadium von Krebs angepasst.

    Die von einem Stern ausgestrahlte riesige Lichtmenge macht es überaus schwer, einen ihn umkreisenden Planeten zu entdecken. ESA-Astronomen können jedoch mittels einer Methode, die Signale von zwei oder mehreren Teleskopen kombiniert, eine künstliche Sonnenfinsternis erzeugen, die das helle Sternenlicht „neutralisiert“ und somit das schwächere Licht eines Planeten sichtbar macht.

    Darwin's flotilla
    Die Darwin-Teleskop-Flotte schaut nach erdähnlichen Planeten aus

    Europäische Weltraumforscher haben diese Methode inzwischen soweit entwickelt, dass sogar die Atmosphäre solcher Planeten untersucht werden kann. Die Darwin-Mission der ESA, die etwa 1000 Sterne in der näheren Umgebung untersuchen soll, wird als eine der ersten diese Methode benutzen und uns damit einen Schritt näher zur Antwort auf die Frage bringen, ob wir allein im Weltall sind.

    Wissenschaftler in den Niederlanden sind jedoch über eine andere Verwendung dieser revolutionären Methode begeistert. Die nationale Forschungsgesellschaft TNO/TPD hat diese Bildverarbeitungstechnologie für medizinische Zwecke weiterentwickelt. Mittels dieser Methode können Wissenschaftler nun Bilder von Haut oder Gewebe mit viel höherer Auflösung als bisher erhalten. Die Methode wird bereits zur Untersuchung von Veränderungen in Blutgefäßen und der Netzhaut verwendet, sie könnte jedoch auch als Früherkennungsmethode für krebsartiges Wachstum eingesetzt werden.

    Es wäre nicht das erste Mal, dass Weltraumtechnologie im Kampf gegen Krebs benutzt wird. Ein Computerprogramm, das von europäischen Wissenschaftlern ursprünglich zum Auffinden von Röntgenstrahlenquellen in den Tiefen des Weltalls entwickelt wurde, ist für die Herstellung eines computergestützten Früherkennungssystems für Hautmelanome modifiziert worden.

    Die ursprüngliche Software wurde zur Eliminierung von störenden Hintergrundsignalen beim Erfassen der schwächeren Signale von Überresten von Supernova-Explosionen benutzt.

    Hier auf der Erde wird eine Hautflächenprobe aufgenommen und zehnfach vergrößert. Das Computerprogramm zeigt sodann winzigste Farbveränderungen auf, mittels derer die Ärzte eventuelle, auf bösartige Melanome hinweisende Unregelmäßigkeiten im Zellwachstum viel besser erkennen können.

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