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    Wien: Größtes Treffen der Geo- und Planetenforscher

    Huygens schwebt am Fallschirm der Oberfläche des Titan entgegen
    26 April 2005

    Vom 24. bis 29. April veranstaltet die European Geosciences Union (EGU) die bisher größte geowissenschaftliche Tagung Europas in Wien. Experten der ESA stellen auf dem Groß-Event Ergebnisse der interplanetaren Missionen Cassini-Huygens und SMART 1 vor.

    Wenn in dieser Woche mehr als 8000 Geowissenschaftler aus der ganzen Welt im Wiener Austria-Center zusammenkommen, erwartet sie ein wahres Mammutprogramm. Über 8000 Vorträge sowie Poster in rund 400 thematischen Sitzungen sind auf der Generalversammlung der European Geosciences Union (EGU) angekündigt. Dabei reicht die Themenpalette von gesellschaftlich relevanten Fragen, wie der Tsunami-Katastrophe in Asien, über Erdbebenvorhersagen, Warnungen vor Vulkanausbrüchen bis zur Planetenforschung in unserem Sonnensystem.

    Im Fokus: Mond, Mars und Titan

    Besonders gespannt sind die Kongress-Teilnehmer auf die neuesten Ergebnisse der amerikanisch-europäischen Mission Cassini-Huygens zum Saturn. Während die Cassini-Sonde den Gasriesen weiter umkreist und neue Daten liefert, konnte im Januar der europäische Lander Huygens erfolgreich auf dem Saturnmond Titan niedergehen und wertvolle Messergebnisse senden. Die Wissenschaftler arbeiten fieberhaft an der Auswertung der Daten beider Raumflugkörper. Sie präsentieren in einer gesonderten Session bislang unveröffentlichte Ergebnisse.

    Den Medienvertretern wird ein Sonderprogramm geboten („Press Room Sessions"), das auch aktuelle Schwerpunktthemen der Planetenforschung enthält.

    ESA-Spezialisten stellen in beiden Veranstaltungsreihen die neuesten Forschungsergebnisse des Huygens-Landers sowie der Mondsonde SMART 1 vor.


    EuroPlanet: Ein neues Netzwerk

    Auf Postern wird die Arbeit von EuroPlanet vorgestellt

    Trotz spektakulärer Bilder und Forschungsergebnisse von Raumsonden haben Beobachtungen mit irdischen Teleskopen für die Planetenforscher nichts an Bedeutung verloren, im Gegenteil, liefern sie doch zumeist erst jene Daten, die später die Robotmissionen ermöglichen.

    Zur Koordinierung der Forschungsaktivitäten irdischer Beobachter und der extraterrestrischen Arbeit der Raumsonden wurde am 1. Januar 2005 das Forschungsnetzwerk EuroPlanet gegründet. Es wird über das 6. Rahmenprogramm der Europäischen Kommission finanziert. Neben der Koordinierung geht es um Studien, Laborexperimente, Simulationen sowie Synergien zwischen beiden Forschungsansätzen.

    Im Zusammenhang mit der EGU General Assembly 2005 lädt das Netzwerk die Fachleute zu einem Meeting in Wien ein, um seine Aufgaben und Pläne vorzustellen sowie weitere Institutionen und Wissenschaftler für die Mitarbeit zu gewinnen. Derzeit arbeiten 60 Institutionen aus 17 europäischen Nationen mit, darunter das Research and Scientific Support Department (RSSD) des Europäischen Raumfahrttechnologiezentrums ESA/ESTEC in Noordwijk (NL) und die Max-Planck-Gesellschaft aus Deutschland.

    Der Grazer Astronom Helmut Rucker vom Institut für Weltraumforschung der ÖAW ist einer der Koordinatoren von EuroPlanet. Er zeichnet für den Bereich der wissenschaftlichen Erfassung der Planetenbeobachtung verantwortlich. Für ihn ist es "ungemein wichtig, zusätzlich zu spektakulären Missionen wie etwa Cassini/Huygens, die Planeten kontinuierlich mit Teleskopen zu beobachten". Und er hofft, unter den anwesenden Experten aus der ganzen Welt weitere tatkräftige Mitstreiter zu finden.

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