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N° 38–2012: Abkommen über Meteosat der dritten Generation beim Ministerrat unterzeichnet

21 November 2012

Die Europäische Weltraumbehörde (ESA) und EUMETSAT haben heute das Abkommen über die dritte Generation des Wettersatellitensystems Meteosat beim Ministerrat der ESA im italienischen Neapel unterzeichnet.

Das Abkommen, das ESA-Generaldirektor Jean-Jacques Dordain und EUMETSAT-Generaldirektor Alain Ratier unterzeichneten, regelt die Grundsätze der Kooperation und die damit verbundenen Aktivitäten zwischen den beiden Agenturen bei der Entwicklung der individuellen Bestandteile des Meteosat-Systems der dritten Generation (Meteosat Third Generation - MTG).

Nach einem komplexen und strengen Prüfverfahren zur Auswahl des Industriekonsortiums, den anschließenden Verhandlungen bis zur Vertragsunterzeichnung und der folgenden Umsetzung des ESA Auswahlverfahrens („best practice“) zur Ergänzung des Teams aus der Industrie, ist die Unterzeichnung nun der letzte Schritt zur Realisierung der Beschlüsse zur MTG Kooperation, die der Ministerrat der ESA in 2008 verabschiedete.

Das Abkommen setzt das Kooperationsmodell fort, das Europa dank der Kombination der individuellen Kernkompetenzen beider Agenturen zum Weltführer im Bereich der Satellitenmeteorologie gemacht hat.

Die ESA entwickelt die zwei Prototypen der MTG-Satelliten (MTG-I1 und MTG-S1) nach den von EUMETSAT festgelegten Nutzer- und Systemanforderungen und koordiniert die Beschaffung der nachfolgenden Satelliten im Auftrag von EUMETSAT.

EUMETSAT entwickelt die Bodenkontrollsysteme und die Infrastruktur, um den Nutzern Produkte und Dienstleistungen zu liefern, und deren wandelnden Anforderungen zu entsprechen. Desweiteren beschafft EUMETSAT die Satellitenstartdienste und betreibt das Gesamtsystem zugunsten der Nutzer.

Durch diesen Prozess ist auch die europäische Industrie durch Verträge mit ESA und EUMETSAT beteiligt, was eine Förderung der europäischen Grundlagenforschung und Entwicklung bedeutet und damit die Wettbewerbsfähigkeit und das Wachstum der europäischen Industrie stimuliert.

Das Kooperationsmodell unterstützt auch die gemeinsamen Anstrengungen zum Metop-Programm der zweiten Generation (Metop Second Generation - Metop-SG), der nächsten Generation der polarumlaufenden Metop-Satelliten, die die zweite wichtige Säule des europäischen Beitrags zur globalen Wetter- und Klimaüberwachung im Zeitraum 2020–2040 bildet.

Metop-SG wird beim Ministerrat in Neapel erörtert und den Mitgliedstaaten von der ESA als eines ihrer Programme mit optionalem Bezugsrecht angeboten.

Über die dritte Generation von Meteosat

Die MTG-Reihe wird aus vier Satelliten (MTG-I) mit abbildenden Instrumenten und zwei Satelliten (MTG-S) mit sondierenden Instrumenten bestehen. Die MTG-I Satelliten werden das flexible, abbildende Kombiinstrument Flexible Combined Imager (FCI) und ein Instrument zur Erkennung von Blitzen (Lighting Imager) an Bord führen. Die MTG-S Satelliten – eine Premiere für Meteosat – werden ein Interferometer für Messungen im infraroten Spektralbereich (Infrared Sounder - IRS) und ein Spektrometer für Messungen im ultravioletten, sichtbaren und nahinfraroten Spektralbereich (Ultraviolet Visible Nearinfrared – UVN sounder) mitführen. Der UVN Sounder wird als GMES-Sentinel-4-Mission von der ESA beigestellt werden.

An Bord der MTG-I-Satelliten wird das FCI die Erdscheibe alle zehn Minuten mithilfe von 16 Spektralkanälen in sehr hoher räumlicher Auflösung von 2 km bis 500 m erfassen. Im so genannten Rapid-Scan-Modus (schneller bildgebender Modus) kann das Instrument ein Viertel der Erdscheibe mit einem Wiederholzyklus von 2,5 Minuten erfassen.

Das FCI wird wesentlich zur Verbesserung der Kürzestfristvorhersage (Nowcasting) und Kurzfristvorhersage (bis zu sechs Stunden) schwerer Wetterlagen, wie Gewitter oder Nebel beitragen. Es liefert außerdem verbesserte Möglichkeiten zur Messung von Aerosolen und wird somit einen wesentlichen Beitrag zur Überwachung der Luftqualität leisten.

Mit seiner höheren räumlichen Auflösung im thermischen Infrarotbereich bietet das FCI eine verbesserte Feuererkennung und wird auch generell zur Verbesserung verschiedener klimarelevanter Produkte beitragen.

Der Lightning Imager wird kontinuierlich über der gesamten Erdscheibe die Blitzaktivität überwachen und so das Nowcasting schwerer Stürme und Warnungen vor Blitzschlägen unterstützen. Diese Information über Blitzaktivität wird vor allem die Flugsicherheit im Umfeld von und im Anflug auf Flughäfen als auch auf den Flugrouten verbessern.

Auf den MTG-S-Satelliten wird das IRS detaillierte vertikale Profile der Atmosphärentemperatur und -feuchtigkeit mit einer hohen räumlichen Auflösung von 4 km liefern. Diese Daten fließen in hoch entwickelte regionale Modelle der numerischen Wettervorhersage ein, die künftig für die Kürzest- und Kurzfristvorhersage genutzt werden sollen.

Durch die Überwachung von Instabilitäten in der Atmosphäre wird das neue Sondierungsinstrument außerdem dazu beitragen, Frühwarnungen vor schweren Gewittern zu verbessern. Zusätzlich wird es Informationen aus der geostationären Umlaufbahn über Ozon, Kohlenmonoxid und Ausbreitung von Vulkanasche in der Atmosphäre liefern.

Das Hauptziel der GMES-Sentinel-4-Mission besteht darin, die Überwachung der Luftqualität und die Vorhersage über Europa zu unterstützen, in idealer Ergänzung mit dem IRS-Sondierer.

Über die ESA

Die Europäische Weltraumorganisation (ESA) ist Europas Tor zum Weltraum.

Die ESA ist eine 1975 gegründete zwischenstaatliche Organisation, deren Aufgabe darin besteht, europäische Raumfahrtkapazitäten zu entwickeln und sicherzustellen, dass die Investitionen in die Raumfahrt den Bürgern in Europa und anderswo zugutekommen.

Die ESA umfasst derzeit 20 Mitgliedstaaten: Belgien, Dänemark, Deutschland, Finnland, Frankreich, Griechenland, Irland, Italien, Luxemburg, die Niederlande, Norwegen, Österreich, Polen, Portugal, Rumänien, Schweden, die Schweiz, Spanien, die Tschechische Republik und das Vereinigte Königreich, davon sind 18 auch Mitgliedstaaten der EU.

Die ESA unterhält im Rahmen von Kooperationsabkommen Beziehungen zu neun weiteren EU-Mitgliedstaaten und verhandelt zurzeit mit dem verbleibenden EU-Mitgliedstaat Bulgarien über den Abschluss eines solchen Abkommens.

Dank der Koordinierung der Finanzressourcen und Kompetenzen ihrer Mitgliedstaaten kann die ESA Programme und Tätigkeiten durchführen, die weit über die Möglichkeiten eines einzelnen europäischen Landes hinausgehen.

Die ESA entwickelt Raumfahrzeugträger, Satelliten und Bodenanlagen, um sicherzustellen, dass Europa bei Raumfahrtvorhaben weltweit an der Spitze bleibt.

Sie startet Erdbeobachtungs-, Navigations-, Telekommunikations- und Astronomiesatelliten, schickt Raumsonden in entlegene Regionen des Sonnensystems und beteiligt sich an der bemannten Exploration des Weltraums.

Für weitere Auskünfte wenden Sie sich bitte an:

ESA-Referat Medienbeziehungen

Kommunikationsabteilung

Tel.: +33 1 53 69 72 99

Fax: +33 1 53 69 76 90

Email: media@esa.int

Über EUMETSAT

Die europäische Organisation für die Nutzung meteorologischer Satelliten ist eine zwischenstaatliche Organisation mit Sitz in Darmstadt, Deutschland, mit derzeit 26 europäischen Mitgliedsstaaten (Belgien, Dänemark, Deutschland, Finnland, Frankreich, Griechenland, Irland, Italien, Kroatien, Lettland, Luxemburg, die Niederlande, Norwegen, Österreich, Polen, Portugal, Rumänien, Schweden, Schweiz, Slowakei, Slowenien, Spanien, die Tschechische Republik, Türkei, Ungarn und das Vereinigte Königreich) und fünf Kooperationsstaaten (Bulgarien, Estland, Island, Litauen und Serbien).

EUMETSAT betreibt gegenwärtig die geostationären Satelliten Meteosat-8 und -9 über Europa und Afrika sowie Meteosat-7 über dem Indischen Ozean. Der dritte Meteosat der zweiten Generation (MSG-3) – künftig Meteosat-10 am Ende seiner Inbetriebnahme – wurde am 5. Juli 2012 gestartet.

Metop-A, Europas erster polarumlaufender Wettersatellit, wurde im Oktober 2006 gestartet und liefert seit dem 15. Mai 2007 operationelle Daten. Er wird durch Metop-B ersetzt, der am 17. September 2012 gestartet wurde.

Der Meeresbeobachtungssatellit Jason-2, der am 20. Juni 2008 an den Start ging, erweitert die bisherige Palette von EUMETSAT um Daten zu ozeanischen Wasserständen, Wellen und Seegang.

Die Daten und Produkte von EUMETSAT leisten einen bedeutenden Beitrag zur Wettervorhersage und Überwachung der Umwelt und des globalen Klimas.

Media Relations EUMETSAT:

EUMETSAT

Tel: +49 6151 807 7320

Fax: +49 6151 807 7321

press@eumetsat.int

www.eumetsat.int

Weitere Informationen:

ESA - Referat Medienbeziehungen
Tel: +33(0)1.5369.7299
Fax: +33(0)1.5369.7690



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