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N° 44–2003: Abschied von Erde und Mond - ESA-Sonde Mars Express testet mit Erfolg ihre Instrumente

17 Juli 2003

Zu den ersten von der ESA-Sonde Mars Express zur Erde gesandten Daten gehört eine einzigartige Bildaufnahme unseres Heimatplaneten und seines Trabanten. Diese Aufnahme und andere Daten, etwa die Bestimmung der wesentlichen Bestandteile der Erde aus dem Weltraum, liefern den Beweis, daß die Bordinstrumente der am 2. Juni gestarteten Sonde einwandfrei funktionieren. Der ESA-Projektwissenschaftler für Mars Express, Agustin Chicarro, freute sich denn auch über dieses „sehr gute Omen für die Mission.“

Die in den letzten Wochen durchgeführten Routineüberprüfungen der Mars-Express-Instrumente und des Landegeräts Beagle 2 verliefen äußerst erfolgreich. „Wie bei allen Weltraummissionen sind kleine Probleme aufgetreten, die jedoch nach sorgfältiger Prüfung behoben werden konnten. Mars Express arbeitet fehlerfrei und setzt ihre Reise zum Roten Planeten fort“, so Chicarro.

Die Aufnahme von der Erde und dem Mond wurde am 3. Juli mit der hochauflösenden Stereo-Kamera HRSC gemacht, als die Sonde 8 Millionen km von der Erde entfernt war. Sie zeigt echte Farben: Der Pazifik erscheint in Blau, die Wolken am Äquator und in mittleren bis nördlichen Breiten in Weiß bis Hellgrau. Das Bild wurde vom Instrumententeam am Institut für Planetenerkundung des DLR in Berlin durch Kombination eines Schwarzweiß-Schnappschusses der HRSC in superhoher Auflösung mit den von den Sensoren für Blau, Grün und Rot des Instruments erfaßten Farbinformationen erstellt.

„Das Bild und die in den Daten enthaltenen Informationen zeigen, daß die Kamera hervorragend funktioniert. Sie vermitteln einen guten Eindruck davon, was wir erwarten können, wenn die Sonde ihre Marsumlaufbahn in Höhen von nur 250 bis 300 km erreicht haben wird, nämlich dreidimensionale, farbechte Bilder mit sehr hoher Auflösung“, kündigte der Hauptexperimentator für die HRSC, Gerhard Neukum von der Freien Universität Berlin, an. Diese Kamera wird in der Lage sein, Details in der Größenordnung von 2 Metern auf der Marsoberfläche zu erkennen.

Mindestens ebenso eindrucksvoll wurde die Leistungsfähigkeit der Mars-Express-Bordinstrumente mit den Daten des Spektrometers OMEGA demonstriert. Nach der Ankunft der Sonde beim Mars soll dieses Instrument eine genaue Karte der molekularen und mineralogischen Zusammensetzung des gesamten Planeten erstellen und 5 % der Marsoberfläche in hoher Auflösung abbilden. Minerale und andere Elemente sollen dabei so genau erfaßt werden wie nie zuvor. Da der Rote Planet noch zu weit entfernt ist, hat sich das OMEGA-Team für sein Instrument einen besonderen Test ausgedacht: die Bestimmung der Zusammensetzung der Erdoberfläche.

Wie erwartet, hat das Spektrometer auf Anhieb sämtliche größeren und kleineren Bestandteile der Erdatmosphäre einwandfrei erkannt: Sauerstoff, Wasser, Kohlendioxid, Ozon, Methan und vieles mehr. „Die anhand dieses Tests mit der Erde nachgewiesene Empfindlichkeit von OMEGA läßt darauf schließen, daß das Instrument selbst kleinste Wasservorkommen auf der Oberfläche und in der Atmosphäre des Mars aufspüren wird“, meinte der Hauptexperimentator für OMEGA, Jean-Pierre Bibring vom Institut d’Astrophysique Spatiale in Orsay, Frankreich.

Die Erprobung der Bordinstrumente der Sonde soll bis zu deren für Dezember erwartete Ankunft beim Mars fortgesetzt werden. Die Wissenschaftler sind einstimmig der Auffassung, daß diese Instrumente unser Verständnis der Morphologie und der Topographie der Marsoberfläche, der geologischen Strukturen, der sowohl vergangenen als auch gegenwärtigen Prozesse und schließlich der geologischen Entwicklung des Mars erheblich verbessern werden. Mit ihren Werkzeugen ist Mars Express außerdem in der Lage, die wichtige „Wasserfrage“ anzugehen, d.h. herauszufinden, wieviel Wasser heute auf dem Mars zu finden ist und wieviel es davon in der Vergangenheit gegeben hat. Letztendlich werden wir dadurch in Erfahrung bringen können, ob auf dem Roten Planeten jemals Umgebungsbedingungen geherrscht haben, die die Entstehung von Leben ermöglicht haben könnten.

Hinweis an die Redakteure:

Die hochauflösende Stereo-Kamera (HRSC) für Mars Express wurde vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) entwickelt und von der EADS-Astrium GmbH in Friedrichshafen, Deutschland, gebaut.

Das Spektrometer OMEGA für Mars Express wurde vom Institut d’Astrophysique Spatiale in Orsay, Frankreich, in Zusammenarbeit mit LESIA beim Observatorium Meudon/Paris, Frankreich, IFSI in Frascati, Italien, und IKI in Moskau, Rußland, entwickelt und gebaut.

Mehr zu Mars Express im Internet:

http://www.esa.int/science/marsexpress

http://www.esa.int/EuropetoMars

Mehr über das ESA-Wissenschaftsprogramm im Internet:

http://www.esa.int/science

Nähere Auskunft erteilen:

ESA Abteilung Öffentlichkeitsarbeit

Referat Medienbeziehungen

Tel.: +33 (0)1 53 69 71 55

Fax: +33 (0)1 53 69 76 90

Agustin Chicarro, ESA-Projektwissenschaftler für Mars Express

ESA/ESTEC, Noordwijk, Niederlande

Tel.: +31 (0)71 565 36 13

E-Mail: Agustin.Chicarro@esa.int

Prof. Dr. Gerhard Neukum, Hauptexperimentator für HRSC

Freie Universität Berlin, Abteilung Geowissenschaften,

Deutschland

Tel.: +49 (0)30 83 87 05 79

(Sekretariat: +49 (0)30 83 87 05 75)

E-Mail: gneukum@zedat.fu-berlin.de

Dr. Jean-Pierre Bibring, Hauptexperimentator für OMEGA

Institut d’Astrophysique Spatiale, Orsay, Frankreich

Tel.: +33 (0)1 69 85 86 86

E-Mail: bibring@ias.u-psud.fr

Weitere Informationen:

Referat für Medienbeziehungen
Tel: +33.(0)1.5369.7155
Fax: +33.(0)1.5369.7690



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