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N° 29–2013: Andreas Mogensen fliegt 2015 zur ISS

28 August 2013

Der dänische ESA-Astronaut Andreas Mogensen wird im September 2015 mit einer Sojus vom Kosmodrom Baikonur in Kasachstan aus zur Internationalen Raumstation (ISS) fliegen.

Die zehntägige Mission wird nicht nur Mogensens erster Raumflug sein, sondern der erste eines dänischen Astronauten überhaupt.

Der Flug steht in unmittelbarem Zusammenhang mit der neuen Ära beim ISS-Betrieb: Ab Mai 2015 werden zwei erfahrene Raumfahrer aus den USA und Russland ein ganzes Jahr lang auf der ISS arbeiten. Mogensen wird während seines Aufenthalts an Bord eine Reihe von Experimenten zur Vorbereitung künftiger Missionen und zur Erprobung neuer Technologien durchführen.

„Ich freue mich umso mehr, diese Mission bekanntgeben zu können, als es sich bereits um die fünfte für die Gruppe der 2009 eingestellten Astronauten handelt“, kommentierte Thomas Reiter, der Direktor der ESA für bemannte Raumfahrt und Betrieb, die Entscheidung und fügte hinzu: „Der erste dieser Gruppe, Luca Parmitano, hält sich gegenwärtig auf der ISS auf, und drei andere haben ihre Vorbereitung auf ihre bevorstehenden Missionen begonnen: Die neuen Astronauten der ESA sind also sehr stark beschäftigt. Dank der Beschlüsse der Mitgliedstaaten auf der Ministerratstagung im November letzten Jahres werden wir unsere Verpflichtung erfüllen können, bis Ende 2017 alle sechs neuen Astronauten in den Weltraum zu schicken.“

„Diese Mission ist die Erfüllung eines Lebenstraums und die Krönung vieler Jahre harter Arbeit und Ausbildung“, sagte Mogensen. „Ich freue mich sehr darauf, am herausragenden Programm der ESA für Wissenschaft und Technologieentwicklung an Bord der Internationalen Raumstation teilzunehmen, und es ist mir eine Ehre, Dänemark und Europa im Weltraum zu repräsentieren. Die Mission ist eine einzigartige Gelegenheit für Europa, die für die Zukunft der bemannten Exploration des Weltraums erforderlichen Technologien zu entwickeln und zu testen.“

Eine Mission für neue Technologien und wissenschaftliche Untersuchungen

Die Mission beginnt am 30. September 2015 mit dem Start an Bord einer Sojus TMA‑18 (44S) und endet am 10. Oktober mit dem Rückflug Mogensens zur Erde in einer Sojus TMA‑16 (42S).

Während seines Flugs wird Mogensen innovative Methoden der Interaktion zwischen den Mannschaften am Boden und im Weltraum mittels eines mobilen Geräts testen, das von den Astronauten freihändig genutzt werden kann und mit einer Reihe von Mehrbenutzer-Kommunikationstechniken ausgerüstet ist. Das System bietet außerdem fortschrittliche 3D-Visualisierung und erweiterte Realität – Eigenschaften, die gemeinsam mit tragbaren Computern und Kameras ihr volles Potenzial entfalten werden, wenn jedermann ggf. sogar in Echtzeit Tätigkeiten auf der ISS „aus der Sicht eines ESA-Astronauten“ wird mitverfolgen können.

Mogensens kurze Mission ist eine hervorragende Gelegenheit für mehrere Wissenschaftsstudien, vor allem auf dem Gebiet der Lebenswissenschaften. Die Kombination der Proben und Messungen einer kurzen Mission mit dem auf Langzeitmissionen gesammelten Forschungsmaterial erhöht den Wert biomedizinischer Statistiken. Sämtliche für physiologische, biologische und materialwissenschaftliche Experimente benötigten Instrumente stehen im Columbus-Labor zur Verfügung, und Proben können zur weiteren Untersuchung rasch zur Erde zurückgebracht werden.

Eine kurze Mission ist auch ideal für die Erprobung einer neuen Generation von Sensoren zur Überwachung des Gesundheitszustands, von wichtigen Messgeräten und von die Mobilität unterstützenden Geräten zur elektrischen Stimulation der Muskeln. Diese sind von unmittelbarem Vorteil für künftige Explorationsmissionen und können auf der Erde sogar noch früher genutzt werden, etwa durch Bediener schwerer Maschinen oder zur Unterstützung der Reha nach Sportunfällen.

Mogensen führt außerdem besondere Arbeitskleidung mit: Während seiner normalen Tätigkeit wird er einen neuartigen, eng anliegenden Anzug aus elastischem Material tragen, der den Effekt der Schwerkraft der Erde simulieren und so passiv zur Eindämmung der Dekonditionierung von Astronauten im Weltraum beitragen soll.

Nach der Ankunft der Sojus werden sich vorübergehend neun Personen auf der ISS aufhalten, eine Zahl, die seit der Einmottung des Space Shuttle 2011 nicht mehr erreicht worden war.

Zwischen Parmitanos laufender Mission und dem für 2015 angesetzten Flug Mogensens werden 2014 die ESA-Astronauten Alexander Gerst und Samantha Cristoforetti jeweils zu Langzeitaufenthalten auf der ISS starten. Als nächster Europäer nach Mogensen wird im Dezember 2015 Tim Peake zur ISS fliegen und als Mitglied der „Expedition“-Mannschaften 46 und 47 seinerseits eine Langzeitmission absolvieren.

Der Höhenflug eines Ingenieurs

Für einen Luft- und Raumfahrtingenieur wie Mogensen ist eine technologiebetonte Mission wie diese wie geschaffen. In ihrem Verlauf sind nicht nur mehrere Premieren und Demonstrationen geplant, sondern Mogensen wird außerdem als Flugingenieur im linken Sitz der Sojus sitzen, was ihn zur Nummer 2 an Bord macht.

Mogensen wurde am 2. November 1976 in Kopenhagen geboren. Er erwarb 1999 ein Master-Diplom in Luftfahrttechnik am Imperial College in London und promovierte 2007 an der University of Texas in Austin zum Doktor der Luft- und Raumfahrttechnik.

Im Mai 2009 wurde er als ESA-Astronaut ausgewählt und schloss im November 2010 gemeinsam mit den anderen fünf Neuen die Astronautengrundausbildung ab. Mogensen ist qualifizierter Eurocom-Funkkontrolleur im Columbus-Kontrollzentrum in München, von wo aus er regelmäßig mit den Astronauten an Bord der ISS kommuniziert.

Zusätzlich zu seiner Ausbildung und Arbeit hat Mogensen für die ESA im ESTEC im niederländischen Noordwijk am Programm für das Mondlandegerät mitgewirkt, genauer gesagt am Entwurf des Lenkungs-, Navigations- und Steuerungssystems für eine punktgenaue Landung auf dem Mond.

Mogensen wird vom Europäischen Astronautenzentrum in Köln aus seine Missionsvorbereitung mit den ISS-Partnern in Angriff nehmen. Diese Vorbereitung wird ihn ins Johnson Space Center in Houston und in die Sternenstadt bei Moskau sowie nach Japan und Kanada führen.

Mogensen unterhält einen Blog in dänischer Sprache zur Weltraumexploration und zu seiner Astronautenausbildung: videnskab.dk/profil/andreas-mogensen.

Über die ESA

Die Europäische Weltraumorganisation (ESA) ist Europas Tor zum Weltraum.

Die ESA ist eine 1975 gegründete zwischenstaatliche Organisation, deren Aufgabe darin besteht, europäische Raumfahrtkapazitäten zu entwickeln und sicherzustellen, dass die Investitionen in die Raumfahrt den Bürgern in Europa und anderswo zugutekommen.

Die ESA hat 20 Mitgliedstaaten: Belgien, Dänemark, Deutschland, Finnland, Frankreich, Griechenland, Irland, Italien, Luxemburg, die Niederlande, Norwegen, Österreich, Polen, Portugal, Rumänien, Schweden, die Schweiz, Spanien, die Tschechische Republik und das Vereinigte Königreich. Davon sind 18 auch Mitgliedstaaten der EU.

Im Rahmen von Kooperationsabkommen unterhält die ESA Beziehungen zu acht anderen EU-Mitgliedstaaten. Auch Kanada nimmt im Rahmen eines Kooperationsabkommens an bestimmten ESA-Programmen teil.

Darüber hinaus arbeitet die ESA mit der EU zusammen, um die Programme Galileo und Copernicus zu verwirklichen.

Dank der Koordinierung der Finanzressourcen und Kompetenzen ihrer Mitgliedstaaten kann die ESA Programme und Tätigkeiten durchführen, die weit über die Möglichkeiten eines einzelnen europäischen Landes hinausgehen.

Die ESA entwickelt Raumfahrzeugträger, Satelliten und Bodenanlagen, um sicherzustellen, dass Europa bei Raumfahrtvorhaben weltweit an der Spitze bleibt.

Sie startet Erdbeobachtungs-, Navigations-, Telekommunikations- und Astronomiesatelliten, schickt Raumsonden in entlegene Regionen des Sonnensystems und beteiligt sich an der bemannten Exploration des Weltraums.

Weitere Informationen:

ESA-Referat Medienbeziehungen, Kommunikationsabteilung
Email: media@esa.int
Tel: +33 (0)1 53 69 72 99



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