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N° 33–2008: Die Internationale Raumstation – Prüfstand für die künftige Exploration des Weltraums

17 Juli 2008

Gemeinsame Erklärung der bei der Internationalen Raumstation zusammenarbeitenden Raumfahrtagenturen

Die Leiter der Raumfahrtagenturen Europas, Japans, Kanadas, Russlands und der Vereinigten Staaten haben sich heute in der Hauptverwaltung der Europäischen Weltraumorganisation (ESA) in Paris versammelt, um ihre Zusammenarbeit bei der Internationalen Raumstation (ISS) zu überprüfen. Sie haben bei ihren Beratungen die deutlich erweiterten Kapazitäten anerkannt, die die ISS nun für Schwerelosigkeitsforschung und die Entwicklung von Technologien sowie als Prüfstand für Flugsysteme und kritische Betriebsabläufe bei künftigen Weltraumexplorationsinitiativen bietet – Tätigkeiten, die mit der Erweiterung des menschlichen Wissensstands letztendlich auch der Lebensqualität auf unserem Planeten zugute kommen.

Die Leiter der Raumfahrtagenturen haben außerdem die erheblichen Fortschritte zur Kenntnis genommen, die seit ihrem letzten Treffen im Januar 2007 erreicht werden konnten, darunter die Auslieferung des zweiten Verbindungsknotens („Harmony“), von zwei neuen Weltraumlabors (das Columbus-Modul der ESA und das japanische Experimentiermodul Kibo) sowie des kanadischen „Dextre“, einer zweiarmigen Robotereinrichtung für Feinarbeiten und besondere Aufgaben. Neben dem Abschluss sechs schwieriger Space-Shuttle-Missionen zur ISS-Montage haben die Agenturleiter auch ihre Anerkennung für den erfolgreichen Jungfernflug des europäischen Transferfahrzeugs (ATV), den Aufbau des weltweiten bodengestützten Netzes von ISS-Betriebskontrollzentren durch neue europäische und japanische ISS-Betriebszentren sowie die erfolgreichen Flüge der russischen Sojus-Kapseln und Progress-Fahrzeuge zum Ausdruck gebracht. Die Partner unterstrichen die zentrale Bedeutung einer größeren Anzahl von Sojus- und Progress-Flügen für die gesamten Mannschaftstransport-, Rettungs- und Frachtkapazitäten der ISS.

Die Agenturleiter nahmen eine Prüfung des jetzigen Entwicklungsstands der ISS, ihrer Konfiguration und der Betriebstätigkeiten im Rahmen der Partnerschaft vor und erörterten die Durchführungspläne zur Optimierung des Nutzens aus der Erhöhung der ständigen Bordmannschaft auf sechs Mitglieder im Jahr 2009. Darüber hinaus wurde über die Anstrengungen beraten, die zur Gewährleistung der grundlegenden Raumtransportkapazitäten (sowohl für die Mannschaft als auch für Fracht) über die gesamte Dauer des ISS-Programms erforderlich sein werden. Die Partner wiesen auch auf die Notwendigkeit der zusätzlichen russischen Module hin, die 2009 und 2010 bereitgestellt werden sollen, um den Betrieb und die Nutzung einer auf sechs Mannschaftsmitglieder aufgestockten ISS zu optimieren.

Ein weiteres Thema der Beratungen der Agenturleiter waren ihre laufenden Tätigkeiten zur Erhöhung der Transportkapazitäten in Richtung Raumstation wie auch in Richtung Erde, die für eine sinnvolle Nutzung der ISS und die Wegbereitung für künftige Kapazitäten benötigt werden. Hierzu zählen das japanische Transferfahrzeug H-2 im kommenden Jahr, die amerikanischen kommerziellen Weltraumtransportdienste, das bemannte US-Explorationsfahrzeug Orion sowie die bestehenden Raumtransportsysteme: das amerikanische Space Shuttle (bis 2010), die russischen Sojus-Kapseln und Progress-Fahrzeuge und das ATV der ESA. Diese Kapazitäten werden den Bedarf für den Betrieb und die Nutzung der ISS decken. Die Agenturleiter nahmen ferner neue Initiativen zur Kenntnis, wie z. B. die ESA-Pläne für eine Weiterentwicklung des ATV, das dank fortschrittlicher Wiedereintrittstechnologien auch Rücktransporte von der ISS zur Erde ermöglichen soll, sowie die gemeinsamen Vorbereitungstätigkeiten Russlands und der ESA für ein neues Mannschaftstransportsystem. Die Leiter der Raumfahrtagenturen bekundeten ihr Interesse, diese Kapazitäten allen Partnern zugute kommen zu lassen, um einen dauerhaften Einsatz der ISS und die Vorbereitung künftiger Explorationsinitiativen zu ermöglichen.

Da die Partner nun der Fertigstellung der ISS näher gekommen sind, haben die Agenturleiter erneut ihr gemeinsames Interesse bekräftigt, die Kapazitäten der Raumstation über einen für die Beteiligten und die Nutzer sinnvollen Zeitraum in vollem Umfang nutzen zu wollen. Die Partner erklärten, dass einer Fortsetzung des Betriebs nach 2015 keine größeren technischen Herausforderungen im Wege stünden. Angesichts der außerordentlichen Vorteile einer Fortsetzung von Betrieb und Nutzung der ISS über den jetzigen Planungshorizont hinaus vereinbarten die Leiter der Raumfahrtagenturen, die Unterstützung dieses Ziels mit ihren jeweiligen Regierungen zu prüfen.

Weitere Informationen:

ESA - Referat Medienbeziehungen
Tel: +33 1 5369 7299
Fax: +33 1 5369 7690



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