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N° 6–2014: ESA entscheidet sich für PLATO-Mission zur Erforschung exoplanetarer Systeme

19 Februar 2014

Die ESA hat heute ein weltraumgestütztes Observatorium zur Aufspürung von Planeten in der Umlaufbahn fremder Sterne als dritte mittelgroße Wissenschaftsmission ausgewählt, die spätestens 2024 gestartet werden soll.

Die ESA hat heute ein weltraumgestütztes Observatorium zur Aufspürung von Planeten in der Umlaufbahn fremder Sterne als dritte mittelgroße Wissenschaftsmission ausgewählt, die spätestens 2024 gestartet werden soll.

Der ESA-Ausschuss für das Wissenschaftliche Programm hat die Durchführung der Mission PLATO (planetare Transite und Oszillationen von Sternen) als Bestandteil des Programms Kosmische Vision 2015–2025 beschlossen.

Die Mission wird sich mit zwei der wichtigsten Fragen der Kosmischen Vision auseinandersetzen: unter welchen Bedingungen bilden sich Planeten und entsteht Leben und wie funktioniert das Sonnensystem?

PLATO wird relativ nahe gelegene Sterne erforschen und dabei nach winzigen, regelmäßigen Lichteinbußen suchen, die eintreten, wenn ihre Planeten an ihnen vorbeifliegen und dabei kurzzeitig einen kleinen Teil des Sternenlichts ausblenden.

Unter Einsatz von 34 eigenständigen kleinen Teleskopen und Kameras wird PLATO unter ca. einer Million Sternen, die sich über die Hälfte des Himmels erstrecken, nach Planeten Ausschau halten.

Zudem wird die seismische Aktivität von Sternen untersucht, wodurch eine genaue Charakterisierung des Zentralgestirns jedes entdeckten Planeten, einschließlich Masse, Radius und Alter, ermöglicht werden soll.

Gemeinsam mit bodengestützten Beobachtungen der Radialgeschwindigkeit werden die Messungen von PLATO die Berechnung von Masse und Radius eines Planeten und somit von dessen Dichte erlauben, was Rückschlüsse auf seine Zusammensetzung zulässt.

Die Mission wird Tausende exoplanetare Systeme aufspüren und untersuchen, wobei sie sich auf die Entdeckung und Charakterisierung von Planeten erdähnlicher Größe und Supererden im bewohnbaren Bereich ihres Zentralgestirns – der Entfernung, bei der flüssiges Oberflächenwasser existieren könnte – konzentrieren wird.

„Mit seiner einzigartigen Fähigkeit, sonnen- und erdähnliche Systeme aufzuspüren, wird PLATO auf dem gesammelten Wissen mehrerer europäischer Missionen, darunter CoRot und Cheops, aufbauen können“, so Alvaro Giménez, ESA-Direktor für Wissenschaft und robotische Exploration. „PLATOs Entdeckungen werden dazu beitragen, den Aufbau unseres Sonnensystems mit anderen Planetensystemen zu vergleichen. Alle M3-Missionskandidaten boten hervorragende Möglichkeiten zur Beantwortung der bedeutenden wissenschaftlichen Fragen, die unser Programm Kosmische Vision definieren.“

Bei den vier anderen Missionskonzepten, die im Wettbewerb um die M3-Startgelegenheit standen, handelte es sich um das Observatorium zur Charakterisierung von Exoplaneten, EChO, das große Observatorium für hochzeitauflösende Röntgenstrahlenbeobachtungen, LOFT, MarcoPolo-R zur Rückführung einer Probe eines erdnahen Asteroiden und STE-Quest zur Erforschung der Raumzeit und Erprobung des Quantenäquivalenzprinzips im Weltraum.

PLATO gesellt sich zu den bereits 2011 ausgewählten Missionen der Kategorie M Sonnenorbiter und Euclid. Der Sonnenorbiter wird 2017 zur Untersuchung der Sonne und des Sonnenwinds aus einer Entfernung von weniger als 50 Mio. km gestartet, während sich Euclid nach seinem für 2020 geplanten Start mit dunkler Energie, dunkler Materie und dem Aufbau des Universums befassen wird.

PLATO wird spätestens 2024 von Europas Raumflughafen in Kourou an Bord einer Sojus zu seiner zunächst sechsjährigen Mission aufbrechen und vom sogenannten Lagrange-Punkt L2 in etwa 1,5 Mio. km Entfernung von der Erde aus seine Aufgabe ausführen.

Die Daten der vor kurzem gestarteten ESA-Mission GAIA werden PLATO dabei unterstützen, die genauen Eigenschaften Tausender exoplanetarer Systeme zu enthüllen. Diese Systeme werden dann Ziele für präzise Anschlussbeobachtungen durch zukünftige boden- und weltraumgestützte Observatorien bieten.

1964–2014 – 50 Jahre im Dienste der europäischen Zusammenarbeit und der Innovation

1964 traten die Übereinkommen zur Gründung der Europäischen Organisation für die Entwicklung und den Bau von Raumfahrzeugträgern (ELDO) und der Europäischen Weltraumforschungs-Organisation (ESRO) in Kraft, aus denen gut ein Jahrzehnt später die Europäische Weltraumorganisation (ESA) hervorging, die ihre beiden Vorgänger ablöste.

Das Jahr 2014 ist Anlass, die Zukunft im Lichte dieser fünf Jahrzehnte an einzigartigen Erfolgen und Errungenschaften in der Raumfahrt zu betrachten, dank derer sich die ESA zu einer der weltweit führenden Raumfahrtagenturen entwickelt hat.

Das Motto „Im Dienste der europäischen Zusammenarbeit und der Innovation“ unterstreicht, wie sehr die ESA in Zusammenarbeit mit den nationalen Delegationen ihrer nunmehr 20 Mitgliedstaaten, mit der Raumfahrtindustrie, den Wissenschaftlern und in den letzten Jahren auch der EU die entscheidenden Impulse für Europa und seine Bürger gegeben hat.

Der fünfzigste Jahrestag der europäischen Zusammenarbeit in der Raumfahrt ist für den gesamten europäischen Raumfahrtsektor, der mit Stolz auf seine Erfolge und Errungenschaften zurückblicken kann, ein Anlass zum Feiern. Er ist ein Zeugnis dafür, dass sich Europa zum Nutzen aller Bürger als treibende Kraft für Fortschritt, Innovation und Wachstum erweist, wenn seine Mitgliedstaaten sich gemeinsam ehrgeizige Ziele setzen und ihre Kräfte bündeln.

Über die ESA

Die Europäische Weltraumorganisation (ESA), Europas Tor zum Weltraum, ist eine 1975 gegründete zwischenstaatliche Organisation, deren Aufgabe darin besteht, europäische Raumfahrtkapazitäten zu entwickeln und sicherzustellen, dass die Investitionen in die Raumfahrt den Bürgern in Europa und anderswo zugutekommen.

Die ESA hat 20 Mitgliedstaaten: Belgien, Dänemark, Deutschland, Finnland, Frankreich, Griechenland, Irland, Italien, Luxemburg, die Niederlande, Norwegen, Österreich, Polen, Portugal, Rumänien, Schweden, die Schweiz, Spanien, die Tschechische Republik und das Vereinigte Königreich. Davon sind 18 auch Mitgliedstaaten der EU.

Im Rahmen von Kooperationsabkommen unterhält die ESA Beziehungen zu acht anderen EU-Mitgliedstaaten. Auch Kanada nimmt im Rahmen eines Kooperationsabkommens an bestimmten ESA-Programmen teil.

Darüber hinaus arbeitet die ESA mit der EU zusammen, um die Programme Galileo und Copernicus zu verwirklichen.

Dank der Koordinierung der Finanzressourcen und Kompetenzen ihrer Mitgliedstaaten kann die ESA Programme und Tätigkeiten durchführen, die weit über die Möglichkeiten eines einzelnen europäischen Landes hinausgehen.

Die ESA entwickelt Raumfahrzeugträger, Satelliten und Bodenanlagen, um sicherzustellen, dass Europa bei Raumfahrtvorhaben weltweit an der Spitze bleibt.

Sie startet Erdbeobachtungs-, Navigations-, Telekommunikations- und Astronomiesatelliten, schickt Raumsonden in entlegene Regionen des Sonnensystems und beteiligt sich an der bemannten Exploration des Weltraums.

Mehr über die ESA: www.esa.int.

Weitere Informationen:

ESA-Referat Medienbeziehungen
Email: media@esa.int
Tel: +33 (0)1 53 69 72 99



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