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N° 32–2012: Erfolgreicher Missionsabschluss für das ATV „Edoardo Amaldi“

3 Oktober 2012

„Edoardo Amaldi“, das dritte automatische Transferfahrzeug (ATV) der ESA, schloss heute mit dem kontrollierten Wiedereintritt in die Erdatmosphäre und dem Verglühen über einem unbewohnten Gebiet des Südpazifik den letzten Teil seiner äußerst gelungenen sechsmonatigen Mission zur Versorgung der Internationalen Raumstation (ISS) ab.

Die ATV sind die technisch anspruchsvollsten Raumfahrzeuge, die je in Europa entwickelt wurden, und zugleich die größten und leistungsfähigsten Frachttransporter, die an der ISS andocken. Mit einem Gesamtgewicht von mehr als 20 Tonnen beim Start sind sie darüber hinaus die schwersten Raumfahrzeuge der Welt.

Sie zeichnen sich durch eine unübertroffene Transportkapazität für Fracht und Treibstoff aus und können als Antriebsmodul zur Bahnanhebung der 400 Tonnen schweren ISS und für Manöver zum Ausweichen der Raumstation vor Weltraumtrümmern eingesetzt werden.

Während seiner Mission lieferte das ATV „Edoardo Amaldi“ den Astronauten in der Erdumlaufbahn fast sieben Tonnen Treibstoff, Sauerstoff, Luft und Wasser, sowie wissenschaftliches Gerät, Ersatzteile, Kleidung und Nahrung. Die Trockenfracht bestand aus über hundert Paketen in acht Nutzlastschränken – zwei Schränke mehr als bei der vorherigen ATV-Mission.

Das ATV-3 wurde am 23. März mit einer Ariane-5-Trägerrakete in den Orbit gebracht und dockte fünf Tage später an der Raumstation an.

Die automatischen Transferfahrzeuge führen alle Manöver einschließlich des automatischen Andockens unter der genauen Überwachung des gemeinsam von der ESA und dem CNES betriebenen ATV-Kontrollzentrums in Toulouse, Frankreich, durch.

Bisher sind die ATV und die russischen Progress und Sojus die einzigen Raumfahrzeuge, die mit integrierter Redundanz eigenständig an der Station andocken können. Während das ATV-3 mit der Raumstation gekoppelt war, zündete es neunmal seine Triebwerke, um dem atmosphärischen Widerstand entgegenzuwirken und die Raumstation in ihrer Bahn zu halten. Ohne die Bahnanhebungsmanöver mit den ATV oder den russischen Progress-Fahrzeugen würde die ISS mit der Zeit absinken und letztlich auf die Erde fallen.

Der achte Antriebsschub des ATV-3 am 22. August dauerte 40 Minuten (nahezu eine halbe Umkreisung des Erdballs) und hob die Station in eine Rekordhöhe von 405-427 km über der Erde.

Während der sechs Monate, die das ATV-3 an die Raumstation gekoppelt war, bot es den Astronauten 48 Kubikmeter zusätzlichen Raum. Vor seiner Abkopplung wurde das druckbeaufschlagte Modul mit Abfall beladen.

Der europäische Raumschlepper trennte sich am 28. September von der ISS und begab sich nach kurzem freien Flug in seine sichere Rückflugbahn. Das mit Abfall beladene Raumfahrzeug verglühte um 03:30 MESZ gefahrlos in der oberen Schicht der Erdatmosphäre.

Sein Nachfolger, das ATV-4 mit Namen „Albert Einstein“, hält sich schon jetzt für die nächste Nachschubmission zur Internationalen Raumstation bereit. Es traf am 19. September per Schiff an Europas Raumflughafen in Kourou, Französisch-Guayana, ein und soll im April 2013 starten.

Das fünfte ATV, „Georges Lemaître“, wird derzeit montiert. Sein Start ist für April 2014 vorgesehen.

Hinweise für die Redaktionen

Über die ESA

Die Europäische Weltraumorganisation (ESA) ist Europas Tor zum Weltraum. Sie ist eine 1975 gegründete zwischenstaatliche Organisation, deren Aufgabe darin besteht, europäische Raumfahrtkapazitäten zu entwickeln und sicherzustellen, dass die Investitionen in die Raumfahrt den Bürgern in Europa und anderswo zugutekommen.

Die ESA umfasst derzeit 19 Mitgliedstaaten: Belgien, Dänemark, Deutschland, Finnland, Frankreich, Griechenland, Irland, Italien, Luxemburg, die Niederlande, Norwegen, Österreich, Portugal, Rumänien, Schweden, die Schweiz, Spanien, die Tschechische Republik und das Vereinigte Königreich, davon sind 17 auch Mitgliedstaaten der EU. Die ESA unterhält im Rahmen von Kooperationsabkommen Beziehungen zu neun weiteren EU-Mitgliedstaaten und verhandelt zurzeit mit dem verbleibenden EU-Mitgliedstaat Bulgarien über den Abschluss eines solchen Abkommens.

Polen steht kurz davor, zwanzigster Mitgliedstaat der ESA zu werden. Auch Kanada nimmt im Rahmen eines Kooperationsabkommens an bestimmten ESA-Programmen teil.

Dank der Koordinierung der Finanzressourcen und Kompetenzen ihrer Mitgliedstaaten kann die ESA Programme und Tätigkeiten durchführen, die weit über die Möglichkeiten eines einzelnen europäischen Landes hinausgehen.

Die ESA entwickelt Raumfahrzeugträger, Raumfahrzeuge und Bodenanlagen, um sicherzustellen, dass Europa bei Raumfahrtvorhaben weltweit an der Spitze bleibt. Sie startet Erdbeobachtungs-, Navigations-, Telekommunikations- und Astronomiesatelliten, schickt Raumsonden in entlegene Regionen des Sonnensystems und beteiligt sich an der bemannten Exploration des Weltraums.

Mehr erfahren Sie unter: www.esa.int

Weitere Informationen:

ESA - Referat Medienbeziehungen
Tel: +33(0)1.5369.7299
Fax: +33(0)1.5369.7690



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