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N° 6–2002: Erstflug eines italienischen Astronauten auf russischem Raumfahrzeug zur Internationalen Raumstation

21 Februar 2002

ESA-Astronaut Roberto Vittori* wird am 25. April 2002 von Baikonur aus als erster Italiener an Bord eines russischen Sojus-Fahrzeugs zu einer - nach Marco Polo benannten - zehntägigen Mission zur Internationalen Raumstation starten.

Dieser Raumflug und das damit verbundene Versuchsprogramm werden von der italienischen Raumfahrtagentur ASI im Rahmen einer Vereinbarung gefördert, die zwischen der Europäischen Weltraumorganisation einerseits und der Russischen Luft- und Raumfahrtagentur (Rosaviakosmos) sowie der russischen Firma RSC Energija andererseits geschlossen wurde.

Die Mission ist ein weiteres Zeichen der Entschlossenheit Europas, seine fruchtbare Zusammenarbeit mit Rußland zu verstärken, wie der ESA-Direktor für Bemannte Raumfahrt und Schwerelosigkeitsforschung, Jörg Feustel-Büechl, bestätigt: "Roberto Vittoris Mission zur Internationalen Raumstation markiert eine zusätzliche Etappe in der euro-russischen Zusammenarbeit, die zur strategischen Entwicklung beider Partner beiträgt. Sie gehört zu einer Reihe von Fluggelegenheiten für europäische Astronauten, deren nächste im Oktober geplant ist."

Roberto Vittori, Testpilot und Oberstleutnant in der italienischen Luftwaffe, wurde von der ASI als einer von drei italienischen Astronauten für das Europäische Astronautenkorps ausgewählt und wird als Flugingenieur an Bord des Sojus-Fahrzeugs eingesetzt, dessen Besatzung neben dem russischen Sojus-Kommandanten Juri Gidsenko außerdem der Südafrikaner Mark Shuttleworth als Passagier angehören wird. Vittori wird 8 Tage auf dem russischen Segment der Raumstation verbringen.

Die Mission "Marco Polo" dient in erster Linie dem Austausch des jetzigen Sojus-Fahrzeugs der Station, das als Hauptrettungsfahrzeug für die Raumstationsmannschaft fungiert, sowie der Durchführung einer Reihe von Experimenten der ASI und der ESA an Bord der ISS.

Experimente der ASI: "Alteino", eine Untersuchung des Einflusses kosmischer Teilchen auf Hirnfunktionen, "Chiro", eine Versuchseinrichtung zur Ermittlung von Beeinträchtigungen der Muskelleistung unter Schwerelosigkeit und das Experiment "Vest", das die Eignung spezieller Astronauten-Kleidung mit niedrigem Gewicht und Raumbedarf bestätigen soll.

Experiment der ESA: das Blutdruck-Meßgerät BMI.

Roberto Vittori bereitet sich seit August letzten Jahres im Gagarin-Kosmonautentrainingszentrum bei Moskau auf seinen Einsatz als Flugingenieur vor.

Nähere Auskunft erteilen:

ESA Abteilung Öffentlichkeitsarbeit

Referat Medienbeziehungen

Franco Bonacina

Tel: +33(1)53.69.71.55

Fax: +33(1)53.69.76.90

ASI-Pressebüro

Francesco Rea

Tel: +39 06 8567 235

Fax: +39 06 8416 265

* Lebenslauf von Roberto Vittori

Astronaut der Europäischen Weltraumorganisation (ESA)

Angaben zur Person:

Geboren am 15. Oktober 1964 in Viterbo, Italien, verheiratet, zwei Söhne. Hobbies: Fußball, Jogging, Schwimmen und Lesen.

Ausbildung:

Akademie der italienischen Luftwaffe bis 1989. 1990 Pilotengrundausbildung bei der US-Luftwaffe auf dem Stützpunkt Reese in Texas. 1995 Abschluß der Ausbildung als Testpilot in der US Navy Test Pilot School. Teilnahme am Unfallverhütungskurs (Guidonia, Italien) und Unfalluntersuchungskurs (Kirtland, Neumexiko) der italienischen Luftwaffe zwischen 1996 und 1997.

Auszeichnungen:

Abschluß der Pilotengrundausbildung auf dem Luftwaffenstützpunkt Reese, Texas, der Ausbildung als Testpilot in Patuxent River, Maryland, und des Kurses an der US-Flugsicherheitsschule auf dem Luftwaffenstützpunkt Kirtland, Neumexiko, mit Auszeichnung. Medaille der italienischen Luftwaffe für Langzeitdienst (1997).

Berufserfahrung:

Nach dem Abschluß der Pilotengrundausbildung im Jahr 1990 flog Roberto Vittori die Tornado GR1 bei der 155. Staffel, 50. Jagdgruppe, in Piacenza, Italien, von 1991 bis 1994. Während dieser Zeit wurde er in der Luftbetankung bei Tag und Nacht sowie als Formationsführer ausgebildet.

1995 schloß er die Ausbildung als Testpilot in der Test Pilot School der amerikanischen Marine ab. Danach war er bis 1998 im Italienischen Testzentrum als Projektpilot für die Entwicklung des neuen europäischen Jagdflugzeugs "EuroFighter EF2000" tätig. Von 1996 bis 1998 war er nationaler Vertreter im Forschungs- und Entwicklungsprogramm für den Luft-Luft-Flugkörper BVRAAM.

1997 besuchte er die Flugsicherheitsschule der amerikanischen Luftwaffe und war von 1997 bis 1998 Flugsicherheitsoffizier seiner Gruppe im Italienischen Testzentrum. Außerdem war er Lehrer für Aerodynamik im Unfalluntersuchungskurs der italienischen Luftwaffe.

Roberto Vittori ist Oberstleutnant in der italienischen Luftwaffe. Er hat nahezu 2000 Flugstunden auf über 40 verschiedenen Flugzeugtypen, darunter F-104, Tornado GR1, F?18, AMX, M-2000, G?222 und P-180.

Im Juli 1998 wurde er von der italienischen Raumfahrtagentur ASI in Zusammenarbeit mit der ESA als Astronaut ausgewählt und einen Monat später in das Europäische Astronautenkorps aufgenommen, das im Europäischen Astronautenzentrum der ESA in Köln (Deutschland) stationiert ist.

Im August 1998 wurde er zum Johnson Space Center der NASA in Houston, Texas, zur Ausbildung für Einsätze auf dem Raumtransporter und der Internationalen Raumstation entsandt. Dort schloß er seine Schulung zum Missionsspezialisten ab und nahm technische Aufgaben in der Abteilung Raumtransporter-Betriebssysteme wahr.

Gegenwärtige Tätigkeit:

Im Juli 2001 wurde Roberto Vittori im Rahmen einer Vereinbarung zwischen der Russischen Luft- und Raumfahrtagentur (Rosaviakosmos), der italienischen Raumfahrtagentur ASI und der ESA für einen im April 2002 geplanten Taxi-Flug zur Internationalen Raumstation ausgewählt. Im August 2001 nahm er seine Ausbildung als Flugingenieur im Gagarin-Kosmonautentrainingszentrum (Sternenstadt) bei Moskau auf.

Weitere Informationen:

Referat für Medienbeziehungen
Tel: +33(0)1.53.69.7155
Fax: +33(0)1.53.69.7690



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