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N° 57–2005: Europas Minister debattieren über Exploration und Wettbewerbsfähigkeit

6 Dezember 2005

Die für die Raumfahrt zuständigen Ressortminister der 17 Mitgliedstaaten der Europäischen Weltraumorganisation (und Kanadas) haben heute zum Abschluss ihrer zweitägigen Ratstagung in Berlin einen unter dem Motto „Exploration und Wettbewerbsfähigkeit“ stehenden schlüssigen Plan für Europas Raumfahrt angenommen. Im Einklang hierzu genehmigten sie außerdem die Fortsetzung einer Reihe laufender Programme und vereinbarten wichtige neue Initiativen, die Europa zu klaren Perspektiven und konkreten Mitteln zur Stärkung seiner Aktivitäten in der Exploration und Nutzung des Weltraums verhelfen sollen. Die Minister betonten die Notwendigkeit der Aufrechterhaltung einer wettbewerbsfähigen Raumfahrtindustrie in Europa, die in der Lage ist, in neue Forschungsbereiche vorzustoßen, Zugang zu strategischen Daten und neuen Diensten zu garantieren und ihren Anteil am kommerziellen Weltmarkt zu konsolidieren.

Die Minister würdigten die bisherigen Schritte, die unternommen wurden, um die Raumfahrt und ihren Nutzen stärker in das Bewusstsein der europäischen Bürger zu rücken, wozu insbesondere die jüngsten Erfolge von europäischen Wissenschaftsmissionen wie Huygens und Mars Express beigetragen haben. Diese Missionen haben zusammen mit einer Reihe erfolgreicher Ariane-5-Starts erneut unter Beweis gestellt, dass Europa durch die Bündelung seiner Kompetenzen und Anstrengungen auch auf internationaler Ebene bei höchst anspruchsvollen Vorhaben erfolgreich sein und sich durch neue Erkenntnisse und Innovationen profilieren kann.

Die Minister nahmen ferner die qualitative wie quantitative Verbesserung der Beziehungen zwischen der ESA und ihren internationalen Partnern zur Kenntnis. Sie stellten fest, dass die Entwicklung des internationalen Kontextes in der Raumfahrt vor allem durch die wachsende Zahl der großen Raumfahrtakteure, die zu wettbewerbsfähigen Bedingungen wichtige Weltraumtechnologien für den zivilen und dualen Einsatz beherrschen, sehr rasch voranschreitet.

Die Minister bekräftigten die strategische Bedeutung des beständigen Ausbaus der wissenschaftlichen, technischen und industriellen Raumfahrtkapazitäten Europas, um den Erwartungen seiner Bürger in den Bereichen Umwelt, Lebensqualität und Sicherheit besser gerecht zu werden. Mit Besorgnis nahmen sie zur Kenntnis, dass die europäische Industrie in den letzten Jahren aufgrund eines starken Rückgangs des kommerziellen Marktes und des Wettbewerbs mit Unternehmen, die zu niedrigeren Produktionskosten arbeiten, mit Problemen konfrontiert war und die von der Industrie zur Verbesserung ihrer Lage getroffenen Maßnahmen mit schwierigen Umstrukturierungsprozessen und Zusammenschlüssen einhergingen, die zu quantitativen Einbußen und einer schlechteren Verteilung europäischer Kapazitäten geführt haben.

Mit der Genehmigung einer umfassenden europäischen Raumfahrzeugträgerpolitik, die die Kohärenz zwischen dem Träger- und dem Satellitenbereich gewährleistet, wurde ein wichtiger politischer Schritt vollzogen.

Die Minister unterstrichen weiterhin die Bedeutung der beständigen Förderung der europäischen Zusammenarbeit in der Raumfahrt durch die weitere Entwicklung einer umfassenden europäischen Raumfahrtpolitik, die sich auf ESA-, EU-, nationale und industrielle Programme erstreckt, sowie der Bereitstellung der zur Verfügung stehenden Ressourcen und Kapazitäten für gemeinsame europäische Initiativen, die es Europa gestatten, die kritische Masse zur Behauptung im weltweiten Wettbewerb zu erreichen.

Beschlüsse über Programme und Tätigkeiten Die Minister fassten zudem Beschlüsse über die obligatorischen Tätigkeiten der ESA (Wissenschaftliches Programm und Grundlegende Tätigkeiten) und fakultative Programme (Erdbeobachtung, Telekommunikation, Satellitennavigation, bemannte Raumfahrt, Schwerelosigkeitsforschung, Exploration und Raumfahrzeugträger). Diese Beschlüsse zeigen einmal mehr die Entschlossenheit der Mitgliedstaaten der ESA, bahnbrechende Vorstöße in der Weltraumwissenschaft zu erzielen und sich in der Exploration eine Spitzenposition zu verschaffen, um dadurch einen entscheidenden Beitrag zu wettbewerbsfähigen Diensten und künftigen Anwendungen für europäische Bürger zu leisten. Die Beschlüsse erstreckten sich auf:

a) das Mittelvolumen der obligatorischen Tätigkeiten der ESA (Wissenschaftliches Programm und Grundlegende Tätigkeiten) im Zeitraum 2006–2010;

b) die Fortsetzung laufender Programme:

– die Zeichnung des Erdbeobachtungsrahmenprogramms (EOEP);

– die Zeichnung des zweiten Zeitraums des Programms für den Einsatz der Internationalen Raumstation ISS sowie des zweiten Zeitraums des europäischen Forschungsprogramms ELIPS;

– die Zeichnung von Trägerweiterentwicklungen;

– die Zeichnung des Programms für fortgeschrittene Forschung zu Telekommunikationssystemen (ARTES) mit Schwerpunkt auf Telekommunikationstechnologien, -anwendungen und -missionsdemonstrationen;

c) neue Programme:

– die Zeichnung des Programms für die GMES-Weltraumkomponente im Rahmen der Globalen Umwelt- und Sicherheitsüberwachung, das auch Europas wichtigsten Beitrag zum Globalen System der Erdbeobachtungssysteme (GEOSS-Initiative) darstellt;

– die Zeichnung des Europäischen Weltraumexplorationsprogramms Aurora mit der ersten Explorationsmission ExoMars und einem Kernprogramm zur Vorbereitung künftiger Explorationsmissionen;

– die Zeichnung von Vorbereitungstätigkeiten für künftige Raumfahrzeugträger;

– die Zeichnung des Allgemeinen Programms für Begleitende Technologie (GSTP) zur Vorbereitung neuer besonderer Technologieprogramme, die auf die Entwicklung von Technologien insbesondere im Hinblick auf Eigenständigkeit und Sicherheit ausgerichtet sind, sowie zur Vorbereitung und Demonstration neuer Konzepte wie Satellitenformationsflüge, um Missionen von hoher strategischer und wirtschaftlicher Bedeutung auf den Gebieten der Weltraumwissenschaften, der Erdbeobachtung und in neuen – insbesondere sicherheitsbezogenen – Bereichen zu ermöglichen.

Hinweis für die Redakteure

Hintergrundinformationen zu ESA-Programmen können der Presseinformation Nr. 2-2005 unter

http://www.esa.int/esaCP/Pr_2_2005_i_EN.html entnommen werden.

Weitere Auskünfte erteilt:

ESA-Kommunikationsabteilung

Referat Medienbeziehungen

Tel.: + 33 (0)1 53 69 71 55

Weitere Informationen:

Referat Medienbeziehungen
Tel: +33(0)1.53.69.7155
Fax: +33(0)1.53.69.7690



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