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N° 28–2012: Europas zweiter polarumlaufender Wettersatellit jetzt im All

17 September 2012

Der zweite MetOp-Satellit wurde heute an Bord eines russischen Raumfahrzeugträgers Sojus vom Kosmodrom Baikonur in Kasachstan aus gestartet.

MetOp-B wird die Kontinuität der Wetter- und Atmosphärenbeobachtungsdienste gewährleisten, die sein Vorgänger MetOp-A erbringt, der die Erde 14 Mal täglich von Pol zu Pol umkreist. MetOp-A wurde 2006 gestartet und hat seine vorgesehene Lebensdauer nun überschritten.

Der Sojus-Fregat-Träger hob am Montag, den 17. September um 18.28 Uhr MESZ ab. Die Fregat-Oberstufe setzte den Satelliten etwa 69 Minuten später in einer polaren Umlaufbahn in einer Höhe von 810 km über dem Kerguelen-Archipel im Indischen Ozean aus.

Der für das polare EUMETSAT-System entwickelte Satellit MetOp-B wird nun vom Raumflugkontrollzentrum der ESA in Darmstadt überwacht.

In den nächsten Tagen werden seine Instrumente getestet, wonach er der Organisation EUMETSAT, die sich ebenfalls in Darmstadt befindet, für eine sechsmonatige Inbetriebnahme seiner Nutzlast übergeben wird, um dann seinen Routinebetrieb mit MetOp-A zu beginnen.

Dazu ESA-Generaldirektor Jean-Jacques Dordain: „Der Start dieses zweiten MetOp-Satelliten fand rund zweieinhalb Monate nach dem Start von MSG-3 statt, was die Dynamik der europäischen Wettersatellitenprogramme, die in Zusammenarbeit zwischen der ESA und EUMETSAT entwickelt werden, in hervorragender Weise veranschaulicht. Die Tatsache, dass die Satelliten der nächsten Generation bereits bei der ESA in Vorbereitung sind, zeigt das hohe Engagement der Mitgliedstaaten beider Organisationen dafür, dass die Erfassung von Daten, die nicht nur die Wettervorhersage, sondern auch die Überwachung und das Verständnis des Klimawandels erleichtern, fortgesetzt und verbessert wird. Diese Dienste zeigen täglich den wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Nutzen von Investitionen in die Raumfahrtinfrastruktur.“

Volker Liebig, der ESA-Direktor für Erdbeobachtungsprogramme, erklärte: „MetOp-B wird seinen Betrieb aufnehmen, während MetOp-A noch aktiv ist und gut funktioniert. Dadurch wird die Kontinuität des Dienstes ohne das Risiko einer Unterbrechung der Datenversorgung sichergestellt. In der Zwischenzeit arbeiten wir mit EUMETSAT daran, die Zukunft mit der zweiten Generation europäischer Polarsatelliten vorzubereiten.“ Im Gegensatz zu den Meteosat-Satelliten, die ungefähr die Hälfte unseres Planeten in geostationärer Position beinahe 36 000 km über dem Golf von Guinea beobachten, befinden sich die MetOp-Satelliten auf einer niedrigeren Umlaufbahn und überfliegen den gesamten Erdball, um zusätzliche Daten über die Atmosphäre zu liefern.

Neben der Wetterbeobachtung unterstützen die MetOp- und die Meteosat-Satelliten auch die ESA-Initiative für Klimaüberwachung, der experimentelle Erdforschungssatelliten zur Erkundung der Erde und ihrer Atmosphäre angehören.

Seit 2009 wurden drei Erdforschungssatelliten gestartet ‒ GOCE zur Kartierung der Schwerkraft, SMOS zur Erforschung der Ozeane und CryoSat zur Messung der Polareisdicke ‒ und weitere sind in Vorbereitung.

2013 wird die ESA mit dem Start der Sentinel-Satelliten zur Umwelt- und Klimaüberwachung im Rahmen der Initiative für Globale Umwelt- und Sicherheitsüberwachung (GMES) mit der Europäischen Kommission beginnen.

Informationen für die Redaktionen

Über MetOp

Die MetOp-Satelliten sind die ersten operationellen europäischen Wettersatelliten in polarer Umlaufbahn. Sie bilden das Weltraumsegment des polaren EUMETSAT-Systems (EPS) und liefern Daten für die numerische Wettervorhersage – Grundlage der modernen Meteorologie – sowie für die Klima- und Umweltüberwachung.

Die in einer Höhe von 817 km fliegenden MetOp-Satelliten sind jeweils mit denselben hochentwickelten Instrumenten ausgestattet. Sie stellen detaillierte, nur aus der niedrigen Erdumlaufbahn aus erfassbare globale Daten bereit, wie etwa für vertikale Profile der Temperaturen und der Feuchtigkeit in der Atmosphäre, Windgeschwindigkeiten und Windrichtungen über Meeresoberflächen und bestimmte Atmosphären- und Spurengase.

Dank der Beobachtungen von MetOp-A sind 10-Tage-Wettervorhersagen deutlich zuverlässiger geworden. Diese Vorhersagen sind von entscheidender Bedeutung, wenn es um den Schutz von Leben und die Begrenzung von Sachschäden geht, und kommen außerdem wetterabhängigen Branchen der europäischen Wirtschaft, insbesondere dem Energie-, Verkehrs-, Bau-, Landwirtschafts- und Tourismussektor, zugute.

Die drei MetOp-Satelliten, deren Starts in größeren Abständen zueinander erfolgen, liefern kontinuierliche Daten bis 2020. Der erste Satellit, MetOp-A, wurde 2006 gestartet, der Start des dritten und letzten Satelliten, MetOp-C, ist für Ende 2017 geplant.

Die ESA ist für die Entwicklung der drei MetOp-Satelliten verantwortlich, wobei EUMETSAT die Anforderungen festlegt. Die französische Raumfahrtagentur CNES und die amerikanische National Oceanic and Atmospheric Administration (NOAA) steuern ferner wichtige Instrumente bei. Die ESA führt auch die Operationen für die LEOP-Phase (Start und Einsatzerprobung) durch, während der die Satelliten in ihre polare Umlaufbahn gebracht werden, bevor sie sie zur weiteren Nutzung an EUMETSAT übergibt.

Gebaut werden die MetOp-Satelliten von EADS Astrium als Hauptauftragnehmer.

EUMETSAT entwickelt alle Bodensysteme, die erforderlich sind, um den Nutzern Produkte zu liefern und Dienstleistungen zu erbringen und auf deren sich weiterentwickelnde Bedürfnisse reagieren zu können, übernimmt die Beschaffung aller Startdienste für MetOp sowie den Betrieb des gesamten Systems im Dienste der Nutzer.

Das EPS-Programm ist der europäische Beitrag zum anfänglichen gemeinsamen polaren System (Initial Joint Polar System, IJPS), das gemeinsam mit der NOAA unterhalten wird.

Über die ESA

Die Europäische Weltraumorganisation (ESA) ist Europas Tor zum Weltraum.

Die ESA ist eine 1975 gegründete zwischenstaatliche Organisation, deren Aufgabe darin besteht, europäische Raumfahrtkapazitäten zu entwickeln und sicherzustellen, dass die Investitionen in die Raumfahrt den Bürgern in Europa und anderswo zugutekommen.

Die ESA umfasst derzeit 19 Mitgliedstaaten: Belgien, Dänemark, Deutschland, Finnland, Frankreich, Griechenland, Irland, Italien, Luxemburg, die Niederlande, Norwegen, Österreich, Portugal, Rumänien, Schweden, die Schweiz, Spanien, die Tschechische Republik und das Vereinigte Königreich, davon sind 17 auch Mitgliedstaaten der EU.

Die ESA unterhält im Rahmen von Kooperationsabkommen Beziehungen zu neun weiteren EU-Mitgliedstaaten und verhandelt zurzeit mit dem verbleibenden EU-Mitgliedstaat Bulgarien über den Abschluss eines solchen Abkommens. Polen steht kurz davor, zwanzigster Mitgliedstaat der ESA zu werden. Auch Kanada nimmt im Rahmen eines Kooperationsabkommens an bestimmten ESA-Programmen teil.

Dank der Koordinierung der Finanzressourcen und Kompetenzen ihrer Mitgliedstaaten kann die ESA Programme und Tätigkeiten durchführen, die weit über die Möglichkeiten eines einzelnen europäischen Landes hinausgehen.

Die ESA entwickelt Raumfahrzeugträger, Satelliten und Bodenanlagen, um sicherzustellen, dass Europa bei Raumfahrtvorhaben weltweit an der Spitze bleibt. Sie startet Erdbeobachtungs-, Navigations-, Telekommunikations- und Astronomiesatelliten, schickt Raumsonden in entlegene Regionen des Sonnensystems und beteiligt sich an der bemannten Exploration des Weltraums.

Für weitere Auskünfte wenden Sie sich bitte an:

ESA-Referat Medienbeziehungen

Kommunikationsabteilung

Tel.: +33 1 53 69 72 99

Fax: +33 1 53 69 76 90

E-Mail: media@esa.int

Über EUMETSAT

Die europäische Organisation für die Nutzung meteorologischer Satelliten ist eine zwischenstaatliche Organisation mit Sitz in Darmstadt, Deutschland, mit derzeit 26 europäischen Mitgliedsstaaten (Belgien, Dänemark, Deutschland, Finnland, Frankreich, Griechenland, Irland, Italien, Kroatien, Lettland, Luxemburg, die Niederlande, Norwegen, Österreich, Polen, Portugal, Rumänien, Schweden, Schweiz, Slowakei, Slowenien, Spanien, die Tschechische Republik, Türkei, Ungarn und das Vereinigte Königreich) und fünf Kooperationsstaaten (Bulgarien, Estland, Island, Litauen und Serbien).

EUMETSAT betreibt gegenwärtig die geostationären Satelliten Meteosat-8 und -9 über Europa und Afrika sowie Meteosat-7 über dem Indischen Ozean.

MetOp-A, Europas erster polarumlaufender Wettersatellit, wurde im Oktober 2006 gestartet und liefert seit dem 15. Mai 2007 operationelle Daten.

Der Meeresbeobachtungssatellit Jason-2, der am 20. Juni 2008 an den Start ging, erweitert die bisherige Palette von EUMETSAT um Daten zum Seegang, zu den Meeresströmungen und den Veränderungen des Meeresspiegels.

Die Daten und Produkte der EUMETSAT-Satelliten leisten einen bedeutenden Beitrag zur Wettervorhersage und Überwachung der Umwelt und des globalen Klimas.

EUMETSAT-Pressestelle:

Tel: +49 6151 807 7320

Fax: +49 6151 807 7321

press@eumetsat.int www.eumetsat.int

Weitere Informationen:

ESA - Referat Medienbeziehungen
Tel: +33(0)1.5369.7299
Fax: +33(0)1.5369.7690



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