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N° 46–2005: Fachleute und hochrangige Vertreter aller Raumfahrtmächte kommen zur ersten Konferenz über Raumfahrtsicherheit in Nizza zusammen

19 Oktober 2005

Auf dem 40. IAF-Kongress in Peking im Oktober 1989 schloss der damalige beigeordnete NASA-Administrator für Sicherheit und Missionssicherung, George Rodney, seine Rede mit folgenden Worten: „Die Verantwortung für das globale Experimentierfeld Weltraum und die damit zusammenhängende Sicherheit der gesamten Menschheit wird langfristig von allen Raumfahrtmächten getragen werden müssen.“

Trotz dieser prophetischen Worte und im Gegensatz zur Luftfahrt, wo mit der Internationalen Zivilluftfahrt-Organisation ICAO bereits vor 60 Jahren eine für die Luftfahrtsicherheit zuständige internationale Organisation gegründet wurde, werden in der Raumfahrt Sicherheitsfragen immer noch auf einzelstaatlicher Ebene gehandhabt. Der überwiegende Teil der bestehenden für Raumfahrttätigkeiten verfassten Rechtstexte, Übereinkünfte und Sicherheitsbestimmungen sollten den Regierungen die Durchführung dieser Tätigkeiten erleichtern. Angesichts der Entwicklung der letzten Jahren hingegen – d. h. einer immer engeren Zusammenarbeit zwischen den einzelnen Raumfahrtmächten, des Auftretens neuer Akteure wie Brasilien und China sowie erster Schritte in Richtung eines privaten Weltraumtourismus – wird nun zunehmend die Notwendigkeit erkannt, den bestehenden rechtlichen und regulatorischen Rahmen für die Sicherheit in der Raumfahrt zu reformieren und zu harmonisieren und dem Privatsektor die Entwicklung kommerzieller Raumfahrtaktivitäten zu erleichtern.

Eine erhöhte Sicherheit in der Raumfahrt ist nicht nur aus ethischen Gründen Pflicht, sondern auch Grundlage für umfangreichere und wirtschaftlich rentablere Weltraumprogramme. Jeder einzelne Unfall in der Raumfahrt hat ungeheure Auswirkungen auf den Fortschritt in der Exploration und der Nutzung des Weltraums insgesamt, denn er führt zu Verzögerungen in der Planung, schränkt die personellen und finanziellen Ressourcen ein und untergräbt nicht zuletzt die Akzeptanz neuer Weltraumvorhaben in der Politik und der Öffentlichkeit.

Besonders in der bemannten Raumfahrt werden künftig internationale und nicht mehr einzelstaatlich geleitete Programme die Regel sein. Nicht zu verachtende Mentalitätsunterschiede können jedoch ein erhöhtes Sicherheitsrisiko darstellen. Dies betrifft die Zusammenarbeit sowohl von Mannschaften als auch von Entwicklungsteams und geht über die eher oberflächlichen Sprachschwierigkeiten weit hinaus. Mentalitätsunterschiede schlagen sich in unterschiedlichen Herangehensweisen an Sicherheitsfragen nieder, die traditions-, erfahrungs-, umwelt- und politisch bedingt bzw. auf eine unterschiedliche Akzeptanz von Sicherheitsrisiken in der Öffentlichkeit zurückzuführen sind.

Angesichts einer Reihe tragischer Unfälle, von denen praktisch alle Raumfahrtmächte betroffen waren, ferner neuer staatlicher wie auch privater bemannter Raumfahrtvorhaben, erster Weltraumflüge mit Touristen und der Ausweitung der Exploration des Weltraums über die niedrige Erdumlaufbahn hinaus Richtung Mond und Mars ist es nun an der Zeit, die internationale Zusammenarbeit in der Raumfahrtsicherheit zu intensivieren und einen neuen Anlauf zur Harmonisierung und Abstimmung der Sicherheitsbestimmungen und -normen zu unternehmen, der sich letztendlich in der Schaffung einer einheitlichen internationalen Organisation für Raumfahrtsicherheit, vergleichbar der ICAO in der Luftfahrt, niederschlagen könnte.

Diesem Ziel dient die erste Konferenz der Internationalen Vereinigung für verstärkte Sicherheit in der Raumfahrt, IAASS, die vom 25. bis 27. Oktober im französischen Nizza stattfindet und von der ESA, der NASA und der JAXA finanziell unterstützt wird. Sie führt Fachleute aus der Industrie, den Raumfahrtagenturen und Forschungsinstituten aller Raumfahrtmächte, insbesondere auch aus China, Indien und Brasilien, zusammen, die gemeinsam die Lehren aus vergangenen Unfällen, die Vorbeugung menschlichen Versagens, das Risikomanagement, die Handhabung verschiedener Mentalitäten, die Sicherheit auf langfristigen bemannten Raumflugmissionen, erste Sicherheitsbestimmungen für den Weltraumtourismus und viele weitere sicherheitsbezogene Fragen erörtern werden.

„Die Internationale Zusammenarbeit in zivilen Raumfahrtprogrammen zeigt uns den Weg nach vorn und wird in Zukunft auch zunehmend an Bedeutung gewinnen. Dies setzt einheitliche Normen und innovative organisatorische Lösungen voraus“, so Tommaso Sgobba, Leiter des Büros für Produktsicherung und -sicherheit zur Nutzung der ISS in der ESA-Direktion für Bemannte Raumfahrt, Schwerelosigkeitsforschung und Exploration, der in seiner Funktion als IAASS-Vorsitzender die Organisation dieser ersten Konferenz für Weltraumsicherheit in Nizza übernommen hat.

Weitere Informationen über die IAASS-Konferenz „Sicherheit in der Raumfahrt: ein neuer Anfang“ sowie die „Internationale Vereinigung für verstärkte Sicherheit in der Raumfahrt“ finden Sie im Internet unter:

http://www.congrex.nl/05a15

http://www.iaass.org

Weitere Auskünfte erteilen:

Franco Bonacina

Leiter des ESA-Referats Medienbeziehungen

Direktion für Außenbeziehungen

ESA-Hauptverwaltung – Paris

Tel: +33 (0)1 53 69 71 55

Fax: +33 (0)1 53 69 76 90

Dieter Isakeit

Leiter des Erasmus-Nutzerzentrums und Kommunikationsbüros

Direktion für Bemannte Raumfahrt, Schwerelosigkeitsforschung und Exploration

ESA/ESTEC – Noordwijk (Niederlande)

Tel.: +31 (0)71 565 54 51

Fax: +31 (0)71 565 80 08

Tommaso Sgobba

Leiter des Büros für Produktsicherung und -sicherheit zur Nutzung der ISS

Direktion für Bemannte Raumfahrt, Schwerelosigkeitsforschung und Exploration

ESA/ESTEC – Noordwijk (Niederlande)

Tel.: +31 (0)71 565 49 44

Fax: +31 (0)71 565 61 32

Weitere Informationen:

ESA-Referats Medienbeziehungen
Tel: +33(0)1.53.69.7155
Fax: +33(0)1.53.69.7690



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