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N° 42–2001: Gemeinschaftsvorhaben „Double Star" zur Erforschung des Erdmagnetfelds führt Osten und Westen zusammen

9 Juli 2001

Mit einer historischen Übereinkunft zwischen der Europäischen Weltraumorganisation (ESA) und der Chinese National Space Administration (CNSA) über das Gemeinschaftsvorhaben „Double Star" wurde heute in der ESA-Hauptverwaltung in Paris offiziell eine neue Phase wissenschaftlicher Zusammenarbeit zwischen der ESA und China eingeleitet.

ESA-Generaldirektor Antonio Rodotà und der Administrator der CNSA, Luan Enjie, haben eine Vereinbarung unterzeichnet, die erstmals die Mitführung europäischer Experimente auf chinesischen Satelliten ermöglicht.

„Diese Vereinbarung markiert einen bedeutenden Fortschritt in der internationalen Zusammenarbeit bei der Erforschung und friedlichen Nutzung des Weltraums und stellt einen der wichtigsten Meilensteine in der wissenschaftlichen Zusammenarbeit dar, seit die ESA und die Volksrepublik China vor über 20 Jahren erstmals den Austausch wissenschaftlicher Erkenntnisse vereinbart haben", kommentierte Antonio Rodotà das Ereignis.

„Das Programm ‚Double Star' ist erst der Beginn", sagte Luan Enjie. „Die Unterzeichnung dieser Vereinbarung ebnet nicht nur den Weg für eine Zusammenarbeit zwischen den Wissenschaftlern beider Seiten, sondern auch für eine umfassende Kooperation zwischen der Chinese National Space Administration und der ESA".

Da das Vorhaben „Double Star" der Erforschung des Einflusses der Sonne auf das Umfeld der Erde dient, wird es die bahnbrechende ESA-Mission „Cluster" unmittelbar ergänzen. Gemeinsame Untersuchungen mit „Cluster" und „Double Star" dürften die wissenschaftliche Ausbeute beider Missionen steigern.

Ein Schlüsselaspekt der Beteiligung der ESA an „Double Star" ist die Mitführung von zehn Instrumenten, die mit den an Bord der vier „Cluster"-Satelliten befindlichen baugleich sind. Weitere acht Experimente werden von chinesischen Einrichtungen bereitgestellt.

„Wir hoffen, daß es möglich sein wird, koordinierte Messungen mit den ‚Cluster'- und den ‚Double Star'-Instrumenten durchzuführen", so „Cluster"-Projektwissenschaftler Philippe Escoubet. „Beispielsweise hoffen wir auf eine gemeinsame Erforschung des geomagnetischen Schweifs, einer Region, in der Stürme energiereicher Teilchen entstehen. Diese Teilchen können, wenn sie die Erde erreichen, zu Stromausfällen führen, Satelliten beschädigen und den Funkverkehr stören".

Sechs der elf „Cluster"-Hauptexperimentatoren haben sich bereiterklärt, Ersatzflugmodelle oder Nachbauten der Experimente bereitzustellen, die zur Zeit unser Verständnis des erdnahen Weltraums revolutionieren. Diese Wiederverwendung von „Cluster"-Instrumenten hat sowohl für die europäischen als auch für die chinesischen Wissenschaftler zahlreiche Vorteile.

„Durch die Mitführung von Experimenten, die mit denen von ‚Cluster' baugleich sind, sparen wir Kosten und Entwicklungszeit", erklärte Alberto Gianolio, der „Double Star"-Projektleiter der ESA. „Dadurch werden die Risiken gemindert, und wir können sicherstellen, daß wir den Entwicklungszeitplan für die Satelliten einhalten".

Die ESA hat zugesagt, sich mit 8 Millionen Euro am „Double Star"-Programm zu beteiligen. Mit diesem Betrag soll die Überholung und Vorintegration der europäischen Instrumente, der Empfang von Daten während vier Stunden pro Tag und die Koordinierung des wissenschaftlichen Betriebs finanziert werden.

Hinweise an die Redaktionen:

„Double Star" ist die erste von China zu startende Mission zur Erforschung der Magnetosphäre, also der magnetischen „Blase", die unseren Planeten umgibt. Wie ihr Name besagt, wird die Mission aus zwei von der CNSA entworfenen, entwickelten, zu startenden und zu betreibenden Satelliten bestehen, die in einander ergänzenden Umlaufbahnen die Erde umrunden sollen.

Dank dieser orbitalen Konfiguration dürften die Wissenschaftler durch zeitgleiche Messungen Einblicke in die Veränderungen des Magnetfelds und in die Population elektrisch geladener Teilchen in unterschiedlichen Regionen der Magnetosphäre gewinnen.

Die beiden Satelliten sollen im Dezember 2002 bzw. März 2003 mit zwei chinesischen Trägerraketen des Typs Long March 2C gestartet werden. Damit könnten sie parallel zu der Mini-Armada der vier „Cluster"-Satelliten der ESA betrieben werden, die im Sommer vergangenen Jahren in elliptische Umlaufbahnen gebracht wurden.

Der äquatoriale „Double Star"-Satellit (DSP-1) soll in eine Umlaufbahn in 550 bis 60 000 km Höhe mit einer Bahnneigung von 28,5° zum Äquator gebracht werden, auf der er den riesigen geomagnetischen Schweif der Erde erkunden soll, die Region, in der Teilchen in einem als Magnetfeldverschmelzung (Reconnection) bekannten Prozeß in Richtung Magnetpole der Erde beschleunigt werden.

Der polare Satellit (DSP-2) soll die physikalischen Prozesse über den Magnetpolen und die Entstehung von Polarlichtern genauer unter die Lupe nehmen. Auf seiner Umlaufbahn in 350 bis 25 000 km Höhe wird er alle 7,3 Stunden die Erde umkreisen.

Nähere Auskunft erteilt:

ESA Abteilung Öffentlichkeitsarbeit

Referat Medienbeziehungen

Tel.: +33 (0)1 53 69 71 55

Fax: +33 (0)1 53 69 76 90

Weitere Informationen über das Wissenschaftsprogramm der ESA unter http://sci.esa.int.

Weitere Informationen:

Referat für Medienbeziehungen
Tel: +33(0)1.53.69.7155
Fax: +33(0)1.53.69.76.90



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