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N° 26–2017: Paolo Nespoli wieder wohlbehalten auf der Erde gelandet

14 Dezember 2017

Der ESA-Astronaut Paolo Nespoli ist heute früh nach 139 Tagen im All wieder zur Erde zurückgekehrt. Die Raumkapsel musste dabei auf ihrem Rückflug von der Internationalen Raumstation (ISS) innerhalb von gerade einmal drei Stunden von 28 800 km/h auf null abbremsen.

Die Landung von Nespoli und seinen Mannschaftmitgliedern Randy Bresnik von der NASA und Sergej Rjasanski von Roskosmos in der kasachischen Steppe erfolgte um 8.37 Uhr Weltzeit.

Die Sojus MS-o5 überstand die Belastungen des Wiedereintritts und der Landung wie gewohnt: Der Hitzeschild der Raumkapsel erwärmte sich beim Wiedereintritt in die Atmosphäre auf 1600 °C, während die Astronauten das Vierfache ihres Körpergewichts aushalten mussten. In 10 km Höhe wurden dann die Fallschirme geöffnet, bevor auf den letzten Metern vor dem Aufprall noch zusätzlich die Bremsraketen gezündet wurden.

„Diese so genannte ‚weiche‘ Landung fühlt sich in Wirklichkeit wie eine Frontalkollision zwischen einem LKW und einem Kleinwagen an – wobei man selbst wohlgemerkt im Kleinwagen sitzt…“, erinnert sich Nespoli an seine letzte Landung 2011.

Während seiner fünfmonatigen Mission umrundete Nespoli 2224 mal die Erde, durchflog 35 000 Sonnenauf- und -untergänge und legte 94 Millionen Kilometer zurück. Es war bereits Nespolis dritte ISS-Mission. Von allen ESA-Astronauten steht er nun mit insgesamt 313 Tagen im Weltraum hinter Thomas Reiter an zweiter Stelle.

Wieder auf den Boden der Tatsachen

Während seiner Mission Vita, deren Name sich aus den Anfangsbuchstaben der Wörter Vitality, Innovation, Technology und Ability zusammensetzt, führte Nespoli mehr als 60 Experimente durch, wobei auch sein eigener Körper zum Forschungsobjekt mutierte: So wurden seine Augen, Kopfschmerzen, Schlafmuster und Essgewohnheiten beobachtet, um mehr über die Anpassung des menschlichen Körpers an das Leben in der Schwerelosigkeit zu erfahren. Auch die Aufzeichnungen der Körpertemperatur, das Muskeltraining sowie die vielen Blut- und Speichelproben werden das ihrige zum Gesamtbild beitragen, um Menschen besser auf erdferne Missionen vorbereiten zu können.

Außerdem steuerte Nespoli von seiner Warte in 400 km über der Erde einen in Deutschland befindlichen humanoiden Roboter, dessen Aufgabe es war, drei beschädigte Solarpaneele in einer simulierten Mars-Umgebung zu reparieren, um zu demonstrieren, wie Astronauten und Roboter bei künftigen Planetenmissionen zusammenarbeiten können.

Tablets und Smartphones könnten das Leben im Weltraum einfacher machen, weswegen Nespoli bei komplexen Aufgaben ein freihändiges System mit Befehlsanzeigen testete.

Während Nespolis Aufenthalt auf der Raumstation herrschte ein reges Kommen und Gehen: Im Missionszeitraum dockten insgesamt vier Raumfahrzeuge an der ISS an und drei ab. Nespoli war durch die Steuerung des Roboterarms der Raumstation an zwei Andockmanövern beteiligt und wirkte an vier Außenbordeinsätzen mit.

Nun wird Nespoli noch zahlreiche Tests und Nachuntersuchungen durchmachen. Im Weltraum erleben Astronauten nämlich eine Form des raschen Alterns und müssen sich erst wieder an das Leben unter den Bedingungen der Schwerkraft gewöhnen. Wissenschaftlern dienen die Reaktionen seines Körpers somit als Fallstudie.

Als nächster ESA-Astronaut wird im kommenden Sommer der Deutsche Alexander Gerst zur Internationalen Raumstation fliegen.

Über die ESA

Die Europäische Weltraumorganisation (ESA), Europas Tor zum Weltraum, ist eine 1975 gegründete zwischenstaatliche Organisation, deren Aufgabe darin besteht, europäische Raumfahrtkapazitäten zu entwickeln und sicherzustellen, dass die Investitionen in die Raumfahrt den Bürgern in Europa und anderswo zugutekommen.

Die ESA hat 22 Mitgliedstaaten: Belgien, Dänemark, Deutschland, Estland, Finnland, Frankreich, Griechenland, Irland, Italien, Luxemburg, die Niederlande, Norwegen, Österreich, Polen, Portugal, Rumänien, Schweden, die Schweiz, Spanien, die Tschechische Republik, Ungarn und das Vereinigte Königreich. Slowenien ist assoziierter Mitgliedstaat.

Außerdem arbeitet die ESA förmlich mit sechs EU-Mitgliedstaaten zusammen. Im Rahmen eines Kooperationsabkommens nimmt auch Kanada an bestimmten ESA-Programmen teil.

Dank der Koordinierung der Finanzressourcen und Kompetenzen ihrer Mitgliedstaaten kann die ESA Programme und Tätigkeiten durchführen, die weit über die Möglichkeiten eines einzelnen europäischen Landes hinausgehen. Des Weiteren arbeitet sie eng mit der EU bei der Verwirklichung der Programme Galileo und Copernicus und mit EUMETSAT bei der Entwicklung von Meteorologiemissionen zusammen.

Die ESA entwickelt Raumfahrzeugträger, Satelliten und Bodenanlagen, um sicherzustellen, dass Europa bei Raumfahrtvorhaben weltweit an der Spitze bleibt.

Sie entwickelt und startet Erdbeobachtungs-, Navigations-, Telekommunikations- und Astronomiesatelliten, schickt Raumsonden in entlegene Regionen des Sonnensystems und beteiligt sich an der bemannten Exploration des Weltraums. Außerdem führt sie ein umfangreiches Anwendungsprogramm zur Entwicklung von Erdbeobachtungs-, Navigations- und Telekommunikationsdiensten durch.

Mehr über die ESA: www.esa.int.

 

Nähere Auskunft erteilt:

ESA-Referat Medienbeziehungen

E‑Mail: media@esa.int

Tel.: + 33 (0)1 53 69 72 99


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