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N° 19–2013: Presseeinladung zum Start des ATV-4 „Albert Einstein“

30 Mai 2013

Das auf den Namen „Albert Einstein“ getaufte vierte Automatische Transferfahrzeug der ESA ist bereit für seinen Flug zur Internationalen Raumstation ISS, die es mit wichtiger Fracht versorgen soll. Der Start an Bord der Trägerrakete Ariane-5 ist auf den 5. Juni um 23.52 MESZ von Europas Raumflughafen in Kourou in Französisch-Guayana aus angesetzt. Das Ereignis wird für Fernsehgesellschaften und im Internet live übertragen. In Deutschland und der Schweiz sind eigens Veranstaltungen geplant.

Mit dem ATV-4 kommt die ESA erneut ihrer Verpflichtung nach, die Raumstation einmal jährlich mit Fracht zu versorgen. Die Mission steht in einer Reihe mit dem im März 2008 gestarteten ATV-1 (Jules Verne), dem ATV-2 (Johannes Kepler, Februar 2011) und dem ATV-3 (Edoardo Amaldi, März 2012). Zurzeit wird das nächste ATV, George Lemaître, auf seinen Start im kommenden Jahr vorbereitet.

Das nach dem für seine Relativitätstheorie weltberühmt gewordenen Physiker benannte Raumfahrzeug wird wichtige Fracht und Treibstoff zur ISS bringen und regelmäßig deren Bahnhöhe anheben.

Mit einem Gewicht von mehr als 20 Tonnen ist dieser technisch hochkomplexe Raumtransporter das bisher schwerste europäische Raumfahrzeug. Als Frachttransporter, Treibstofftank, Antrieb zur Anhebung der Bahnhöhe und als zusätzlicher Aufenthaltsbereich für die Astronauten erfüllt es gleich vier Funktionen auf einmal.

Der vor wenigen Tagen zu einer Langzeitmission zur ISS gestartete ESA-Astronaut Luca Parmitano wird den Anflug und das Andocken am 15. Juni überwachen und an der Entladung und Verstauung der Frachtgüter beteiligt sein.

Von allen den orbitalen Außenposten versorgenden Raumtransportern verfügt das ATV über die größte Frachtkapazität: Insgesamt 6,6 Tonnen wird das ATV-4 zur ISS bringen, mehr Trockenfracht als alle anderen ATV davor. Im Gepäck sind 2480 kg an wissenschaftlichem Gerät, Ersatzteilen, Nahrung und Kleidung für die Astronauten. Außerdem werden vom ATV 100 kg Gas, mehr als 570 Liter Trinkwasser und etwa 860 kg Treibstoff in die Tanks der ISS gepumpt.

Als zusätzlicher Stationsantrieb ist das ATV-4 ferner mit 2580 kg an Eigentreibstoff ausgestattet. Mit seinem Antrieb wirkt es dem durch die Restatmosphäre bedingten Absinken der Station entgegen, das bis zu 100 m Höhenverlust pro Tag ausmachen kann. Es trägt außerdem zur Lageregelung des Stationskomplexes beim Anflug anderer Raumfahrzeuge bei. Im Ernstfall kann es für die ISS auch Manöver zum Ausweichen vor potenziell gefährlichen Weltraumtrümmern ausführen.

Bevor das ATV-4 wieder von der ISS ablegt, wird es mit Müll und von der Bordmannschaft nicht mehr benötigtem Gerät beladen. Anschließend wird es über dem Südpazifik seine Umlaufbahn verlassen und beim Wiedereintritt in die Erdatmosphäre gefahrlos verglühen.

Der Raumtransporter wird vom Augenblick der Abtrennung von der Ariane bis zu seinem Wiedereintritt in die Erdatmosphäre vom ATV-Kontrollzentrum aus gesteuert, das sich auf dem Gelände der französischen Raumfahrtagentur CNES in Toulouse befindet. Von dort aus werden während der Mission die Betriebstätigkeiten aller anderen Bodenstationen, einschließlich der wichtigsten Stationskontrollzentren in Moskau und Houston, koordiniert.

Gebaut wurde das ATV von Astrium, das als Hauptauftragnehmer einem Team von mehr als 30 Unterauftragnehmern in 10 verschiedenen europäischen Ländern vorsteht.

Das ATV-Programm wird auch nach dem Start des letzten serienmäßig gefertigten ATV im nächsten Jahr fortgeführt. Aufbauend auf den mit dem Raumfahrzeug gesammelten Erfahrungen und dessen hochkomplexer Technik wird die ESA weiterentwickelte ATV-Bauteile für das NASA-Fahrzeug Orion zur Verfügung stellen, mit dem Menschen zum Mond und darüber hinaus befördert werden sollen und dessen erster Testflug für 2017 geplant ist.

So wird das auf dem ATV aufbauende Versorgungsmodul von Orion, das sich unmittelbar unterhalb der Mannschaftskapsel befinden wird, Antrieb, Stromversorgung, Temperaturregelung sowie Wasser- und Gaseinspeisung für die Astronauten sicherstellen.

Dieses Gemeinschaftsvorhaben von ESA und NASA steht weiter in dem Geist der internationalen Zusammenarbeit, dem die Verwirklichung der ISS als orbitalem Außenposten der Menschheit zu verdanken ist.

Mehr Informationen über das ATV auf: http://www.esa.int/SPECIALS/ATV/index.html

Medienveranstaltungen:

Die ESA organisiert am 5. Juni zusammen mit der deutschen Raumfahrtagentur DLR und Astrium eine Veranstaltung im kulturellen Veranstaltungszentrum „Centralstation“ (Im Carree, 64283 Darmstadt) in Darmstadt. Beginn ist um 20 Uhr, wobei der erste Teil der 10jährigen Erforschung des Roten Planeten mit der ESA-Mission Mars Express gewidmet sein wird. Der zweite Teil des Abends mit Schwerpunkt auf dem Start des ATV beginnt um 23 Uhr.

Medienvertreter, die an der Veranstaltung teilnehmen möchten, werden gebeten, sich unter http://www.esa.int/ATV-4-Centralstation zu registrieren.

Für weitere Auskünfte wenden Sie sich bitte an:

Andreas Schepers

Kommunikationsbeauftragter

E-Mail: andreas.schepers@esa.int

Tel.: +49 (0)173 70 77 387

In der Schweiz wird in Bern von der Abteilung Raumfahrt des SBFI ebenfalls eine Veranstaltung organisiert. Nach einer Willkommensansprache des Direktors der Abteilung Weltraumwissenschaften und Planetenforschung der Universität Bern, Willy Benz, folgen Vorträge von Oliver Botta vom SBFI, dem Schweizer Astronauten Claude Nicollier und dem ESA-Missionsdirektor für die Expedition 30, Claudio Sollazzo. Veranstaltungsbeginn ist 21 Uhr.

Hörsaal 099, Universität Bern

Institut der Exakten Wissenschaften „Ex Wi“

Sidlerstr. 5, Bern

http://www.sbfi.admin.ch/atv

Für weitere Auskünfte wenden Sie sich bitte an:

Dorothea Danesy

E-Mail: Dorothea.danesy@esa.int

Tel.: +49 (0)6151 90 28 07 

ESA TV

ESA TV wird gemeinsam mit Arianespace Fernsehsendern gratis einen Live-Videostream des Starts zur Verfügung stellen. Einzelheiten auf: http://esatv.esa.int/Television

Darüber hinaus wurden mehrere Filmbeiträge erstellt, die das ATV und Albert Einstein zum Thema haben. Weitere Infos hierzu auf: http://esatv.esa.int/Videos_for_Professionals

ESA-Portal

Auf www.esa.int kann der Start live über Videostreaming und aktuelle Beiträge hierzu mitverfolgt werden.

Bildmaterial

Die jüngsten Aufnahmen in Hochauflösung können auf folgenden Webseiten abgerufen werden:

Multimedia-Galerie: http://spaceinimages.esa.int/Images;

ESA-Fotodatenbank für professionelle Zwecke: http://www.esa-photolibrary.com.

Fragen der Medien zu Bildmaterial können an folgende E-Mail-Adresse gesendet werden: spaceinimages@esa.int.

Über die ESA

Die Europäische Weltraumorganisation (ESA) ist Europas Tor zum Weltraum.

Die ESA ist eine 1975 gegründete zwischenstaatliche Organisation, deren Aufgabe darin besteht, europäische Raumfahrtkapazitäten zu entwickeln und sicherzustellen, dass die Investitionen in die Raumfahrt den Bürgern in Europa und anderswo zugutekommen.

Die ESA hat 20 Mitgliedstaaten: Belgien, Dänemark, Deutschland, Finnland, Frankreich, Griechenland, Irland, Italien, Luxemburg, die Niederlande, Norwegen, Österreich, Polen, Portugal, Rumänien, Schweden, die Schweiz, Spanien, die Tschechische Republik und das Vereinigte Königreich. Davon sind 18 auch Mitgliedstaaten der EU.

Im Rahmen von Kooperationsabkommen unterhält die ESA Beziehungen zu acht anderen EU-Mitgliedstaaten und erörtert zurzeit mit dem verbleibenden EU-Mitgliedstaat Bulgarien den Abschluss eines solchen Abkommens. Auch Kanada nimmt im Rahmen eines Kooperationsabkommens an bestimmten ESA-Programmen teil.

Darüber hinaus arbeitet die ESA mit der EU zusammen, um die Programme Galileo und Copernicus zu verwirklichen.

Dank der Koordinierung der Finanzressourcen und Kompetenzen ihrer Mitgliedstaaten kann die ESA Programme und Tätigkeiten durchführen, die weit über die Möglichkeiten eines einzelnen europäischen Landes hinausgehen.

Die ESA entwickelt Raumfahrzeugträger, Satelliten und Bodenanlagen, um sicherzustellen, dass Europa bei Raumfahrtvorhaben weltweit an der Spitze bleibt.

Sie startet Erdbeobachtungs-, Navigations-, Telekommunikations- und Astronomiesatelliten, schickt Raumsonden in entlegene Regionen des Sonnensystems und beteiligt sich an der bemannten Exploration des Weltraums.

Mehr über die ESA: www.esa.int.

Weitere Informationen:

ESA-Referat Medienbeziehungen
Email: media@esa.int
Tel: +33 (0)1 53 69 72 99



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